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BeitragVerfasst: So 29. Mär 2015, 17:46 
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Hallo, :winke:

erst mal freue mich hier mit euch austauschen zu können.

Ich hatte vor etlichen Jahren schon einmal Wasserschildkröten und habe Anfang diesen Jahres wieder angefangen mich mit dem Thema zu beschäftigen.
Ich habe mein "altes" Aquarium (120x50) wieder aus dem Keller geholt und angefangen alles wieder einlaufen zu lassen, zu bepflanzen usw.
Seit Ende Februar/Anfang März war ich nun auf der Suche nach einem Bewohner... ich hatte mehrere Arten zur Auswahl die es werden können, bevorzugt die kleiner bleibenden. Ein paar Züchter habe ich angeschrieben... und dann im Endeffekt habe ich letzte Woche aus Mitleid ein kleine graptemys aus ganz gruseligen Bedingungen rausgeholt und zu mir genommen.
Die kleine Wurde in einem allerhöchstens 60 cm Aquarium mit einer Pfütze Wasser darin ohne Pumpe, Filter, Heizstab und geeignetem Licht gehalten (eine Ikea-Schreibtischlampe stand darüber und sollte das nötige Licht liefern) :angry: Gefüttert wurde sie bisher ausschließlich mit Tetra Sticks...sie hat sie angeblich 1,5 Jahre gehaust

Nun ja... ich konnte nicht widerstehen ich musste sie mitnehmen...
Erstaunlicherweise ist der Panzer recht fest... und hey sie kann sogar schwimmen, ich hatte zu Anfang angst sie würde mir ertrinken und habe den Wasserstand erst mal erheblich gesenkt...
Sie schwimmt in der Hälfte des Beckens relativ munter umher, zumindest teilweise... anscheinend ist es ihr insgesamt fast zu groß... denn in die andere Hälfte geht sie kaum...

Was mir etwas zu schaffen macht ist das sie nicht aufs Land teil geht- ja es ist so das sie es schaffen kann rauf zu kommen... sie hockt sich lieber auf den Heizstab... :shock: auf dem kann sie sich aber natürlich nicht komplett mal abtrocknen...

Punkt 2...das fressen... sie frisst so gut wie gaaar nichts. Ich habe es erst mal mit Bachflohkrebsen und Mückenlarven versucht... leider Fehlanzeige...werden komplett ignoriert...
Ich habe einiges an Wasserpflanzen im Aquarium...die reißt sie zwar recht Schildkrötentypisch ab und an mal raus aber wirklich fressen tut sie die auch nicht.
Salat- auch nicht
Ich habe den Rest von den Tetra fertig Sticks mitgenommen die sie bisher bekommen hat und habe dann in meiner Verzweiflung und weil es ja das einzige ist was sie bisher kannte davon auch ein paar, wirklich ganz wenige gegeben, damit ich, so war mein Plan, eine langsame Umstellung dann vornehmen kann... davon hat sie die ersten Tage dann auch hin und wieder mal einen gefressen, aber nun auch nicht mehr...

Was ich halt nicht 100%ig einschätzen kann ist ob sie nicht doch hin und wieder ein Stück Wasserpflanze futtert...

So nun an euch...habt ihr Tipps für mich... insbesondere auf die Vorgeschichte meiner kleinen Kröte bezogen... ich denke da kann man nicht genauso vorgehen als wenn sie aus guten Bedingungen und artgerecht bisher gehalten worden wäre.

Ich freue mich auf Tipps und Anregungen

Ach so kleiner Nachtrag...sie ist jetzt den sechsten Tag bei mir

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Die Schildkröte in ihrem Panzer rief 'Was für ein großes Schloss ich doch habe!'


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BeitragVerfasst: So 29. Mär 2015, 18:41 
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Hallo Sara/Iris!



Diese Tiere sind bisweilen als eher "verhalten" bekannt, was v. a. zutrifft, wenn sie aus einer Haltung wie beim Vorhalter in eine Haltung wie bei dir kommen.
Ist ansonsten mit dem Tier alles in Ordnung, liegt es ziemlich sicher an der "unbekannten Weite". Grundsätzlich natürlich gut, kann das den Tieren trotzdem eine ganze Weile zu schaffen machen.

