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BeitragVerfasst: Do 17. Apr 2014, 20:50 
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Registriert: Do 5. Dez 2013, 18:47
Beiträge: 117
Hallo ain't it,
Was du über die Bodentemperaturen schreibst, trifft sicherlich zu. Wobei es natürlich auf die Jahres- und Tageszeiten ankommt.
Meinst du, dass bei gesteigerter Wärmezufuhr von unten der Knochenpanzer schneller zuwächst? (Oder wie Manu es nennt: es "aushärtet")
Und zweitens? Ist ein schnelles Zuwachsen/ Aushärten des Plastron überhaupt erstrebenswert?
LG
Gunda

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BeitragVerfasst: Do 17. Apr 2014, 21:13 
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Registriert: Do 28. Nov 2013, 20:35
Beiträge: 2165
Wohnort: Lausitz - Łužica
Hallo ,

wer von Euch hat den mal Babys der Europäer im Habitat beobachtet ?
Viele waren es bei mir nicht , aber wenigstens ein paar . Mal von den T.marginata auf den Schweinefarmen abgesehen (sehr trocken , sehr heiß ) , habe ich die anderen paar wenigen Tierchen nie draußen in der Sonne bzw. in solcher Hitze gesehen . Die lebten durchweg in dichter Vegetation mit kleinen Sonneninseln . Dort war es fast immer etwas kühler als im offeneren Gelände wo die Adulti lebten .

Natürlich herrschten dort sicher keine 15 Grad Unterschied , aber sehr warm würde ich diese Böden auch nicht gerade bezeichnen . Manche waren trocken , andere schon feuchter . Ich als Barfußläufer kann mir da sicher ein kleines Urteil zutrauen . Dort drin habe ich mir nie die Füße verbrannt wie manchmal draußen im lichten Gelände .

Gelege bzw. benutzte oder auch bloß offene Gruben mit schon abgelegten Eiern habe ich noch weniger gefunden . Ein Marginatagelege ist mir aber in Erinnerung geblieben . Das war direkt am Rand vom beginnenden Unterholz in Südrichtung angelegt , mehrere Eier lagen darin , war aber nicht komplett zugschaufelt . Es sah auch nicht nach Nesträuber , eher nach Störung aus . Dürfte auch nicht mehr frisch gewesen sein , es lag schon Stöckchenzeugs und abgefallene Blättchen drauf .Auf/um die Eier habe ich 43 Grad gemessen , mit so einem Billigthermometer mit Außensensor am Kabel . Wahrlich kein Präzisionsinstrument - aber trotzdem halbwegs genau . 2-3 Grad +/- etwa .

Schon die gemessene Temp. hat mich etwas nachdenklich gemacht . Der Boden war knochentrocken , die Eigrube auch am Hang angelegt dass auch niedrigstehende Sonne voll raufballern konnte , Tiefe ca 5 - 8 cm . Ich habe mit dem Sensor ca 5 cm im Umkreis grob in der Erde etwa fingertief nachgemessen - es war immer über 35 Grad um diese Grube herum . Mittags dürfte das noch etwas ansteigen , ich war am frühen Nachmittag dort zu Gange .

Evtl. war das ein unerfahrenes Weibchen ? Jedenfalls , sollte dort wirklich was schlüpfen , könnte mit Sicherheit kein Baby dort lange überleben .
Ich vermute dass die geschlüpften Babys sich sofort nach freibuddeln in das Unterholz verziehen , gar nicht am Legeplatz bleiben . Dort ist es aber auch kühler .

M.M. ist der Boden worauf die Babys im Habitat leben , nicht so warm wie wir es annehmen - gemessen habe ich allerdings auch noch nicht - reines Fußgefühl also . :zwink:

Ich verstehe auch die Heizfrage nicht richtig . In meinen Billigfrühbeeten heize ich derzeit gar nicht zu - wozu auch ? Darin wird es je nach Wetter warm oder auch weniger warm . Auch der Boden wärmt sich da selbst mit auf . Ich habe dort gewachsene Erde drin und stellenweise Sand/Walderde Gemisch - dazu Moos und auch dürres Laub . Recht dicht bewachsen , aber mit Platz dazwischen zum Durchmarschieren und auch verstecktem Sonnen . So in etwa ziehe ich die Babys immer auf , hatte bisher nie Probleme mit zu weichen Tierchen oder auch buckligen .

