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 Betreff des Beitrags: Re: Minikrötenwanderung
BeitragVerfasst: Do 5. Jun 2014, 20:16 
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Hi

Kleine Teichfrösche verlassen auch ihre Gewässer bis sie eine gewisse Größe haben, sie strolchen in der umliegenden Vegetation herum, denn die Großen fressen auch die Kleinen. Kleine Minikröten werden die bestimmt auch fressen.

lg Marco

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"Wennst den Baum siehst, in den du rein fährst, hast untersteuern. Wennst ihn nur hörst, hast übersteuern"


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 Betreff des Beitrags: Re: Minikrötenwanderung
BeitragVerfasst: Do 5. Jun 2014, 20:44 
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Hallo ,

Teichfrösche fressen fast alles was nur wenig kleiner ist wie sie selbst , selbst vor kleinen Ringelnattern , Jungvögeln oder Mäusen machen die nicht halt .
Die kann man sogar mit bloß angebundenen Tauwürmern oder kleinen Fleischstückchen angeln , da läßt selten mal einer los . :zwink:
:mrgreen: der doofe Gierschlund im grünen Tarnkleid . Freuen sich aber die Störche , so ein vollgefressener Frosch ist halt nicht mehr der Schnellste .

Grüße Frank

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 Betreff des Beitrags: Re: Minikrötenwanderung
BeitragVerfasst: Do 5. Jun 2014, 21:01 
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Knarf hat geschrieben:
Die Jungkröten wandern in die üblichen Landbiotope der Alttiere zurück .

Darüber hatte ich auch nachgedacht und das auch eine Krötenexpertin vom NABU gefragt. Ist aber wohl nicht so. An unserem Dorfteich merkt man das auch sehr gut. Die adulten Tiere wandern fast ausschließlich aus Süden in den Teich, weil sich dort das Naturschutzgebiet anschließt. Die Minikröten verlassen ihn aber radial in alle Richtungen.


Knarf hat geschrieben:
Dazu aber auch noch die üblichen Krötenzäune aus Plastbahnen .

Die hat unsere Gemeinde gerade angeschafft. Nächstes Frühjahr werden wir sie erstmals aufstellen. Allerdings ist der Schutz der rückwandernden Minikröten wohl nicht üblich. Die NABU-Expertin meinte jedenfalls, das macht sonst niemand. Wir wollen es trotzdem wenigstens mal versuchen. Ich weiß aber nicht, ob es klappen wird. Die sind so winzig und kommen daher durch die kleinste Öffnung. Na, mal sehen, nächstes Jahr um die Zeit werde ich berichten.



CU, A.

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 Betreff des Beitrags: Re: Minikrötenwanderung
BeitragVerfasst: Do 5. Jun 2014, 23:02 
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Hallo ,

ja , verlassen wird das Gewässer schon in alle Richtungen , sie sollen aber danach schon allgemein wieder in Richtung Habitat der Alttiere wandern . Natürlich nie alle Jungtiere , ein paar werden wohl immer zu Pionieren . Zumindestens kenne ich es so von einem bekannten Feldherpetologen .

Ist eigentlich auch fast logisch - wenn alle Tiere grob aus einer Richtung kommen , müssen sie ja dort eine Weile gelebt haben , zumindestens dort Überwintern . Ich kann mir nicht so richtig vorstellen , dass alle anderen quasi jedes mal zu crashtestdummies werden , das wären ja grob die Hälfte bis zu etwa 2 drittel .

Dieses explosionsartige Verlassen der Gewässer in alle Richtungen wird wohl hier gerade etwas näher untersucht . Ich schaue dieses Jahr auch mal etwas genauer hin wenn es hier bei uns an der Zeit ist .
Falls Du dazu genauere Infos hast , wäre ich daran sehr interessiert .