Meine Vorschläge:

1.) Vielleicht ist es dir ja möglich, ein Foto vom Becken zu machen und hier einzustellen. Evtl. kann man noch den ein oder anderen Tipp zur Optimierung (in Bezug auf die Gestaltung, etc.) geben.

2.) Und das erachte ich erstmal als das Wichtigste: Mach das "weite" neue Becken zumindest optisch wieder zu einem "engen", das dürfte dem Tier ein Stück weit den Eindruck des alten "Sicherheitsgefühls" wiedergeben.
Umsetzung: Sämtliche Seiten in der ersten Zeit komplett mit z. B. Pappe, alten Zeitungen etc. abkleben. Für längere Beobachtungszeiten dann aber lieber wieder ein z. B. ein Zeitungsblatt an der Frontscheibe entfernen/"wegklappen", anstatt nunmehr von oben längere Zeit auf das Tier herabzublicken (was zum Abbau der Scheu kaum beitragen würde).

Ich glaube, damit solltest du fürs Erste schon einmal ganz gut fahren.


Achso: Versuch in der ersten Zeit ein z. B. weißes Porzellanteller im Becken zu versenken respektive in den Kies zu drücken - beispielsweise eben in Heizstabnähe. Dort kannst du dem Tier versuchsweise einmal ein Stück Muschelfleisch oder eine Garnele hinlegen. Ich bin mir fast sicher, dass es so dann erstmal fressen wird ("Derartige" Tiere kommen mit üblicher Struktur noch nicht so gut zurecht; "viel" Struktur kann sie stressen, wodurch sie sich nicht ans Futter trauen, obwohl sie eigentlich fressen täten; das blanke weiße Teller in der Nähe des bevorzugten Aufenthaltsortes "gaukelt" dem Tier wiederum einen Teil seiner alten Lebensbedingungen vor: komplette Übersicht + schnelle Erreichbarkeit, ganz so wie das ein 60er Becken halt so an sich hat).

Die Tiere adaptieren sich aber an "normale" Haltung, keine Sorge. Es kann halt beim einen Tier viell. etwas länger dauern als beim anderen - ich will damit nur sagen, dass Pappe, Teller & Co. wohl kaum der Dauerzustand werden, irgendwann wirds dann auch wieder "normal"...



Lieben Gruß
Emanuel


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BeitragVerfasst: So 29. Mär 2015, 20:00 
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Danke für deine schnelle Antwort! :daumendrueck:

Das die Graptemys Arten eher schreckhaft sind war mir bewusst... das ist jetzt auch nicht das Problem.

Meine Hauptsorgen sind doch eher das wenige fressen und das nicht auf den Sonnenfelsen gehen...

Die Seiten und die Rückwand "abschirmen" werde ich morgen gleich umsetzen... obwohl sie eigentlich in einer Zimmerecke steht...da läuft auch keiner lang oder so... aber ich werde es mal trotzdem machen.

Ich hoffe ich schaffe das mit den Fotos hier am hochladen...


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BeitragVerfasst: Mo 30. Mär 2015, 11:53 
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Hallo!



sara-iris hat geschrieben:
Das die Graptemys Arten eher schreckhaft sind war mir bewusst... das ist jetzt auch nicht das Problem.

Meine Hauptsorgen sind doch eher das wenige fressen und das nicht auf den Sonnenfelsen gehen...


