Schildkrötenforum für alle Sumpf-, Wasser- und Landschildkrötenarten

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BeitragVerfasst: Di 26. Nov 2013, 16:26 
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Umstellung mediterraner Landschildkröten auf Wildkräuterkost


    Warum?

      Mediterrane Landschildkröten leben meist in kargen Regionen, die nur im Frühjahr und Herbst eine saftige Vegetation aufweisen. Anders als bei uns in Mitteleuropa kommt das Pflanzenwachstum dort über weite Strecken der jährlichen Aktivitätsperiode aufgrund von Hitze und Trockenheit fast völlig zum Erliegen. Über die Sommermonate stehen den Tieren daher allenfalls ausgereifte, ballaststoffreiche "ältere" Pflanzen zur Verfügung, die teilweise völlig durchgetrocknet sind. An diese im Jahresverlauf wechselnde, aber in der Summe karge und faserreiche Nahrung sind die Tiere angepasst. Eine ganzjährig junge, faserarme und saftig-üppige Ernährung überfordert ihren Stoffwechsel. Die Tiere können dadurch chronisch krank werden, ähnlich unseren Zivilisationskrankheiten. Das gilt insbesondere, wenn viel Gemüse und Früchte gefüttert werden, die für den menschlichen Geschmack faserarm ("zart") und zuckerhaltig ("schmackhaft") gezüchtet wurde. Nicht nur süßes Obst, sondern auch Gemüsefrüchte wie Tomaten, Melonen und Gurke haben teilweise einen Zuckergehalt von 50% und mehr in der Trockenmasse, im Schnitt fast doppelt so viel wie Wildkräuter. Im Verdauungssystem der Schildkröten beeinflusst Zucker die Bakterienflora, zu hohe Anteile führen zu Durchfällen und Parasitenbefall. Blattgemüse wie Salat ist vom Zuckergehalt her nicht ganz so problematisch, ist aber wässriger und hat meist einen zu niedrigen Kalziumgehalt. Salat sollte deshalb auch nur dann verfüttert werden, wenn Wildkräuter nicht ausreichend verfügbar sind, was meist nur im März der Fall ist.

    Wann?

      Wenn das Tier noch mit anderen Umstellungsschwierigkeiten kämpft, etwa einer neuen Umgebung, neuen Artgenossen oder einen schlechten Ernährungs- bzw. Gesundheitszustand hat, sollte man ihm nicht auch noch eine radikale Futterumstellung zumuten, da sie sicher auch mit Stress verbunden ist. Man wird in solchen Fällen sofort die schlimmsten Sünden wie z.B. Katzenfutter weglassen, aber ansonsten noch einige Wochen die alte Kost weiter anbieten. Ist das Tier jedoch frei von akuten Erkrankungen und gut eingelebt, ist eine Umstellung jederzeit möglich. In Zeiten, in denen die Tiere besonders hungrig sind, also einige Wochen nach der Starre, ist es natürlich etwas leichter als im Herbst, wenn der Nahrungsbedarf schon nachlässt.

    Wie?

      Die Ausgangslage ist meist folgende, die Tiere werden mit Obst, Tomate, Gurke und Salat, teilweise auch mit völlig ungeeigneten Nahrungsmitteln wie Katzenfutter, Nudeln oder eingeweichtem Brötchen gefüttert. Häufig werden sie damit sogar stark überfüttert. Alles andere ist entweder unbekannt oder war von den Tieren aufgrund des Überflusses bisher abgelehnt worden. Nahrungsumstellungen sollten allerdings bei keinem Tier abrupt erfolgen, die Darmflora muss sich erst langsam an das neue Futter anpassen, denn nur mit ihr können eigentlich "gesunde" Wildkräuter verdaut werden. Wir gehen deshalb stufenweise über einen Zeitraum von mehreren Wochen vor, bauen ein gewisses Hungergefühl auf, wecken dadurch das Interesse an neuen Futterarten und ersetzen schrittweise die alte Kost durch eine neue.



    3-Stufenplan


    Hunger ist der beste Koch!