Die transportablen Krötenzäune stellen hier ehrenamtliche Naturschützer auf . Das ist meist eine Art beschichtete Leinwand , blickdicht und sehr dicht . Ich habe aber auch schon Eigenbauten aus dunkler Folie ( Silofolie ) verwendet , oben Löcher reingeknipst ( besser sind Ösen für Ösenpreßzangen ) und dann passende Schur durchgefädelt wenn die Folie nicht selbst steht . Dann noch die Haltepflöcke und natürlich die Fallgrubengefäße nicht vergessen . Unten wird die Folie eingegraben - Spatenstich an Spatenstich - oder mit Erde angehäufelt . Wo machbar , hat sich ein Schrägstellen entgegen der Wanderrichtung bewährt - so kann man die Abstände zwischen den manchmal sehr mühseelig einzubuddelnden Sammeleimern etwas vergrößern . Die Tierchen bilden ja wie unsere Untiere auch manchmal Kletterpyramiden . Ich habe auch schon mit wassergefüllten Schläuchen als unteren Abschluß experimentiert , ist aber noch nicht so ausgereift .

- http://www.amphibienschutz.de/schutz/am ... enzaun.htm

Mit einem innen moosgepolsterten Naßsauger kann man prima solche Minikrötchen einsammeln . Innen einen Plastgewebe Zwiebel/kartoffelsack reinpacken , innen oben entweder mit Klebestreifen befestigen oder bloß um den Naßbehälter nach außen umschlagen , dort das Moos rein und los gehts - ist der halbwegs gefüllt , auswechseln .
Falls der Sauger zu viel Power hat , kann man entweder einen entsprechend leistungsfähigen Dimmer dazwischenschalten oder einfach den Ausgang des Saugers mit einer Socke o.ä. etwas bremsen . Da aber immer mal ohne diese Bremse leer laufen lassen dass der Motor wieder etwas besser gekühlt wird .

Transport ist in diesen Gewebesäcken über kürzere Strecken recht gut möglich , m.M. nach besser als in Eimern wo die Lüftung ja stark gebremst ist . Nicht zu voll machen , die Viecherlein können sich bei Streß auch gegenseitig vergiften . Besen und Kehrschaufel funktioniert natürlich auch , ist aber bei solchen Massen nicht so effektiv . Kühles Wetter macht sich dafür auch besser als höhere Temp.

Ich habe mit dem Naßsauger sogar schon Kaulquappen aus austrocknenden oder zu vollen Kleintümpeln herausgeholt und umgesetzt - die Verluste waren erstaunlich niedrig . Natürlich braucht man draußen in der Natur dazu noch ein Notstromaggregat .

Grüße Frank

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 Betreff des Beitrags: Re: Minikrötenwanderung
BeitragVerfasst: Fr 6. Jun 2014, 06:22 
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Knarf hat geschrieben:
sie sollen aber danach schon allgemein wieder in Richtung Habitat der Alttiere wandern .

Bis zum Beweis des Gegenteils halte ich das für unwahrscheinlich und hier sieht es auch nicht so aus. Wann sollen sie denn beidrehen und warum sollten die Minihüpferlinge erst 100 m schnurstracks gerade aus in die falsche Richtung hopsen? Wie gesagt, ich habe die Dame vom NABU gefragt, die uns hier ins Sachen Kröten berät, ob die Hüpferlinge wissen wo ihre Eltern herstammen. Die Antwort war "eher nicht", was mir auch einleuchtet.


Knarf hat geschrieben:
Ich kann mir nicht so richtig vorstellen , dass alle anderen quasi jedes mal zu crashtestdummies werden , das wären ja grob die Hälfte bis zu etwa 2 drittel .

Doch, weil Mutter Natur nicht einrechnen kann, dass 2/3 der Teichumgebung heutzutage mit menschlicher Siedlung samt Straßen, Häusern und sauber gemähten Gärten zugepflastert ist. In einer natürlichen Umgebung haben sie in alle Richtungen mehr oder weniger vergleichbare Chancen.


Knarf hat geschrieben:
Falls Du dazu genauere Infos hast , wäre ich daran sehr interessiert .

Bisher nur das, was ich seit Jahren als menschliche Barriere zwischen Laichgewässer und Naturschutzgebiet beobachte.


Knarf hat geschrieben:
Die transportablen Krötenzäune stellen hier ehrenamtliche Naturschützer auf .

Yup hier auch, ich zum Beispiel... :zwink:

Wir organisieren die Sache halt nur gerade erst neu. Bislang haben wir unorganisiert Nachtwachen geschoben und die adulten Tiere über die Straße getragen, jeder wie er Lust und zeit hatte. Um die Minis haben sich die Leute nur auf ihren eigenen Grundstücken gekümmert.