Ich nenns jetzt der Einfachkeit halber auch mal "Schreckhaftigkeit" kann durchaus die in deinem 2. Satz geschilderten "Probleme" bedingen, es kann also grundsätzlich schon ein direkter Zusammenhang bestehen.
Es gibt ja quasi auch ein "subtiles Erschreckt-Sein", bei dem die Tiere nicht "panisch umherschießen", sondern vielmehr "ängstlich abwartend" irgendwo hocken und sich nicht so recht "trauen" - Nahrungsaufnahme, Sonnenbäder, etc.
Also alles Aktivitäten, bei denen das Tier in noch neuer/"unbekannter" Umgebung mehr oder weniger unter Stress steht, weil es so gar nicht "weiß/abschätzen kann", wem gegenüber es sich durch diese Aktivitäten quasi verrät.
Darüber, dass eh keine Beutegreifer lauern, besitzt es ja kein wirkliches Bewusstsein.
Das wird besser, wenn das Tier die Strukturelemente in seinem Lebensraum allmählich verinnerlicht hat (eine der Fähigkeiten, in denen Schildkröten im Allgemeinen recht gut sind) und sie somit zu seinem Vorteil nutzen kann. Dein Tier "weiß" z. Zt. einfach noch nicht, wo sich Wege befinden, in denen es möglichst ungesehen von A nach B kommt, oder wo es sich nach dem ersten Schreckmoment erstmal verbergen und abwarten kann, bis eine (vermeintliche) Gefahr vorüber ist.
Ich hoffe, du verstehst, worauf ich hinaus will.

Das Becken selbst passt zur Eingewöhnung übrigens ausgesprochen gut - der Sonnenplatz in der Mitte des Beckens erlaubt den Sprung ins Wasser nach allen Seiten hin, was die Tiere im Allgemeinen sehr "zu schätzen wissen". Grundsätzlich bevorzugen sie zwar eher Totholz als Sonnenplätze (z. B. Ast/Baumstämmchen in entsprechender Länge + entsprechendem Durchmesser aus einem sauberen See), das würde ich im Moment aber nicht ändern... irgendwann später dann, wenn sich das Tier mehr eingelebt hat.
Die lichte Bepflanzung ist übrigens toll.
Praktisch finde ich auch die Steinplatte, auf der die kleine mittige Sonneninsel steht - ich würde das Futter vorzugsweise einfach dort hinauflegen (anstatt des von mir vorgeschlagenen Tellers). Es dürfte den Zweck einer "Futterstelle" in der Eingewöhnungszeit gut erfüllen, v. a. auch, weil es sich beim Fressen teilweise an den Steinaufbau "schmiegen" kann, was dem Sicherheitsgefühl des Tieres sehr entgegen kommt. Auch wenn es von dort aus das Futter einfach nur mal eine halbe Stunde anstarren kann und dabei merkt, dass ihm in seiner sicheren Umgebung nichts passiert, ist das nur positiv.


Alles in allem hätte ich nur einen einzigen "Eventuell-Vorschlag": Ggf. einen billigen Klemmspot und eine normale Reflektorglühbirne kaufen, diesen am Glas festklemmen und diese tagsüber für einige Stunden (zusätzlich) auf die kleine Sonneninsel scheinen lassen. Nach meiner Erfahrung motiviert das Tiere mit derartiger Vorgeschichte interessanterweise oftmals ein bisschen mehr, sich doch einmal aus dem Wasser zu trauen als das die z. B. "Bright Sun UV"-Lampen alleine schaffen.
Natürlich unter Beachtung der Temperaturen, was aber bei vergleichsweise "weit" entfernter Anbringung und nicht zu allzu starker Reflektor-Glühbirnen (z. B. 60W) im Normalfall kein Problem darstellt.

Zum Abdecken: Das Becken hat wirklich einen sehr guten Standplatz! Ich würde da evtl. die Front mit z. B. einer Gardine o. Ä. abdecken (das habe ich in der Eingewöhnungszeit verschiedenster Tiere auch immer wieder mal so praktiziert und es funktioniert perfekt - "Sicherheitsgefühl" für die Tiere [sie sehen einen nicht direkt], trotzdem nehmen sie ein klein wenig "Leben außerhalb" wahr, können sich also trotzdem schon ein wenig daran gewöhnen; für mich als Beobachter und natürlich auch für die Tiere ist der letzte Vorteil dieser Lösung, dass man durch entsprechenden Stoff bisweilen ja trotzdem "durch-beobachten" kann, ohne ständig irgendwas auf- und zumachen zu müssen).
Von oben würde ich links und rechts auch Abdecken, einfache Blätter eines weißen Zeichenblocks auf einem Gitter o. Ä. tun es dafür bestimmt, oder aber dir fällt eine ästethischere Lösung ein. Dort, wo die Lampe(n?) reinscheinen natürlich in entsprechender Größe offen lassen.
Die sozusagen "freie Sicht nach oben" (auch wenn sich tatsächlich kaum jemals jmnd. von oben drüberbeugt) ist nach meiner Erfahrung übrigens sogar das, was die Tiere bisweilen am meisten einschüchtern. Bereits mit begrenzter Sicht nach oben werden viele Tiere ein wenig "mutiger".