      Das gilt auch für Schildkröten, allerdings darf man bei ihnen nicht erwarten, daß sich der Erfolg innerhalb von wenigen Tagen einstellt. Es kann mehrere Wochen oder gar Monate dauern, bis die neue Ernährungsweise gut angenommen wird. Es ist andererseits kein Problem, wenn das Tier trotz üppigem - wenn auch ungeliebtem Futterangebot - mehrere Tage hintereinander gar nichts frisst. Durchgangszeiten des Futters durch das Verdauungssystem sind bei Schildkröten vergleichsweise lang. Das Verdauungssystem ist auch dann nicht leer, wenn einige Tage kein neues Futter aufgenommen wird. Es besteht also keine Gefahr, daß es dem Tier an etwas mangelt, zumal wechselwarme Tiere einen geringeren Energiebedarf haben als Tiere, die eine bestimmte Körpertemperatur aufrechterhalten müssen. Kein gesundes Tier verhungert freiwillig! Wenn der Körper echten Bedarf hat, wird es fressen! Frisst es nicht, braucht es momentan nicht zwingend neue Nahrung. Beliebtes Futter wird zwar auch dann gefressen, wenn der Verdauungstrakt noch (fast) voll ist. Das ist aber vermutlich eine Anpassung an den kargen Lebensraum, das Tier weiß nie, wann es wieder Futter findet. In Gefangenschaft führt dieses Verhalten zu den bekannten Symptomen des eplosionsartigen Wachstums und der Fettleber, weil der Nachschub nie endet. Aber ein unbekanntes bzw. weniger beliebtes Futter wird eben teilweise nur dann angenommen, wenn das Tier echten Nahrungsmangel hat.


    Phase 0


      Vorgabe: Das Tier kannte bisher gar keine Wildkräuter (frisst es außer Gemüse dagegen auch schon Löwenzahn, kann Phase 0 ausgelassen werden).

      Durchführung: Das problematischste Futter wird sofort und ersatzlos gestrichen. Nur Salat ist erlaubt, aber keine Gurke, keine Tomate, keine Melone und ganz sicher kein tierisches Futter.

      In dieser Phase wird nur noch Salat gefüttert, wobei man zunehmend ausgereifte äußere Blätter anbietet, die auch schon mal welk oder ganz trocken sein dürfen (aber natürlich nicht schlecht) Man sollte unterschiedliche Salatsorten anbieten, z.B. auch Endivie und Feldsalat, die nicht auf dieselbe Urform zurückgehen wie Kopf-, Eisberg und Romanasalat. Zusätzlich können auch schon Futterpflanzen aus der angehängten Liste ausprobiert werden. Werden sie gefressen ist gut, wenn nicht wird in der nächsten Phase etwas "nachgeholfen".

      Dauer: 3 Wochen

      Ziel dieser Phase: Das Verdauungssystem stellt sich auf weniger zuckerhaltige Blattnahrung um, wenn auch bislang nur in Form von Salat. Außerdem wird durch angetrocknetes und daher weniger schmackhaftes Futter langsam die Nahrungsmenge reduziert und das Tier an neue, geringfügig andere Geschmacksrichtungen/Gerüche gewöhnt.

    Phase 1


      Voraussetzung/Vorgabe: Phase 0 absolviert bzw. das Tier frisst bereits einige wenige Wildkräuter z.B. Löwenzahn

      Duchführung: Sämtliches, wirklich problematische Futter wird sofort ersatzlos gestrichen! Nur Salat und Löwenzahn (bzw. evtl. andere Wildkräuter) sind erlaubt.

      Es wird abwechselnd Salat und Löwenzahn gefüttert, wobei die Anzahl der reinen Löwenzahntage langsam auf 3-4 gesteigert wird, bevor es wieder Salat gibt. Selbst wenn Löwenzahn anfänglich nicht angerührt werden sollte, wird an den Löwenzahntagen kein Salat angeboten. Außerdem wird der Anteil an Löwenzahntagen auch dann gesteigert, wenn der Löwenzahn nicht gefressen wird! Man kann in diesen Fällen aber zusätzlich ein anderes Wildkraut ausprobieren, falls dieses Tier nun mal absolut keinen Löwenzahn mag. Auch wenn Löwenzahn bereits problemlos gefressen wird, können natürlich immer zusätzlich andere beliebte Futterpflanzen aus der Liste ausprobiert werden.