Man kann sich wohl solche Zäune auch vom NABU leihen, aber unsere Gemeinde hat sich entschlossen welche auf eigene Kosten anzuschaffen. Sie will uns für das Bohren der Eimerlöcher auch einen Erdbohrer zur Verfügung stellen. Sonst würde es vermutlich verdammt harte Arbeit, wir sind Tonabbaugebiet...


CU, A.

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 Betreff des Beitrags: Re: Minikrötenwanderung
BeitragVerfasst: Fr 6. Jun 2014, 12:23 
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Ain't it? hat geschrieben:
Was ich mich jetzt frage ist, wann und wie entscheiden sie, dass sie weit genug weggehüpft sind oder - andersrum betrachtet - am Ziel angekommen sind?
Ja, ich könnte mir auch vorstellen, dass sie solange hektisch im (für sie vermeintlich sicheren) Krötenpulk mitlaufen bis sich die Schar auf ein Minimum reduziert hat, sie für Fressfeinde „sichtbar“ werden und dann in den Einzelkämpfermodus schalten mit Kreuz-und-Querlaufen etc. Vermutlich fangen sie dann auch erst an, gezielt nach geeigneten Feuchtzonen zu suchen, ihrem Ziel. So ähnlich wie Schildkrötenweibchen bei der Eiablage? Eine Sache abgehakt, nächster Vorgang...

Spielt bei Fröschen und Kröten als Auslöser nicht auch die Erdanziehung oder der Luftdruck eine nicht unwesentliche Rolle...?

LG Andreas


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 Betreff des Beitrags: Re: Minikrötenwanderung
BeitragVerfasst: Fr 6. Jun 2014, 12:31 
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Hallo ,

Zitat:
Doch, weil Mutter Natur nicht einrechnen kann, dass 2/3 der Teichumgebung heutzutage mit


hm ja , klingt auch logisch - wird hier aber auch nicht wirklich so beobachtet . Hier gibt es viele Gewässer und Tümpel mit auch noch viel mehr oder weniger natürlichem Lebensraum drumherum die auch mehr oder weniger von Erdkröten genutzt werden bzw. könnten . Es dürfte sich also sowieso schon anders verteilen als in Gebieten wo bloß wenige Gewässer zur Verfügung stehen . Trotzdem gibt es auch hier Hauptwanderstrecken und auch Hauptablaichgewässer .

Es werden eben gar nicht alle geeigneten Tümpel und Teiche überhaupt genutzt . Obwohl gerade die Erdkröte in Gewässern mit normalem Fischbesatz die wohl am besten an solche Freßfeinde angepaßte Art ist . Die Quappen scheinen ungenießbar für die meisten Fischarten zu sein . Erdkrötenmännchen können im Liebeswahn sogar Junghechte so umklammern dass diese daran eingehen

Ein durch Forellenbesatz plötzlich zur Falle gewordenes Gewässer unterbricht den natürlichen Kreislauf bzw. die Vorliebe , möglichst im "Geburtsgewässer " später auch wieder für Nachwuchs zu sorgen , auch nicht . Erdkrötenweibchen laichen oft bloß aller 2 Jahre , bei einer durchschnittlichen Lebenszeit von ca 12 Jahren . Bei durchschittlich 4 Jahren bis zur Geschlechtsreife sind das pro Weibchen ca 5 - 6 Laichvorgänge im Leben .
Es müßte also nach grob 15 Jahren fast Schluß mit Wanderungen dorthin sein - ist es aber auch nicht wenn sich nicht noch andere zusätzliche negative Veränderungen ergeben .

Es besteht neben den eigentlichen Gewässereigenschaften auch ein Zusammenhang mit anderen dort lebenden Amphibienarten . Grasfroschquappen fressen den Laich , evtl. auch Quappen anderer Lurch/Amphibienarten , die Erdkröten sind davon aber wohl evtl. weniger stark betroffen . Hier existieren beide Arten im gleichen Laichgewässer . Beide Quappen haben eine Art Abwehrgift was sie auch gegen Artgenossen einsetzen können wenn der Lebensraum zu eng wird .