Könnte grob dem Unterholz in der Maccia entsprechen - das wollte ich auch in etwa nachbasteln . Die Babys nehmen das auch an , sonnen sich zwischen bzw, unter der Deckung . Die Bodentemp. habe ich allerdings noch gar nicht gemessen - hole ich morgen aber nach .

Als ich ganz früher die Babys noch die ersten 2-3 Wochen drin im Terrarium hielt - sicher wärmerer Boden als draußen - wurden manche durch Haufenbildung in Ecken , im Versteck und auch unter der Wärmelampe irgendwie flach gedrückt . Betraf immer nur beide Griechenunterarten , nie Breitränder . Das war nicht dramatisch , aber schon deutlich zu sehen . Draußen gab sich das auch meist bis zur ersten Winterruhe .

Seitdem die Babys gleich nach Schlupf raus ins Frühbeet kommen - vorausgesetzt der Nabelspalt ist geschlossen - habe ich so etwas nicht mehr gesehen .
Widerspricht etwas der Aushärtungstheorie , oder ?

Grüße Frank

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Boha čorneho,stare kralestwo rapak nětko wobydli,stary moch so zeleni,na skale, kiž wołtar běše.
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BeitragVerfasst: Do 17. Apr 2014, 22:02 
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gunda hat geschrieben:
Meinst du, dass bei gesteigerter Wärmezufuhr von unten der Knochenpanzer schneller zuwächst? (Oder wie Manu es nennt: es "aushärtet")

Keine Ahnung, früher hieß es ja mal, dass der Bauchpanzer durch Wärme von unten stärker durchblutet würde. Wenn das tatsächlich der Fall ist, wird vielleicht auch schneller Kalzium in den weichen Knorpel eingelagert (reine Spekulation). Anstrebenswert ist aber nicht eine GESTEIGERTE Wärmezufuhr von unten, sondern eine Verhinderung von zu viel Abfuhr von Körperwärme in unnatürlich kalte Böden, was vielleicht eine VERMINDERTE Durchblutung des Bauchpanzers bewirkt.

gunda hat geschrieben:
Ist ein schnelles Zuwachsen/ Aushärten des Plastron überhaupt erstrebenswert?

Nicht über ein natürliches Maß hinaus, aber eben auch nicht langsamer.

Ich sehe den Vorteil (körper-) warmer Böden und einer generell höheren Umgebungstemperatur (beides nur wenig niedriger als die Wärmelampe ) aber nicht so direkt als Einfluss auf die Durchblutung. Ich halte eher die Tatsache, dass in einer großflächig warmen Umgebung kaum ungeschützte Thermoregulation notwendig ist, für den eigentlichen Vorteil bei Schlüpflingen. Zusammen mit einem langsamen Wachstum durch selteneres Fressen könnte sich so die glatte und hochrückige Panzerform ergeben, die wir anstreben. Dabei wird es aber vermutlich immer auch genetisch bedingte Variationen geben.


Knarf hat geschrieben:
Die lebten durchweg in dichter Vegetation mit kleinen Sonneninseln . Dort war es fast immer etwas kühler als im offeneren Gelände wo die Adulti lebten

Gerade zu den wichtigen Aufwärmzeiten am frühen Morgen wird es in diesen kleinen, windgeschützten Sonneninseln wärmer sein als im offenen Gelände.

Aber egal wie kühl oder warm es dort ist, die Umgebung ist nicht kälter als die Schildkröte .

Du schreibst, die Böden seien nicht so warm wie wir annehmen, das ist doch gar nicht das Thema. Sie sind genauso warm wie die Schildkröte! Nur darum geht es. Das ist bei uns aber nur dann der Fall, wenn wir keine Wärmelampe anbieten oder gleichzeitig dazu ein Heizkabel verlegen.