      Dauer: Die Phase dauert so lange bis wenigstens ein Wildkraut gut angenommen wird (mindestens jedoch 2-3 Wochen, damit auch die Verdauung Zeit zur Umstellung hat).

      Ziel dieser Phase: es wird überwiegend Wildkräuternahrung gefressen, wenn auch bislang nur in einer Art.


    Phase 2:

      Voraussetzung: Phase 1

      Durchführung: Ab sofort gibt es gar keinen Salat mehr! Zumindest nicht bis das Klassenzíel erreicht ist. Der Energiebedarf darf erst mal ausschließlich mit Wildkräutern gedeckt werden, bis sich das Tier an die Kost vollkommen gewöhnt hat.

      Nach dem obigen Schema werden an alternativen Tagen immer neue Futterkräuter eingeführt, wobei die bereits willig genommen Futterkräuter während dieser Zeit wie Salat behandelt werden, also langsam durch bisher nicht gefressene ersetzt werden. Dabei ist es sinnvoll mit erfahrungsgemäß "unwiderstehlichen" Geschmacksrichtungen weiterzumachen. Jetzt sollte auch immer eine Auswahl angeboten werden! Aber natürlich ohne Löwenzahn, sonst wird nur der gefressen.

      Ein gutes Startpaket für die ersten Tage wäre eine Mischung junger Blätter von Rainkohl, Gemüse-Gänsedistel, Weißklee, Wilde Malve und Winde, dekoriert mit einigen Malvenblüten. Nach meiner Erfahrung kann man die Akzeptanz neuer Futtersorten dadurch erhöhen, daß man sie anfänglich klein schneidet und als Mischung in einem Schälchen anbietet. Sie scheinen dann besonders verführerisch zu duften.

      Dauer: offen... ;-)

      Ziel dieser Phase: es wird eine abwechslungsreiche, reine Wildkräuterkost gefressen. Dabei ist es nicht nötig, den Tieren jedes Wildkraut aus den bekannten Futterpflanzenbüchern aufzuzwingen. Die Schildkröte sollte aber langsam an eine Palette von 10-15 verschiedenen Futterpflanzenarten gewöhnt werden. Wie sich diese Palette zusammensetzt, also welche Wildkräuter nach Gewöhnung in die Grundversorgung aufgenommen werden, kann man wiederum jedem Tier selbst überlassen...



    Futterliste für die Umstellungszeit

      Von Europäischen Landschildkröten in Gefangenschaft im allgemeinen gerne gefressene Wildkräuter und anderes Futter stehen in der folgenden Liste. Die Reihenfolge der Beliebtheit wurde hier so im Forum ermittelt [1, 2], aber trotzdem sehen das nicht alle Schildkröten gleich! (Meine eigenen Tiere mögen zum Beispiel einige der Favoriten gar nicht bzw. nicht sonderlich gerne. Ich habe sie mal mit einem Stern* gekennzeichnet). Deshalb während der Umstellungsphase immer mehrere Kräuter dieser Liste gleichzeitig anbieten!


    Meist in der Umgebung zu findende Wildkräuter:



Viel Erfolg bei der Umstellung!

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BeitragVerfasst: Di 26. Nov 2013, 16:35 
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Gemüse-Gänsedistel

    Die Gemüse-Gänsedistel (Sonchus oleraceus), auch als Kohl-Gänsedistel oder Gewöhnliche Gänsedistel bekannt, gehört zur Familie der Korbblütler (Asteraceae). Die Pflanze erreicht Wuchshöhen von 30 - 100 cm und blüht von Juni bis Oktober. Sie ist ist einjährig, stirbt also nach der Samenbildung ab.