Ansonsten aber wie gesagt vorerst nichts verändern, du hast da wirklich ein praktisches Becken eingerichtet, das es dem Tier mit der Zeit schon ermöglichen wird, sich doch noch gut einzuleben! :blink:



Lieben Gruß
Emanuel


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BeitragVerfasst: Mo 30. Mär 2015, 23:19 
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Hi

Bei Graptemys hat man zwar lustige aber auch schreckhafte Gesellen daheim. Als grundsätzlich ängstlich würde ich sie jetzt nicht bezeichnen, eher übervorsichtig allem unbekannten gegenüber.

Ein Graptemysmännchen lebt bei uns im Wohnzimmer, der sonnt sich auch wenn wir direkt neben dem Becken stehen. Schaut aber jemand anders ins Aquarium springt er fluchtartig ins Wasser und kommt auch erst wieder auf seine Wurzel gekrabbelt wenn der Besuch weg ist.

Will man ihnen ihre Schreckhaftigkeit nehmen ignoriert man sie am besten völlig. Sich an das Becken schleichen und sie mit Blicken fixieren wird offensichtlich als Bedrohung empfunden.

Läuft man wie sonst auch durch die Wohnung und schenkt ihnen wenig Beachtung lernen sie recht schnell das der komische Zweibeiner nichts böses will und durchaus berechenbar ist.

Man wird nämlich genauestens beobachtet und kaum ein Schritt bleibt unbemerkt. :winke:

Daher kann man schon fast davon ausgehen das sich das Tier durchaus sonnt wenn keiner im Haus ist... :mrgreen:

Zitat:
Darüber, dass eh keine Beutegreifer lauern, besitzt es ja kein wirkliches Bewusstsein.


@Manu: das würde ich jetzt nicht unterschreiben. Meine Tiere verhalten sich völlig unterschiedlich, wenn sie draußen im Teich sind bekommt man sie kaum zu sehen, hole ich sie wieder rein bleiben sie beim Sonnenbaden sitzen oder betteln nach Futter, sie sind halt nur ein paar Stunden maulig weil ich sie begrabbelt habe... :laugh1:

Der "Schalter" wird aber nahezu sofort umgelegt.

lg Marco

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BeitragVerfasst: Di 31. Mär 2015, 09:00 
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Um eine lange Rede mal kurz zu fassen : Graptemys brauchen durchschnittlich schon eine längere Eingewöhnungszeit als andere Schildkrötenarten. Ich habe zum Beispiel grad eine da, die mich wochenlang nicht mit dem A**** angeguckt hat, nicht gefressen und heute morgen das erste mal zaghaft in meine Richtung lugte, als alle Becken um sie herum Frühstück bekommen haben und sie nicht. Das war zu ulkig, da schob sich auf einmal der Kopf ins Bild. Und dummerweise scheinen Graptemys tatsächlich auch noch zu denjenigen Tieren zu gehören, die sich üblicherweise in der Gruppe etwas stärker fühlen, besonders auch beim Sonnen. Also habe Geduld.

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BeitragVerfasst: Di 31. Mär 2015, 20:04 
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Hallo alle miteinander!



Ich hoffe, die Fragestellerin erlaubt mir einen kurz abschweifenden Tratsch, der vielleicht für ihre momentane Situation nicht so wichtig ist, aber evtl. ja doch nicht ganz uninteressant zum einfach ein wenig Mitlesen ist. Ansonsten bitte einfach als gegenstandslos betrachten.