Knarf hat geschrieben:
Widerspricht etwas der Aushärtungstheorie , oder ?

Nein, siehe oben...


CU, A.

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BeitragVerfasst: So 10. Aug 2014, 11:59 
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Hallo,

ich greife mal diesen Thread wieder auf, weil meine diesjährigen Beobachtungen ganz gut dazu passen.

Bei mir sind 2014 sieben "runde" Tierchen geschlüpft, deren Eier vergraben waren und erstmals habe ich ein paar Eier substratlos (auf Plastikrost) inkubiert. Davon sind vor fünf Tagen drei Tierchen geschlüpft, die bemerkenswert flach geformt sind. Die Fotos, die ich hierzu zeige, sind zwar nicht besonders gut, machen aber den Unterschied deutlich (zwei Tiere vergraben/zwei Tiere substratfrei). Da die vergrabenen Schildkröten relativ fest vom Substrat umgeben sind und sich darüber hinaus auch noch länger darin aufhalten, scheint die von Emanuel angesprochene "(ver)formbarkeit" eine größere Rolle zu spielen. Es sind zwar diesmal definitiv unterschiedliche Muttertiere, allerdings ist das 20jährige adulte Weibchen der substratfreien Schlüpflinge, wenn auch durch anfängliche Terrarienhaltung zwar hügelig, aber tendenziell hochrückig.

Bin gespannt, wie sich die Tierchen bei gleichen Bedingungen weiter entwickeln.

LG Andreas


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Nz14_oben flachrückig, unten hochrückig.JPG
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Nz14_vergrabene Inku..JPG
Nz14_vergrabene Inku..JPG [ 46.81 KiB | 444-mal betrachtet ]
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BeitragVerfasst: Mi 13. Aug 2014, 12:31 
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Registriert: Mo 23. Jun 2014, 19:58
Beiträge: 289
Bilder: 1
Hallo Andreas!



Hab den Beitrag gerade eben gesehen:
Freut mich, dass du diesbezügl. "Versuche" unternommen hast.
Du kannst sie beliebig oft wiederholen, das Ergebnis wird immer ein zieml. ähnliches sein.
Meine Prognose zum weiteren Wachstum: Die hohen Tiere werden zu schönen "Pungerln", wie man hier sagen würde... also so, wie sich das gehört. Bei den flachen Tieren wird kein plötzlich Höhenwachstum mehr einsetzen, das einzige was möglich ist, dass ist, dass sich mit zunehmendem Wachstum die Proportionen so relativieren, dass zumindest eher längliche Tiere entstehen.
Das ist für Testudo graeca ssp. auf jeden Fall unnatürlich, denn in Richtung "hochrückig" gehen diese Tiere immer, selbst Tiere, deren Panzerform im Querschnitt keinen gleichmäßig runden Bogen beschreibt, haben im 3. bis evtl. gar erst 4. Centrale ihren höchsten Punkt. Auf jeden Fall aber stehen diese beiden Schilde in einem schönen Winkel zueinander, soll heißen: zieht man an ihrer Berührungslinie eine imaginäre Symmetrieebene, so werden beide Winkel zwischen Schild und ebendieser Ebene verblüffend ähnlich sein.
So zumindest meine Erfahrung mit meinen eigenen Tieren, Tieren von Freunden und Bekannten und ein paar Wildtieren.
Ich für meinen Teil habe jedenfalls angefangen, z. B. die "unnatürlichen Heckformen" (=plötzlich steil abfallend, lange hinausgezogen...) mancher Tiere als Mißbildungen einzustufen, welche ein erster Hinweis dafür sind, dass die Haltung an irgendeiner (oder auch mehreren) Stelle(n) nicht zufriedenstellend ist.