    Vorkommen : Als Standort bevorzugt sie Wegränder, Schuttplätze, Gärten und Äcker.
    Verwendung: Sie wurde früher als spinatähnliches Gemüse gekocht oder roh als Salat gegessen. Auch die meisten Landschildkröten fressen diese Gänsedistel ausgesprochen gerne, vielleicht weil sie - anders als andere Gänsedistelarten oder gar echte Disteln - so gut wie keine Stacheln hat.
    Nährwert: Gemüse-Gänsedistel enthält 90 % Wasser, in der Trockenmasse hat sie 24 % Protein, 8 % Fett, 66 % Kohlehydrate, 0,9 % Kalzium und ein Ca/P Verhältnis von 2,7:1 (Quelle, Angaben gerundet, der Nährwert ist abhängig vom Pflanzenteil, Alter bzw. Bodenbeschaffenheit und schwankt zum Teil stark)


    Aussehen

    Image
    Gemüse-Gänsedistel (Foto aus Wikipedia)

    Image
    Die charakteristische matt-milchige Färbung des Blattes (Foto aus Wikipedia)


    Image
    Blütenstand mit sich öffnender "Pusteblume" (Foto aus Wikipedia)

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    Jungpflanze (Foto aus Wikipedia)

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BeitragVerfasst: Sa 30. Nov 2013, 10:27 
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.

Wilde Malve

Die Wilde Malve (Malva sylvestris) gehört zur Familie der Malvengewächse (Malvaceae). Sie ist eine mehrjährige Pflanze, deren oberirdische Teile jedoch über Winter absterben. Sie erreicht Wuchshöhen von 30 - 120 cm und blüht von Mai bis September.

    Vorkommen: Auf trockenem, nährstoffreichen Boden, vor allem an Wegrändern, auf Ödland und in lichten Wäldern.
    Verwendung: Schleimstoffe aus Blättern dienen als Hustensaft, die Blüten als Farbstoffe für die Lebensmittelindustrie. Fast alle Landschildkröten fressen sowohl Blätter als auch Blüten ausgesprochen gerne.
    Nährwert: Wilde Malve enthält 85% Wasser, in der Trockenmasse hat sie 20 % Protein, 3 % Fett, 25 % Fasern, 2 % Kalzium und ein Ca/P Verhältnis von 5:1 (Becker M., Nehring, K. (1969), Angaben gerundet, der Nährwert ist abhängig vom Pflanzenteil, Alter bzw. Bodenbeschaffenheit und schwankt zum Teil stark)
    Besonderes: Die Blätter werden leider sehr leicht von Malvenrost (Pilzkrankheit) befallen und scheinen dann nicht mehr so gut zu schmecken. Die Wilde Malve kann übrigens auch als Topfpflanze gezogen und im Gewächshaus überwintert werden. Sie bleibt dann ganzjährig grün und versorgt winterwache Schildkröten mit Futter..


    Aussehen:

    Image
    Wilde Malve (Foto aus Wikipedia)

    Image
    Blatt mit beginnendem Malvenrost (Foto aus Wikipedia))

    Image
    Die Blüte (Foto aus Wikipedia)





Moschus-Malve


Die Moschus-Malve (Malva moschata) gehört zur Unterfamilie der Malvoideae innerhalb der Familie der Malvengewächse (Malvaceae). Sie ist mehrjährig, erreicht eine Wuchshöhe von 20 bis 60 cm und blüht zwischen Juli und September.

    Vorkommen: Diese Malve ist lichthungrig und wärmebedürftig. Sie kommt auf nährstoffreichen, nicht zu trockenen Böden vor, auf Brachflächen, Wiesen, Ackerrändern und in Weinbergen.
    Verwendung: Moschusmalven werden in der Wildkräuterküche als Salat verwendet und finden auch als Heilkraut Anwendung. Schildkröten fressen sie manchmal nicht ganz so gerne wie ihre "wilde Schwester", dafür hat sie als Gehegedekoration den Vorteil sehr viel robuster gegen den hässlichen Malvenrost zu sein.