Hier gibt es Teiche die nach Auskunft alter Bauern schon immer als Laichgewässer genutzt worden , andere dagegen nicht - egal was da zwischenzeitlich für Fischarten drin lebten .
Selbst durch Düngereintrag ( Gülle , synth. Dünger ) vergiftete Gewässer werden in den nä. Jahren immer wieder zum Laichen aufgesucht . Eigentlich müßte ja theoretisch eine mehrjährige Unterbrechung irgendwann mal für ein Ausbleiben von dort geschlüpften Tieren sorgen .

Ich frage mich oft , warum es gerade dieser oder jener Teich sein muß , wenn direkt daneben ein für meine Begriffe identisches Gewässer liegt was durchaus auch als Ausweich dienen könnte . Dass in solchen Gewässern Kröten auch groß werden können , zeigen schon meine Notumsetzungen von Laich oder Quappen aus austrocknenden Tümpeln .

Eigenartigerweise hielten solche künstlichen Neubesiedelungen aber bisher kaum lange vor . Geht man von einem durchschnittlichen Eintritt der Geschlechtsreife von 3 - 5 Jahren aus , müßte ja spätestens dann wenigstens ein Teil der dort geschlüpften Kröten wieder auftauchen . Passiert aber eher selten . Warum weiß ich nicht genau . Ich vermute auch hier genetisch fixierte Vorlieben für das Laichgebiet der Elterntiere .

Während des Laichvorgangs umgesetzte Erdkröten laichen stur weiter , selbst in einem Eimer passiert das . Einmal begonnen , kann das Krötenweibchen den Ablagevorgang nicht mehr stoppen .Gleiches gilt für Weibchen die gegen Ende der Hauptlaichzzeit umgesetzt werden . Evtl. verlieren sie während dieser Zeit ihren Orientierungssinn kurzzeitig und sie laichen dann auch in fremden Gewässern .Während der Wanderung umgesetzte Tiere wandern dagegen sofort nach Freilassung wieder in Richtung ihrer Heimatlaichgewässer .

Für die abgesetzten Quappen scheint das aber nicht zu gelten . Es kehren nicht sehr viele davon an dieses neue Geburtsgewässer zurück . Theoretisch könnte ja ein Krötenpaar durchschittlich 5000 Nachkommen bei einem Laichvorgang produzieren - das dürfte locker für eine Neubesiedelung ausreichen .

Auch die Wanderungen zu den Laichgewässern sehen hier nicht unbedingt wie Sternwanderungen aus . Es scheint regelrechte Hauptwanderungsrouten zu geben - deshalb ja auch die relativ leicht errichtbaren Barrieren aus Krötenzäunen . Klar ist eine Straße quer dadurch erst mal eine Haupthindernis , aber manchmal liegt unmittelbar daneben frei benutzbares Terrain was augenscheinlich problemlos als Ausweich genutzt werden könnte - aber eben kaum wirklich wird .

Zitat:
Bis zum Beweis des Gegenteils halte ich das für unwahrscheinlich ....


Darin unterscheiden wir uns eben - ich halte nicht viel von solchen Beweisen , die alte Lehrmeinungen ( mit evtl. auch noch unvollkommenen Methoden ) widerlegen müssen . Ist das nicht auch eher bloß Festhalten an alten Vorstellungen , egal wie unwahrscheinlich sie werden , je mehr man darüber nachdenkt ?

Es gibt Berichte von Laienherpetologen worin sogar beschrieben/vermutet wird , dass Erdkröten nicht bloß ihr Laichgewässer immer wieder aufsuchen , sondern auch sogar die Stelle wo sie nach der Metamorphose an Land gingen . Das setzt ein sehr komplexes Speichern , Abrufen und auch Vereben von Koordinaten voraus .

Ich nehme an , dass nicht bloß die Koordinaten der Geburtsgewässer genetisch fixiert werden , sondern auch grob die Koordinaten der bevorzugten Landlebensgebiete . Ob und wenn ja wie diese sogar evtl. erlernt und dann auch vererbt werden können, wäre die nächste Frage .

Immerhin werden heutzutage viele angrenzende Flächen landwirtschaftlich genutzt , mit wechselnder Eignung als Lebensraum für die Kröten je nach Feldfruchtart . In Maisdeldern dürfte ein besserer Lebensraum zur Verfügung stehen als z.B. in anderen Getreidearten , die stehen einfach zu dicht . Sie dürften also nicht jedes Jahr auch unbedingt immer den exakt gleichen geeigneten Landlebensraum zur Verfügung haben . Sie müssen ausweichen können und tun es ja wohl auch . Trotzdem kommt es immer wieder zu Laichwanderungen aus grob derselben Richtung .