Zur Haltung zählt auch (wird oft vergessen, muss man sich halt immer wieder dran erinnern) die Inkubation und angemessene Versorgung "unmittelbar" nach dem Schlupf bzw. die Ermöglichung eines wenigstens einigermaßen natürlichen Schlupfablaufes (auch in Korrelation mit dem grundsätzlich zur Verfügung stehenden Zeitfenster!).
Die oben beschriebene Entwicklung von zumindest länglichen Tieren setzt angemessene Post-Schlupf-Versorgung voraus - sonst bleiben diese Tiere auch im Alter unnatürlich flach.
Und Unnatürlich flache Tiere sind unästhetisch und vermitteln einen falschen Eindruck (Vorbildwirkung!), in späteren Jahren bei allzu unangemessener Entwicklung manchmal tierschutzrechtlich problematisch (teils kostspielige [und das unvermeidliche manchmal nur hinausschiebende] vet.med. Behandlungen), sowie auch artenschutzrechtlich ein Problem - denn auch wenn es unsere Pfleglinge inzwischen wie Sand am Meer gibt, so handelt es sich nach wie vor um unter Artenschutz stehende Tiere.
Von all dem zusammen kann zumindest davon ausgegangen werden, dass es das Potential besitzt, unserem gemeinsamen Hobby nicht gerade dienlich zu sein, oder anders gesagt:
Auch in unseren eigenen Reihen wird nach wie vor wesentlich lieber und v. a. ausgiebiger über irgendwelche "gerettete" Tiere diskutiert, als über das Ziel wirklich makellos entwickelter Jungtiere.
Das soll jetzt nicht heißen, dass ich der Meinung bin, dass man keine Tiere übernehmen und gesund pflegen sollte und auch nicht, dass man nicht darüber reden sollte. Es soll lediglich heißen, dass dort, wo vermehrt "gerettet" wird auch vieles im Argen liegt. Und völlig unabhängig davon, ob das den tatsächlichen Gegebenheiten entspricht - es bleibt in Erinnerung... und - und das ist jetzt die Verbindung zu diesem Thema - es braucht viel mehr Berichte über naturnahe Entwicklung der Tiere mit dem Ziel, tatsächlich ein Tier vor sich zu haben, bei dem man nicht sagen kann, dass es in einem "Gehege" groß geworden ist, um das Negative wieder wett zu machen.
Können wir das vorweisen?


Die "Kompression" der Tiere ist, wie an anderer Stelle erwähnt, nur der eine "Stützpfeiler".
Die zweite Wichtigkeit ist auch, die Tiere lieber länger als kürzer unter relativ konstanten erhöhten Temperaturen zu halten.
Die von mir so bezeichnete "Aushärtung" scheint am besten bei Inkubationstemperaturen bis einige Grade darunter zu funktionieren.

@Gunda: Dabei handelt es sich um einen natürlichen Vorgang, welcher sich nicht beschleunigen lässt.
Er bezieht sich v. a. auf meine Beobachtungen, dass sich vergleichsweise konstanter, milder Wärme ausgesetzte Schlüpflinge zu einem sehr hohen Prozentsatz so oder zumind. annähernd so makellos, wie oben beschrieben, entwickelt haben.
Dieser Ansatz unterscheidet sich drastisch von "Zimmertemperatur als Umgebungstemperatur + Wärmefleck".
Den Tieren werden (im Vergl. zu "Zimmertemp.") doch stärker erhöhte "Allgemeintemperaturen" geboten, Sonnenflecke nur schwach warm (erreichbar über entsprechende Raumheizung/durchdacht verlegten Heizkabeln/-matten, stärkere, aber vergleichsweise hoch angebrachte Flächenstrahler, bzw.
im Freiland werden Schlüpflinge fast gänzlich auf bzw. in einer isolierenden Schicht alten Pflanzenmaterials (z. B. Stroh, Zweige in lockerer Schüttung) gehalten, in welche sie notfalls durch höhere Temperaturen gezwungen werden.
So gehalten scheinen die Tiere keinen allzu stark schwankenden Körperkerntemp. ausgesetzt zu sein und sowohl "Aushärtung" als auch "Neuzuwachs" verlaufen relativ gleichmäßig.
In kleinen Terrarien (drinnen od. draußen, Frühbeet od. Plastikwanne... spielt unter den folgenden Bedingungen keine so große Rolle) mit (Hausnummer) zwei lebenden Pflanzen, Humus-Sand-Boden, einer kleinen Wasserschale, ... - alles durchaus liebevoll hergerichtet - kann das sehr schwierig werden.
Warm-kalt (Körperkerntemp.) in schnellen Wechseln ebenso wie erhöhte Luftfeuchte-niedrige LF in schnellen Wechseln erhöhen das Risiko für haltungsbedingte Panzerfehlentwicklungen.
Alle Welt redet von Höckern, "pyramiding", dass es dem kleinen Schlüpfling, der "alle Platten ordnungsgemäß" hat, keine Höcker im eigentlichen Sinne hat und frisst aber viell. trotzdem nicht ganz so gut geht, weil er z. B. eher flach ist und es sich bereits abzeichnet, dass die Areolen der Centralen bereits tiefer "abzusacken" beginnen als ihre Umgebung, das bleibt viell. vielfach unbemerkt (+ bewegt es sich ja zusätzl. u. vorerst noch im mm-Bereich bzw. darunter).