    Aussehen:

    Image
    Die Moschusmalve

    Image
    Die Blätter der Moschusmalve sind tief gefurcht

    Image
    Die Blüte (Foto aus Wikipedia)


    Wissenswertes zu Malven:
    Feuerwanzen ernähren sich bevorzugt von Hibiskus- und Malvensamen. Wer die roten Krabbler nicht noch zusätzlich anfüttern will, sollte die Pflanzen nach der Blüte eine handbreit über dem Boden zurückschneiden. Sie treibt wieder aus und blüht ein zweites Mal.

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Grüße Mola111
Schildkrötenstammtisch Rhein Main e. V.

"Bevor man etwas Großes tut, sollte man sich immer eine Frage stellen! Wie gut ist meine Idee von eins bis erobere Russland im Winter."


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BeitragVerfasst: Sa 30. Nov 2013, 11:33 
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Gemeiner Rainkohl

Gemeiner Rainkohl (Lapsana communis) gehört zur Familie der Korbblütler (Asteraceae) und wächst überwiegend einjährig, das heißt er stirbt nach der Samenbildung ab. Die Pflanze erreicht Wuchshöhen von 30 - 100 cm und blüht von Juni bis September.

    Vorkommen: Bevorzugt nährstoffreiche Erde, offen an Wegrändern, ist aber auch im Schatten unter Gebüsch oder in Wäldern anzutreffen.
    Verwendung: Die Wildkräuterküche verwendet ihn roh als Salat oder gekocht als Gemüse. Landschildkröten fressen die Pflanze im allgemeinen ausgesprochen gerne.

    Aussehen:

    Image
    Rainkohl

    Image
    Das Aussehen der Blätter ist recht variabel, unten rundlich, weiter oben schmal und spitz
    (Foto aus Wikipedia)

    Image
    Die Blüte (Foto aus Wikipedia

    Image

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BeitragVerfasst: Sa 30. Nov 2013, 11:34 
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Echte Zaunwinde

Die Echte Zaunwinde (Calystegia sepium) gehört zu den Windengewächsen (Convolvulaceae). Neben Samenbildung vermehrt sich die Pflanze über weit kriechende, unterirdische Achsen. Sie ist ausdauernd, stirbt aber im Winter oberirdisch ab. Die Sprosse werden 100 -300 cm lang und winden sich entgegen dem Uhrzeigersinn an anderen Pflanzen in die Höhe. Die Echte Zaunwinde blüht zwischen Mai und September.

    Vorkommen: Bevorzugt feuchten, nährstoffreichen Boden, in Gebüsch, Hecken und an Zäunen.
    Verwendung: Wird von Landschildkröten sehr gerne gefessen
    Besonderes: Wirkt abführend und enthält Alkaloide, nicht zu häufig füttern.

    Aussehen:

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BeitragVerfasst: Sa 30. Nov 2013, 11:36 
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Weißklee

Weiß-Klee (Trifolium repens), auch Kriech-Klee genannt, gehört zur Familie der Hülsenfrüchtler (Fabaceae oder Leguminosae). Er ist ausdauernd und breitet sich neben Selbstaussaat auch über am Boden liegende Stängel aus, die sich an den Knoten bewurzeln. Die Pflanze erreicht Wuchshöhen von 5-20 cm.

    Vorkommen: Weißklee besiedelt vorwiegend stickstoffreiches Wiesen- und Weideland, erhöht aber auch selbst den Stickstoffanteil im Boden.
    Verwendung: Weißklee wird in der Landwirtschaft als Futterpflanze angebaut. Auch viele Landschildkröten fressen ihn gerne.
    Nährwert: Weißklee enthält in der Trockenmasse ungefähr 20 % Protein, 3 % Fett, 26 % Fasern, 1 % Kalzium und hat ein Ca/P von 3:1 (Quelle, Angaben gemittelt und gerundet, der Nährwert ist abhängig von Pflanzenteil, Alter der Pflanze, Bodenbeschaffenheit etc. und schwankt zum Teil erheblich.)
    Besonderes: Weißklee kann Verbindungen enthalten, aus denen pflanzeneigene Enzyme Blausäure abgespalten, weshalb der Weißkleeanteil in Rinderfutter 30% nicht überschreiten soll. Die Pflanze ist trittfest, kann daher als Futterpflanze auf Gartenwegen angepflanzt werden. Sät man allerdings Weißklee für Landschildkröten gezielt an, sollte man blausäurefreie Sorten wählen, z.B. "Lirepa"