Zitat:
Die Antwort war "eher nicht", was mir auch einleuchtet.

Worauf stützt sich denn diese Aussage ?
Warum sollten die Tiere zwar die Koordinaten ihres Geburtsgewässers genetisch fixieren und weitergeben können , die Koordinaten des Landlebensbereiches aber nicht ?

Zitat:
Yup hier auch, ich zum Beispiel.

Ich fahre sogar nachts raus zum "Krötenkehren" . An unseren fest eingebauten Krötenzäunen gibt es ein paar bösartige Lücken , dort sammel ich oft Mörtelkübel voll ein und fahre die Tierchen dann ein Stück weiter in sicheres Gebiet . Ist manchmal nicht ungefährlich , selbst nachts rasen ein paar Mitbürger wie blöd auf den Landstraßen und bremsen auch trotz mittels zusätzlichen Dachlampen taghell beleuchtetem weit sichtbaren PKW selten rechtzeitig ab . Blaulicht darf ich legal nicht einsetzen :mrgreen: aber eine blau blitzende "defekte" LED lampe hilft doch schon sehr .

Grüße Frank

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 Betreff des Beitrags: Re: Minikrötenwanderung
BeitragVerfasst: Fr 6. Jun 2014, 13:29 
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Knarf hat geschrieben:
Warum sollten die Tiere zwar die Koordinaten ihres Geburtsgewässers genetisch fixieren und weitergeben können , die Koordinaten des Landlebensbereiches aber nicht ?

Die Koordinaten sind nicht genetisch fixiert, sondern werden erst kurz nach der Metamorphose geprägt. Die Wanderungen der Minikröten erfolgen wohl entlang bevorzugter Landschaftsstrukturen. Genetisch fixiert sind nur die Entscheidungskriterien welche Struktur "gut" ist und welche nicht. Dadurch können die Tierchen in natürlicher Landschaft tatsächlich in "Ströme" geleitet werden und auch wieder im Bereich der Gebiete der Alttiere ankommen, denn die haben ja nach denselben Kriterien entschieden. Im Bereich von Siedlungen gilt das aber nicht mehr so. Durch die menschlichen Einflüsse sind viele der Entscheidungen, die die Minikröten treffen, heutzutage leider Todesurteile. Das betrifft insbesondere ihre Vorliebe zu feuchten Gräben und Bodenvertiefungen. Deswegen fallen sie massenweise in Gullis, Kellerschächte etc, aus denen sie aber - anders als aus natürlichen Gräben - nicht mehr herausklettern können. Besonders gefährlich ikönnte es also sein, wenn die Teichränder noch einigermaßen natürlich sind und die Probleme erst später anfangen. Haben sie sich erst mal für eine Richtung entschieden, halten sie die wohl bei. D.H. nur die Tiere, die anfänglich schon in die "richtige" Richtung gehopst sind, haben echte Chancen.


CU, A.

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 Betreff des Beitrags: Re: Minikrötenwanderung
BeitragVerfasst: Fr 6. Jun 2014, 15:44 
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Hallo ,

Ich glaube diese Vermutung nicht , ich schließe sie bloß nicht von vornherein aus - bloß weil Beweise noch immer ausstehen .

Die Tiere orientieren sich zwar evtl. auch an Mond , Sternen , Gerüchen und evtl. wohl auch mittels Feuchtespüren , aber sie marschieren eben immer genau zu ihrem Geburtsgewässer , egal ob sie den Sternenhimmel sehen können , egal welche Gerüche evtl. gerade verfälscht werden und egal wie feucht es exakt gerade ist .

Exakt bewiesen ist davon nichts , auch manches sogar in Feldversuchen wiederlegt worden . Bei absichtlichen Umsetzungsversuchen wurde der Geruchssinn als Hauptorientierung fast ausgeschlossen , ebenso die optische Orientierung anhand von Sternbildern . Die Wanderungen finden sowieso eher bei feuchter Witterung überwiegend abends bzw. nachts statt , also dürfte da auch sowieso eher wenig mit klarem Himmel zu rechnen sein .