Lieben Gruß
Emanuel


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BeitragVerfasst: Do 14. Aug 2014, 11:20 
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Registriert: Mi 4. Dez 2013, 15:27
Beiträge: 56
Bilder: 15
Hallo Andreas,
danke für die Bilder. Auch für mich sehr interressant.
Das es einen Unterschied bei offenem/bedecktem brüten bezüglich des Höhenwachstums gibt war mir nicht bekannt.
Darf ich fragen bei welchen Temperaturen, mit /ohne Nachtabsenkung du berütest?
Nach wieviel Tagen schlüpfen die kleinen?
gruß Grace

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http://schildkroete-bayern.npage.de/


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BeitragVerfasst: Do 14. Aug 2014, 15:02 
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Registriert: Do 16. Jan 2014, 12:36
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Wohnort: Berlin-Reinickendorf
Arten: T. graeca ibera
Hallo Manu,

danke für Deinen Betrag, war wieder sehr interessant!

Manu hat geschrieben:
Freut mich, dass du diesbezügl. "Versuche" unternommen hast.
Du kannst sie beliebig oft wiederholen, das Ergebnis wird immer ein zieml. ähnliches sein.
Offen gestanden war die substratfreie Erbrütung mehr ein Nebenprodukt, da kein Platz mehr im Brutapparat für die vergrabenen Eier vorhanden war und ich deshalb noch einige auf den Plastikrost gelegt habe. Dass die sich daraus entwickelnden Schlüpflinge so flach waren, erstaunte mich. Darauf angelegt hatte ich es nicht...aber wiederholen werde ich es auch nicht! :zwink:

Jetzt ist übrigens auch das letzte "substratfreie" Tierchen geschlüpft, das nicht so flach wie die ersten drei, aber auch nicht so schön kugelig wie die vergrabenen Schildkrötchen aussieht. Also ein Unterschied ist bei den von mir gepflegten Graecas durchaus erkennbar.

Manu hat geschrieben:
Die "Kompression" der Tiere ist, wie an anderer Stelle erwähnt, nur der eine "Stützpfeiler".
Die zweite Wichtigkeit ist auch, die Tiere lieber länger als kürzer unter relativ konstanten erhöhten Temperaturen zu halten.
Die von mir so bezeichnete "Aushärtung" scheint am besten bei Inkubationstemperaturen bis einige Grade darunter zu funktionieren.
Aus diesem Blickwinkel heraus befinde ich mich mit meinen derzeitigen Haltungsmethoden wohl schon am oberen Level: Nach dem Erscheinen der Schlüpflinge belasse ich diese noch 1-2 Tage im Brüter. Danach mache ich ihnen aber relativ viel "Dampf", was ca. so aussieht: vormittags bis 12.00 Uhr gleichmäßige Temperaturen um ca. 27°C; ab 12.00 Uhr relativ zügig hoch auf ca. 36°C bis 15.00/16.00 Uhr, danach wieder langsames Abflachen. Es handelt sich hier um Boden-/Raumtemperaturen. Bislang sehr gute Entwicklung der Jungtiere.

