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 Betreff des Beitrags: Austrocknen unter Lampen
BeitragVerfasst: Mo 10. Feb 2014, 22:27 
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:sun: :sun: :sun:

Manche von Euch kennen meinen Austrocknungstest mit Möhren. Eine offen liegende Karotte war nach einer Woche stark ausgetrocknet, eine andere, in trockenem Sand vergrabene, sah aus wie neu (hier). Andy Highfield vom britischen Tortoisetrust hat jetzt ebenfalls einen interessanten "Gemüsetest" gemacht. Er hat zwei Champignons 8 h lang unter verschiedenen Bedingungen austrocknen lassen. Einer lag unter der Sonne Südspaniens. Der andere war gegen die Sonne abgeschattet, dafür von einer 100 Watt Wärmelampe bestrahlt, ansonsten hatten beide neben einander liegend dieselben Bedingungen. Der Sonnen-Pilz verlor 17% Gewicht (Wasser), der Lampen-Pilz 44% (Quelle).

Was lernen wir daraus? Die Sonne im Habitat trocknet deutlich weniger aus als unsere Wärmelampen...


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 Betreff des Beitrags: Re: Austrocknen unter Lampen
BeitragVerfasst: Di 11. Feb 2014, 15:50 
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Hallo Ain't it,
ich denke die Ergebnisse sprechen für sich. Da kann man (zumindest ich) nicht viel daran zweifeln.
Aber woran liegt das denn genau? Gibt es dafür physikalische Ursachen die du vielleicht kennst und mir nennen könntest? Ich meine mal irgendwo, vielleicht sogar von dir?!, gelesen zu haben, dass es unter Umständen etwas mit dem Wasser in der Luft zu tun haben könnte, weil dieses einen Teil herausfiltern würde.

LG und Danke Dominik


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 Betreff des Beitrags: Re: Austrocknen unter Lampen
BeitragVerfasst: Di 11. Feb 2014, 16:07 
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Ain't it? hat geschrieben:
Was lernen wir daraus? Die Sonne im Habitat trocknet deutlich weniger aus als unsere Wärmelampen...
Ah, Du meinst die hässlichen "Hügel", die Landschildkröten bekommen, wenn sie zu lange drunter hocken... :wink: Schon klar.
Natürlich spielt sicherlich auch noch die Luftfeuchtigkeit und Temperatur während des Versuches und vor allem der Abstand des Strahlers zum Pilz ein Rolle, aber die Tendenz dürfte sich wohl die Waage halten.

LG Andreas


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 Betreff des Beitrags: Re: Austrocknen unter Lampen
BeitragVerfasst: Di 11. Feb 2014, 16:17 
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doi96 hat geschrieben:
dass es unter Umständen etwas mit dem Wasser in der Luft zu tun haben könnte, weil dieses einen Teil herausfiltern würde.

Ja, das wird vermutet. Warum? Ich versuche mich mal an einer Schlussfolgerungskette:

  • Es verdunstet umso mehr Wasser, je wärmer es ist.
  • Je mehr Strahlung etwas absorbiert, um so wärmer wird es.
  • Unterschiedliche Materie absorbiert unterschiedliche Wellenlängen unterschiedlich stark .
  • Das heißt, es gibt Wellenlängen, die von Wasser besonders stark absorbiert werden, vom Gewebe aber weniger.
  • Scheint die Sonne durch die (wasserhaltige) Atmosphäre, werden genau diese Wellenlängen absorbiert, also herausgefiltert.
  • Demzufolge hat das Sonnenspektrum auf der Erde an diesen Stellen Lücken,
  • Also sind genau die Wellenlängen weg (bzw. schwächer), die das Wasser im Pilz besonders stark erwärmen würden (und zwar nur das Wasser, nicht das übrige Gewebe).