Schneckenschubser hat geschrieben:
Meine Tiere verhalten sich völlig unterschiedlich, wenn sie draußen im Teich sind bekommt man sie kaum zu sehen, hole ich sie wieder rein bleiben sie beim Sonnenbaden sitzen oder betteln nach Futter, sie sind halt nur ein paar Stunden maulig weil ich sie begrabbelt habe... :laugh1:

Der "Schalter" wird aber nahezu sofort umgelegt.


Das kenne ich auch von so mancher Art und kann es daher nur voll bestätigen.
Ich glaube jedoch, dass das weniger mit einem "Lerneffekt" im engeren Sinn zu tun hat, als vielmehr mit vermehrter Reizsetzung und wechselnden Umweltbedingungen draußen.
Kurz gesagt: Den Menschen drinnen gibt's nicht in so vielen "Variationen" wahrzunehmen wie draußen. Von der naturgemäßen Position vieler Tiere draußen (oft Boden-Niveau oder geringfügig darüber) im Gegensatz zu drinnen (meist in bequemer "Fernseher-Höhe") einmal ganz abgesehen spielen draußen wohl auch wechselnde Lichtverhältnisse eine entscheidende Rolle. Drinnen bleiben diese im Großen und Ganzen vom Lichtan- bis -abschalten unverändert. Aufgrund der mehr oder weniger großen Besonderheiten im Sehvermögen der Tiere ist vielleicht durchaus in Erwägung zu ziehen, dass auch die Wahrnehmung von Gefahren draußen im Laufe eines Tages mal gut und mal nicht so gut ist. Übervorsicht, wie du treffend formuliert hast, kompensiert einen Teil der damit einhergehenden Gefahren.



Lieben Gruß
Emanuel


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BeitragVerfasst: Mi 1. Apr 2015, 10:51 
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Hi

Ich denke schon das ein leichtes abschweifen vom eigentlichen Thema erlaubt ist... :titter:

Einen gewissen Lerneffekt setze ich aber trotzdem voraus, immerhin muss das kleine Gehirn ja zumindest einen Unterschied feststellen zwischen "harmlosen Gestalten" und "gefährlichen Kreaturen"... :mrgreen:

Unser Graptemysmann hat zumindest gezeigt das er Personen unterscheiden kann, meine Frau und ich können am Becken herumrennen, Stühle rücken, Staubsaugen usw wie wir wollen, er bleibt sitzen und "schaut Mensch"

Da kann man ihm auch die Kamera vor die Nase halten und solche Bilder machen:

Dateianhang:
20150319_194115.jpg
20150319_194115.jpg [ 72.86 KiB | 364-mal betrachtet ]


:love:

Haben wir Gäste bleibt er im Wasser, so bald diese das Haus verlassen haben sitzt er spätestens nach einer halben Stunde er wieder auf seinem Sonnenplatz :sun:

Es ist auch möglich Schildkröten zu triggern, das habe ich mit einer Sternotherus c. mal erfolgreich ausprobiert, diese hat immer wie verrückt im Wasser gestrampelt das es nur so gespritzt hat wenn man vor dem Becken stand. Der habe ich beibringen können das es nur Futter gibt wenn ich mit den Fingern schnell an der Scheibe trommele. Das hat sie innerhalb weniger Tage begriffen und selbst nach über einem Jahr ohne "Training" weiß sie noch was das Klopfsignal bedeutet. :winke:

Durch einen Feuerreifen wird sie aber wohl nie springen... :rofl:


Lg Marco

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BeitragVerfasst: Mi 1. Apr 2015, 11:28 
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Registriert: Mo 23. Jun 2014, 19:58
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Hallo Marco!