Die Tierchen sind so vormittags verhalten unterwegs und suchen Futter, nehmen sogar verhältnismäßig wenig Wasser! auf und sind spätestens ab 12.30 Uhr wieder verschwunden. Vereinzelt tauchen einige Tiere gegen nachmittag wieder auf. Es ist schon bemerkenswert, dass die Kleinen selbst bei so hohen Bodentemperaturen noch immer gemächlich im Stroh zubringen bis sie dann ins wirklich leicht feuchte erdige Substrat abtauchen, das ihnen scheinbar genügt. Durch das als Puffer dienende Stroh hält sich auch die Feuchtigkeit am Boden länger, so dass ich die Tierchen kaum zu stören brauche (ist das Stroh zu feucht, muss ich öfter wg. Schimmelbildung auswechseln).

Hallo Grace,
Grace hat geschrieben:
Darf ich fragen bei welchen Temperaturen, mit /ohne Nachtabsenkung du berütest?
Nach wieviel Tagen schlüpfen die kleinen?
Gern beantworte ich Deine Fragen:

Die substratfreien Eier habe ich in meinen Motorbrüter: http://www.exo-terra.com/de/products/incubator.php gelegt und bei durchgehend heißen 33,5°C (zeitw. auch 34°C) an der Grenze zum Möglichen inkubiert. Das ganze ohne Nachtabsenkung. Ein stets gefüllter kleiner Wasserbehälter hielt die Luftfeuchte bei ca. 70%. Alle 4 Tiere, die substratfrei gezeitigt wurden, schlüpften zwischen dem 60. und 65. Tag, also relativ früh.

Die vergrabenen Eier wurden ohne Nachtabsenkung durchweg bei 32°C inkubiert (ich habe mit einem Erdthermometer regelmäßig nachgemessen). Substrat: normaler Spielsand (aus der Buddelkiste). Schlupfzeitraum: tendenz 68-70 Tage, geringfügig darüber.

Sämtliche Tierchen (ob vergraben oder substratfrei) weisen mit Ausnahme des unterschiedlichen Höhenwachstums nach näherer Prüfung ansonsten keine Makel auf, also keine Anophtalmien, Anomalien o.ä.

LG Andreas


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BeitragVerfasst: Mo 18. Aug 2014, 12:47 
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Beiträge: 117
Hallo Andreas,
deine Fotos sind wirklich beeindruckend. Jedoch schreibst du ja, dass die beiden von verschiedenen Elterntieren stammen. Hast du auch Beispiele von Schlüpflingen gleicher Elterntiere? Denn nur so kann man ja belegen, dass Vererbung bzw. Veranlagung keine Rolle spielt.
Dieses Jahr habe ich an der Studie http://christinedworschak.wix.com/entwicklungsstudie teilgenommen. Ich habe von 5 Weibchen je 2 Eier vergraben und je 2 Eier offen inkubiert. Die Schlüpflinge sind inzwischen 3 bis 5 Wochen alt. Und wieder ist es so, dass es in Bezug auf Höhenwachstum keine Unterschiede zwischen den Inkubationsmethoden gibt, wohl aber zwischen den einzelnen Weibchen (wie meine Fotos auf S.1 auch schon zeigen). Ich stelle demnächst aktuelle Fotos ein.

Für die Diskussion ist auch wichtig, dass sich Thb von Natur aus etwas flacher entwickeln als Thh, Thherc oder Tgi.