  • Die Lampe durchläuft diese Wasserfilterung im Normalfall* nicht, dazu ist der Durchgang durch die Atmosphäre zu kurz.
  • Sie hat daher diese Lücken nicht
  • Deshalb trocknet der Pilz (und der Schildkrötenschlüpfling) unter Lampen bei gleicher Temperatur stärker aus als unter der Sonne.


* Vielleicht ganz interessant, in der Medizintechnik werden deshalb IR-Strahler teilweise wassergefiltert:

http://www.buergerhospital-ffm.de/klini ... -wira.html


graeca63 hat geschrieben:
Natürlich spielt sicherlich auch noch die Luftfeuchtigkeit und Temperatur während des Versuches und vor allem der Abstand des Strahlers zum Pilz ein Rolle

Andy Highfield schreibt, dass er den Abstand so eingestellt hat, dass die Pilztemperatur in etwa gleich ist. Die Luftfeuchtigkeit ist ja ohnehin gleich, weil die Dinger mehr oder weniger nebeneinander liegen.


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 Betreff des Beitrags: Re: Austrocknen unter Lampen
BeitragVerfasst: Di 11. Feb 2014, 17:37 
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Ain't it? hat geschrieben:
Andy Highfield schreibt, dass er den Abstand so eingestellt hat, dass die Pilztemperatur in etwa gleich ist.
Sorry, ich hatte die Quelle gar nicht angeklickt...


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 Betreff des Beitrags: Re: Austrocknen unter Lampen
BeitragVerfasst: Di 11. Feb 2014, 18:58 
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Interessantes Experiment. Und noch interessantere Gedankengänge. Dann ist also beim Einsatz von Lampen auf eine besonders feuchte Umgebung zu achten. (?!)
LG
Gunda,
die in Zunkunft ihre Wäsche unter eine Lampe hängt anstatt sie in der Sonne zu trocknen ;-)

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 Betreff des Beitrags: Re: Austrocknen unter Lampen
BeitragVerfasst: Di 11. Feb 2014, 20:33 
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Hallo ,

Danke für den interessanten Link .
Man kann Wärmelampen etwas entschärfen wenn man sie durch ein feinmaschiges Drahtgitter leuchten läßt .
Dateianhang:
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Ich mußte dieses Jahr ein paar NZ wegen unbekanntem Pilzbefall nach dem üblichen Hochwasser den Winter über durchfüttern .

Von 30 befallenen Tierchen sind noch 26 übrig . Antimykotika brachten vorher nur Verluste , jetzt probiere ich es einfach mal ohne Chemie . Der Pilz scheint jetzt langsam zu verschwinden , bin aber noch vorsichtig mit Jubelmeldungen .

Bis jetzt sehen sie dafür recht gut aus . Die Zuwachsstreifen waren leider nicht vermeidbar .
Dateianhang:
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Ich halte sie immer ein paar Tage recht feucht , dann lasse ich das Terrarium wieder langsam komplett austrocknen .
Es gibt nach 6 warmen Tagen auch jedesmal einen Tag ohne Par strahler , nur mit LED beleuchtung ( 2700 kelvin) -die Temp. steigt dann bloß auf ca 26 Grad , je nach Umgebungstemp.
Temp. direkt unter den PAR strahlern ist 42, 5 Grad , der Abstand nach oben bis Unterkante PAR strahler ist 23 cm .

Die Tierchen hier haben keine UV B beleuchtung , bekommen dafür Insektenschrot zur Sublimierung . Scheint bisher auch gut zu klappen .
Ich habe die 35 W Variante der Hochvolthalogenstrahler ( 300 lumen , 36 Grad Streuwinkel , 2700 kelvin ) neben einer neueren LED Lampe in jedem der beiden Terrarien laufen . LED 300 lumen , 2700 kelvin , 7 W . Die 4000 kelvin Variante gleicher Bauart sah mir zu unnatürlich aus .
Abstand ist hier ebenfalls 23 cm .