    Aussehen:


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BeitragVerfasst: Sa 30. Nov 2013, 11:37 
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Spitzwegerich

Der Spitzwegerich (Plantago lanceolata) gehört zur Familie der Wegerichgewächse (Plantaginaceae). Spitzwegerich ist mehrjährig und kann Wuchshöhen von 5 bis 50 Zentimetern erreichen. Die Fortpflanzung erfolgt über Samen und Wurzelsprosse. Die Blütezeit reicht von Mai bis September.

    Vorkommen: In Fettwiesen, Rasen, Äckern und an Wegen
    Verwendung: Spitzwegerich wird in der Wildkräuterküche verwendet und aufgrund seiner Schleimstoffe bei Erkältungen eingesetzt, er wirkt darüber hinaus blutstillend und entzündungshemmend. Die Akzeptanz als Futter bei Landschildkröten ist unterschiedlich. Manche fressen ihn gerne, andere nicht.
    Besonderheit: die Pflanze ist trittfest, kann daher als Futterpflanze auf Gartenwegen angepflanzt werden.

    Aussehen
    :

    Image
    Spitzwegerich (Foto aus Wikipedia)


    Image
    Das lanzenförmige Blatt (aus Wikipedia)

    Image
    Die Blüte (Foto aus Wikipedia)



Mittelwegerich

Der Mittlere Wegerich (Plantago media) gehört zur Familie der Wegerichgewächse (Plantaginaceae). Er ist ist eine mehrjährige Pflanze, die Wuchshöhen von 15 bis 50 Zentimeter erreicht. Die Blütezeit ist von Mai bis September.

    Vorkommen: bevorzugt auf trockenen, kalkhaltigen Böden, in Magerwiesen und an Wegrändern.
    Verwendung: Mittelwegerich ist eine dekorative Pflanze fürs Landschildkrötengehege, die zum Teil gerne gefressen wird.

    Aussehen:

    Image
    Der Mittlere Wegerich (Foto aus Wikipedia)


    Image
    Das Blatt (Foto aus Wikipedia)


    Image
    Der Mittlere Wegerich hat eine schöne Blüte (Foto aus Wikipedia)


Breitwegerich

Der Breitwegerich (Plantago major) gehört zur Familie der Wegerichgewächse (Plantaginaceae), er ist mehrjährig und erreicht Wuchshöhen von 3 - 25 cm. Die Blütezeit ist Juni bis Oktober.

    Vorkommen: an und auf Wegen, Wiesen und Äckern
    Verwendung: siehe Spitzwegerich
    Besonderheit: die Pflanze ist trittfest

    Aussehen:

    Image
    Breitwegerich (Foto aus Wikipedia)


    Image
    Das Blatt des Breitwegerichs (Foto aus Wikipedia)


    Image
    Die unscheinbare Blüte (Foto aus Wikipedia)

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BeitragVerfasst: Sa 30. Nov 2013, 11:39 
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Vogelwicke

Die Vogel-Wicke (Vicia cracca) ist eine Pflanzenart aus der Gattung Wicken (Vicia) in der Familie der Hülsenfrüchtler (Fabaceae). Die Vogel-Wicke ist eine mehrjährige Pflanze, die Wuchshöhen von 30 cm bis 120 cm erreicht. Die Blütezeit reicht von Juni bis August.