@Emanuel: Du hast völlig Recht mit deinem Hinweis auf die Aufzuchtmethode. Die ersten Monate spielen eine enorme Rolle für die spätere Entwicklung. Es ist ziemlich deutlich, dass meine letzten Nachzuchten von 2011 besser aussehen als die ersten von 1999 -wenn auch immer noch nicht so perfekt wie die in freier Wildbahn geschlüpften, wie ich selbstkritisch gestehen muss. Neben den von dir genannten Gründen ist ein weiterer Grund (vielleicht sogar der Hauptgrund) für Höckerwachstum und unregelmäßigen Zuwachs, dass man den Winzlingen keine ausreichend lange Winterstarre zumutet und sie übergangsweise im warmen und trockenen Zimmerterrarium unter Wärmelampen hält. (Aber das führt weg vom eigentlichen Thema Höhenwachstum)

LG
Gunda

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BeitragVerfasst: Mo 18. Aug 2014, 20:34 
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Registriert: Do 5. Dez 2013, 18:47
Beiträge: 117
Hier nun einige Fotos, die ich heute gemacht habe. Auf den Bildern 1 - 3 sind je zwei Thb-Schlüpflinge vom gleichen Muttertier, einmal vergraben und einmal offen inkubiert. Auf Wunsch kann ich euch noch mehr zeigen, aber es bleibt dabei: Zwischen den vergrabenen und den offen inkubierten Schlüpflingen gibt es keinen Unterschied im Bezug auf das Höhenwachstum. Ihr könnt ja mal raten, welcher von beiden auf welche Weise inkubiert wurde. Auf Bild 4 sind wieder zwei Schlüpflinge von "Anna" und "Klops" (beide offen inkubiert), genau wie auf meinen Fotos auf S.1 dieses Threads. Wieder sieht man einen deutlichen Unterschied in der Wölbung des Rückenpanzers.
LG
Gunda


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Nr.123 u 130 von Anna.JPG
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Nr.128 u 137 von Gisela.JPG
Nr.128 u 137 von Gisela.JPG [ 130.39 KiB | 372-mal betrachtet ]
P1070217.JPG
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BeitragVerfasst: Mo 18. Aug 2014, 21:12 
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Registriert: Do 16. Jan 2014, 12:36
Beiträge: 260
Wohnort: Berlin-Reinickendorf
Arten: T. graeca ibera
Hallo Gunda,

vielen Dank für Deinen Beitrag!

gunda hat geschrieben:
Hast du auch Beispiele von Schlüpflingen gleicher Elterntiere? Denn nur so kann man ja belegen, dass Vererbung bzw. Veranlagung keine Rolle spielt.
Leider leider nicht! :zwink: Denn die Entwicklung der Jungtiere hatte ich so weder erwartet noch beabsichtigt. Da mich jetzt aber doch im nachhinein - schon durch Manus Beitrag bestärkt - die Experimentierfreude gepackt hat, werde ich das im nächsten Jahr bewusst testen, also jeweils 3 Eier der gleichen Elterntiere offen und vergraben inkubieren; möglichst auch unter gleichen Inkubationsbedingungen, sofern das überhaupt möglich ist. Und dasselbe Procedere nochmals mit anderen Elterntieren.

Bei Deinen Fotos fällt mir auf, das die Griechen sich gegenüber den Mauren wirklich nicht ganz so hochrückig zu entwickeln scheinen. Sie machen auf mich nicht so einen kugeligen Eindruck wie bspw. die Tgi, besonders im ersten Jahr, aber das ist vermutlich wirklich artspezifisch. Trotzdem fällt es mir schwer (zumindest bei Tgi) hier an einen Zufall zu glauben.

gunda hat geschrieben:
Neben den von dir genannten Gründen ist ein weiterer Grund (vielleicht sogar der Hauptgrund) für Höckerwachstum und unregelmäßigen Zuwachs, dass man den Winzlingen keine ausreichend lange Winterstarre zumutet und sie übergangsweise im warmen und trockenen Zimmerterrarium unter Wärmelampen hält. (Aber das führt weg vom eigentlichen Thema Höhenwachstum)
Na und? Irgendwann gibts dann was von der Moderatorin auf den Deckel und dann kommt wieder hübsche Moderationsrandvermerk...Thema wurde ausgelagert! :zwink:

LG Andreas


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