Hier noch die beiden verschiedenen Schlafhöhlen . Einmal feuchtespeichernde Keramik ( alter Firstziegel ) , einmal Rinde . Beide Varianten werden wie oben beschrieben befeuchtet bzw. auch trocken gelassen .
Unterschiede bzgl. Auswirkungen konnte ich bisher an den Tierchen nicht feststellen .
Dateianhang:
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Grüße Frank

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 Betreff des Beitrags: Re: Austrocknen unter Lampen
BeitragVerfasst: Di 11. Feb 2014, 20:55 
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gunda hat geschrieben:
Dann ist also beim Einsatz von Lampen auf eine besonders feuchte Umgebung zu achten. (?!)

Vor allem habe ich meine persönliche Meinung vor einiger Zeit genau deswegen komplett geändert. Früher hielt auch ich die üblichen PAR 38 Strahler im Frühbeet für völlig ausreichend (für den Fall, dass überhaupt eine Wärmelampe angebracht werden soll). Dieser Meinung bin ich nicht mehr. Je geringer der IR A Anteil der Wärmelampe ist, umso weniger ergibt sich dieser "Wasser"-Unterschied zur Sonne, d.h. Halogen-Metalldampflampen sind wahrscheinlich die unproblematischeren Wärmelampen als Glühlampen (PAR 38), auch im Freien. Sie haben einen deutlich höheren Anteil an sichtbarem Licht und damit automatisch einen geringeren Infrarotanteil.

Eine weitere Lehre daraus ist, dass Elstein und Co völlig unnatürliche Wärmequellen sind, die man meines Erachtens unbedingt vermeiden sollte. Sie wärmen mittels langwelliger Strahlung, die die wasserhaltige Atmosphäre fast völlig aus dem Sonnenspektrum filtert.



gunda hat geschrieben:
die in Zunkunft ihre Wäsche unter eine Lampe hängt anstatt sie in der Sonne zu trocknen ;-)

:mrgreen:


CU, A.

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 Betreff des Beitrags: Re: Austrocknen unter Lampen
BeitragVerfasst: Mi 12. Feb 2014, 19:44 
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Moin!

Ah, wieder eine sehr interessante Diskussion, danke euch :good:

Frank, warum soll ein engmaschiges Drahtgitter dabei helfen? Filtert das genau die problematischen Wellenlängen raus? Würde ich ais dem Bauch heraus erst mal bezweifeln, oder?

Gruß,
Simone

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 Betreff des Beitrags: Re: Austrocknen unter Lampen
BeitragVerfasst: Mi 12. Feb 2014, 21:21 
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Hallo Simone ,

schön , mal wieder von Dir zu lesen . :winke: Alles klar bei Dir ?

Das sind jetzt erstmal bloß individuelle Beobachtungen meinerseits - nichts wirklich belegbares .
Meine Überlegungen gingen dahin , zwar Wärme und Licht ans Tier zu lassen , aber eben möglichst nicht das empfindliche Zwischenplattengewebe ( zu deutsch die Zuwachsstreifen ) zu brutzeln . Das soll ja eine Ursache für die Höckerbildung sein - Vernarbung dieses Gewebes und dadurch eben auch Höckerbildung .

Ob und wie genau es funktioniert weiß ich noch nicht . Es gibt eine evtl. ähnliche Beobachtung von Bernd P. von Aetos . Er bebachtete , dass verletzte Tiere unter engmaschigerem Maschendraht längere Zeit zur Heilung brauchten wie welche ohne Drahtabdeckung .

Ich bekomme wohl erst morgen den Bericht dazu . Stelle den dann hier ein .

Wie auch immer , meine Tierchen haben jedenfalls bis jetzt keine Buckel - trotz der PAR Strahler . Das sind auch meine ersten diesbzgl. Experimente mit LSK babys dazu . Eigentlich marschieren die sonst wie die Adulti auch in die normal übliche Winterruhe .
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Grüße Frank

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