    Vorkommen: Auf nährstoffreichen Wiesen und Weiden, reichert den Boden aber auch selbst mit Stickstoff an.
    Verwendung: als Gründüngung und Futterpflanze in der Landwirtschaft, Landschildkröten fressen sie meist ausgesprochen gerne
    Nährwert (Futterwicke Vicia sativa, Quelle):
      Jungpflanze: 35,9 % Protein, 2,8 % Fett, 21 % Fasern, 0,49 % Kalzium, Ca/P 0,8
      Pflanze in Vollblüte: 18,6 % Protein, 2,4 % Fett, 31,9 % Fasern, 1,28 % Kalzium, Ca/P 4,9

    Aussehen:

    Image
    Wicken klettern gerne an anderen Pflanzen empor
    und breiten sich als dichte Decke darüber (Foto Teddy Tom)

    Image
    Das gefiederte Blatt mit Ranken (Foto Teddy Tom)

    Image
    Die Blüte (Foto Teddy Tom)



Weitere Wickenarten

Zur Gattung Vicia zählen neben der Vogelwicke noch über 100 weitere Arten, von denen z.B. die Zaunwicke Vicia sepium, die Zottige Wicke Vicia villosa und die Futterwicke Vicia sativa bei uns heimisch sind. Die als „Duft-Wicke“ oder „Gartenwicke“ bezeichnete Duftende Platterbse Lathyrus odoratus gehört dagegen nicht zur Gattung der Vicia und gilt als giftig für Haustiere (Quelle).

Die echten Wickenarten haben unterschiedliche Blütenformen, anhand deren die Unterscheidung möglich ist:

    Image
    Zaunwicke Vicia sepium (Foto aus Wikipedia)

    Image
    Blüte und "Hülse" der Zottigen Wicke (Vicia villosa) (Foto aus Wikipedia)

    Image
    Futterwicke (Foto aus Wikipedia))

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BeitragVerfasst: Sa 30. Nov 2013, 11:41 
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Kompasslattich


Der Kompasslattich Lactuca serriola bzw. Zaunlattich oder Stachellattich gehört zur Familie der Korbblütler (Asteraceae). Er ist ein- bis zweijährig und erreicht Wuchshöhen von 30 bis 120 cm. Die Blütezeit erstreckt sich von Juli bis September.

    Vorkommen: Kompass-Lattich wächst auf warmen, lichten Unkrautfluren, an Wegrändern, Schutt- und Trümmerplätzen und sonstigen sonnig-trockenen Standorten.
    Verwendung: Kompasslattich wird als Wildform unserer Gartensalate (Kopf-, Eisberg-, Römersalat etc.) vermutet, evtl unter Einkreuzung anderer Latticharten, u.a. auch des Giftlattichs, der im alten Ägypten Kultstatus hatte. Auch Kompasslattich kann roh als Salat gegessen werden, ist aber deutlich bitterer als heutige Kultursalate. Landschildkröten scheint das nicht zu stören, sie fressen ihn meist ausgesprochen gerne.
    Besonderes: Die Blätter dieser Pflanze stehen an sonnigen Stellen senkrecht und sind mit der schmalen Seite in Nord-Süd-Richtung ausgerichtet, so daß die Pflanze während der heißen Tageszeit sonnenabgewandt ist, aber morgens und abends viel Licht aufnehmen kann.

    Bei dieser Pflanze besteht eine gewisse Verwechslungsgefahr mit dem Giftlattich Lactuca virosa, der eine psychoaktive, opiumähnliche Wirkung hat und früher auch so verwendet wurde. Dieser hat die gleiche Stachelleiste an der Unterseite der Blätter wie der Kompasslattich, zeigt jedoch nicht dessen Ausrichtung der Blätter zum Licht, die meist auch weniger stark eingeschnitten sind.

    Nur Pflanzen verfüttern, die die charakteristisch tief gefurchten, senkrecht stehenden Blätter aufweisen, auch wenn nicht unbedingt alle Blätter derselben Pflanze diese Eigenschaft aufweisen müssen!

    Aussehen:

    Image
    Blatt und Blüte des Kompasslattich (Foto aus Wikipedia)

    Image
    Die Stachelleiste an der Blattunterseite (Foto aus Wikipedia)

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Freilandhibiskus


Der Freilandhibiskus (Hibiscus syriacus), auch Straucheibisch genannt, gehört zur Familie der Malvengewächse (Malvaceae). Er erreicht Wuchshöhen von 2 bis 3 m und ist in Mitteleuropa bedingt winterhart, in sehr exponierten Lagen braucht er etwas Winterschutz. Die Blütezeit erstreckt sich von Juli bis September.