Schneckenschubser hat geschrieben:
Einen gewissen Lerneffekt setze ich aber trotzdem voraus, immerhin muss das kleine Gehirn ja zumindest einen Unterschied feststellen zwischen "harmlosen Gestalten" und "gefährlichen Kreaturen"... :mrgreen:


Den dürfte es in der Tat geben.
Mir ging es primär, weils kurz zur Sprache gebracht wurde, um die Drinnen-/Draußen-Sache.
Wie gesagt, aufgrund unterschiedlicher Beobachtungen glaube ich gegenwärtig, dass vielmehr die Präsenz des Menschen im Zusammenhang mit unterschiedlichen weiteren Reizen für ein "Gelassener-Sein" (oder halt nicht) verantwortlich ist, als das mit reiner Konditionierung möglich ist.
Was sich dann quasi vermeintlich als Gewöhnung an mich als den Besitzer darstellt, könnte dann in Wirklichkeit eher die Tatsache sein, dass (z. B.) das Tier drinnen fast den ganzen Tag über unter derselben Lichtfarbe sitzt und seinen Besitzer dadurch sozusagen auch "immer gleich" wahrnimmt - vielleicht mit ein Grund dafür, dass bei nach draußen übersiedelten (bzw. wieder retour) Tieren wie du es so treffend formuliert hast "ein Schalter umgelegt" wird.
Auch in Bezug auf die Erkennung einzelner Personen passt dieser Versuch einer Erklärung meiner Meinung nach: So dürfte sich z. B. Akkustik/Übertragung sonstiger Vibrationen im Raum naturgemäß wesentlich kontinuierlicher (/isolierter) verhalten als draußen. Meine Theorie ist also, dass die Schildkröte weniger mich als Person erkennt, sondern halt wie ich mich bewege (Schritte, dumpfere Stimme), woran in der Tat eine gewisse Adaptierung bestehen dürfte. Das Wörtchen "isolierter" im vorvorigen Satz ist übrigens so gemeint, dass die Bedingungen drinnen ja durchaus ein wenig in Richtung standardisiert gehen, was den Tieren eine Gewöhnung erleichtert. Draußen "verfälschen" möglicherweise ständig neue Reize auch eigentlich "bekannte" (z. B. "ihr" Mensch) Faktoren, sodass die "Gefahrlosigkeit" des Besitzers wohl auch wesentlich schwerer "abgespeichert" werden kann. Eventuell mit ein Grund für das grundsätzlich scheuere Verhalten draußen.

Achso: Euer Graptemys-Männchen ist doch nur wegen dieser coolen Piraten-Flagge so mutig - wenn ihr ihm die wegnehmt, macht sich der dann bestimmt auch vorm Stühle-Rücken ins Hemd... :laugh1: :laugh1:



Lieben Gruß
Emanuel


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BeitragVerfasst: Mi 1. Apr 2015, 12:16 
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Hi

Fips ist eher ein Schisser, der beißt nicht mal wenn man ihn in die Hand nimmt... :laugh1:

Aber er kann wirklich Personen unterscheiden, kommen andere zuerst ins Wohnzimmer und er sitzt gerade auf seinem Holzstück springt er regelrecht mit einem Herzriss ins Wasser so bald sie in sein Sichtfeld kommen.

Meist krabbelt er aber schon ins Wasser wenn Gäste im Flur sind.

Ich denke das er das zum größten Teil über das Trittgeräusch erkennt das fremde Personen im Haus sind, wenn ihn mal welche unter der Lampe überraschen haben sie meist keine Schuhe an.

Bei Barschen (Diskus und Krobia itanyi) konnte ich früher auch beobachten das sie in der Lage sind Personen zu unterscheiden, bei meinen Eltern hatte ich früher sogar einen handzahmen großen Teichfrosch, der kam durch den Teich zu mir ans Ufer geschwommen und ließ sich auf die Hand nehmen. Den hatte ich immer dicke Brummer, Würmer und Asseln gegeben. :jump2:

Ich behaupte ja nicht das die Tiere eine Art von Beziehung zu mir aufbauen, nur das sie Personen unterscheiden können. Was sich aber mit Sicherheit nur auf wenige Personen beschränken wird bevor sie den Überblick verlieren und keinen Unterschied mehr machen.

Lg Marco

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