    Vorkommen: China und Indien, Gärtnerei... ;-)
    Verwendung: Junge Blätter und Blüten können roh als Salat gegessen werden oder gekocht als Gemüse oder Tee, auch die Wurzel ist essbar. Die Pflanze wird außerdem in vielfachen Anwendungen in der Volksmedizin verwendet. Landschildkröten fressen vor allem die Blüten gerne, aber auch die Blätter werden nicht verschmäht.
    Besonderes: Obwohl Blüten außerordentlich gerne gefressen werden, sollten sie nicht zu häufig gefüttert werden, lieber die Blätter anbieten. Die Blüten des Freilandhibiskus dürften einen ähnlich ungünstigen Nährwert haben wie die Blüten des Zimmerhibiskus (siehe die dortigen Nährwertangaben), insbesondere ein ausgesprochen schlechtes Kalzium/Phosphor Verhältnis bei niedrigem Kalziumgehalt, möglicherweise auch einen hohen Zuckergehlat (pers. Erfahrung, sie schmecken ziemlich süß). Darüber hinaus hat Hibiskus eine abführende Wirkung und kann in Mengen verfüttert zu sehr dünnem Kot führen.

    Frisch gekaufte Pflanzen dürfen nicht sofort verfüttert werden, sie könnten gespritzt sein.

    Aussehen:

    Image
    Freilandhibiskus

    Image
    Das Blatt


Wissenswertes zu Freilandhibiskus: Hibiskus blüht am "jungen" Holz, also an den frischen diesjährigen Trieben. Nach der Blüte* sollte er deshalb kräftig zurück geschnitten werden. Jeder Zweig wird um mindestens ein Drittel, besser auf die Hälfte eingekürzt. Die abgeschnittenen Triebe können direkt Schildkrötenfutter dienen oder zu Heu getrocknet werden. Dieser Schnitt regt das Wachstum an, der Strauch blüht im Folgejahr an den vielen frischen Trieben dann besonders kräftig. Ohne Rückschnitt lässt der Flor im Laufe der Jahre stark nach.

* in sehr kalten Lagen vorsichtshalber erst nach dem Winter kürzen, aber deutlich bevor der neue Austrieb beginnt.


Zimmerhibiskus

Der Chinesische Roseneibisch (Hibiscus rosa-sinensis), auch Zimmer-Hibiskus genannt, ist eine Pflanzenart aus der Familie der Malvengewächse (Malvaceae). Er wächst als immergrüner Strauch und erreicht Wuchshöhen von 1 bis 3 m, ist aber in unseren Breiten nicht winterhart.

    Vorkommen: genauer Ursprung unbekannt, vermutlich China und Indien
    Verwendung: Alle Pflanzenteile werden roh oder gegart verzehrt und in der Volksmedizin verwendet, darüber hinaus werden Blütenfarbstoffe zum Färben von Speisen und in der Kosmetik eingesetzt. Landschildkröten fressen Blüten und auch Blätter meist ausgesprochen gerne.
    Nährwert (Quelle [idn]www.pfaf.org[/idn], alte Version, leider nicht mehr online, Angaben gerundet):
      Blüte: 90 % Wasser, in der Trockenmasse 6 % Protein, 4% Fett, 15 % Fasern, 0,04 % Kalzium, Ca/P 0,15 :1
      Blatt: in der Trockenmasse 15 % Protein, 4% Fett, 16 % Fasern, 1,7 % Kalzium, Ca/P 3:1
    Besonderes: Neu gekaufte Pflanzen eignen sich noch nicht als Futter, sie sind meist stark mit Chemikalien behandelt. Blüten nicht zu häufig füttern, siehe auch Freilandhibiskus


    Image
    Chinesischer Roseneibisch Hibiscus rosa-sinensis (Foto aus Wikipedia)



    Wissenswertes zu Zimmerhibiskus:

    Wer Freude an Ungewöhnlichem hat, es gibt inzwischen auch Blautöne, zum Teil mit sehr großen Blüten.

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