Bleibt der Erdmagnetismus übrig oder eine noch völlig unbekannte bzw. evtl. auch bloß unbeachtete andere Möglichkeit . K.A. ob evtl. auch die Anziehungskraft des Mondes irgendwie gespürt und dazu genutzt werden kann .

Also könnte ja wohl ein "innerer Kompass" vorhanden sein , den sie zum Vergleich nutzen können . Dürfte/könnte ähnlich den Wanderungen bei anderen Tierarten sein die es ebenso machen . Dazu gibt es Untersuchungen die vermuten lassen , dass auch manche anderen Tierarten den Erdmagnetismus dafür nutzen können wo es heute noch gar nicht belegt ist .

Auch der Mensch scheint/könnte das in seinen anfänglichen Wanderzeiten evtl. mal gekonnt haben . Das sind aber dertzeit noch sehr vorsichtige Thesen bzw. Schlußfolgerungen aus Untersuchungen .

Aber egal wie sie es machen , irgendwie/wo müssen sie es abspeichern können . Wie es aussieht auch über mehrere Generationen hinweg . Das dürfte/könnte ja wohl am ehesten über Vererbung passieren , oder ?

Wenn sie die einen Koordinaten speichern und auswerten können , warum sollen sie es bei den anderen nicht können bzw. es da nicht tun ? Im Prinzip bieten beide Koordinaten eine Lebenshilfe .

Zitat:
Die Koordinaten sind nicht genetisch fixiert, sondern erst kurz nach der Metamorphose geprägt.


Ich denke/vermute/hypothetisiere , dass es evtl. beides gibt . Den fertig vorhandenen Marschplan und dann daneben die Methode Irrtum/Erfolg . Ist die alte Route noch begehbar , wird sie halt genommen . Wenn nicht wird nach Aus/umwegen gesucht . Die dabei umkommen , geben ihre Erfahrungen halt nicht weiter . Die Erfolgreichen aber schon . So reguliert sich das System ständig neu bzw. eher leicht um , mit sehr großer Beharrungstendenz was evtl. auch der genetischen Fixierung zumindestens nicht widerspricht . Instinkte sind nun mal stärker als neue Erfahrungen .

Dass es nicht schlagartig komplett neu angelegt wird , zeigen doch die immer noch stur weiterbenutzten alten Wanderwege , egal wieviele Hindernisse da mittlerweile entstanden sind und immer noch entstehen .

Dass auch erlernte Fähigkeiten verebt werden können , wird mittlerweile nicht mehr bestritten . Ob dieses erst recht neu bekannte Phänomen hier zutrifft , dürfte bloß eine weitere Vermutung ergeben .

Zitat:
Haben sie sich erst mal für eine Richtung entschieden, halten sie die wohl bei. D.H. nur die Tiere, die anfänglich schon in die "richtige" Richtung gehopst sind, haben echte Chancen.


Ok , mal angenommen das stimmt . Wieso kommen aber diese Tiere dann später nicht aus annähernd dieser richtigen Richtung auch zurück ? Es scheint ja nicht so viele richtigen Richtungen zu geben , wenn man bedenkt dass die Zurückroute immer noch fast lemmingartig bewandert wird . Zumindestens hier im Umfeld wären noch viele andere Ausweichmöglichkeiten vorhanden , die werden aber scheinbar nur wenig auch genutzt . Warum ?

Ich frage mich dazu z.B. auch , warum diejenigen Individuen welche einen evtl. sicheren Ausweichweg gefunden haben , diesen dann nicht so erfolgreich weitergeben , dass er zur neuen Marschroute wird . Theoretisch müßten diese anfänglich wenigen Abweichler ja irgendwann mal in der Überzahl sein weil ja die anderen "Lemminge" viel stärker selektiert werden . Das passiert aber nicht so bzw. ist so noch nicht beobachtet und belegt worden .

Tja , dazu habe ich noch gar keine Theser oder Vorstellung , höchstens einen hinkenden Vergleich .
Wieso herrscht auch beim Homo sapiens Konformität vor , trotz oft klar erkennbarer Nachteile durch dieses Verhalten ?

Gottes Abbild ? :wink1:

Grüße Frank

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 Betreff des Beitrags: Re: Minikrötenwanderung
BeitragVerfasst: Fr 6. Jun 2014, 16:32 
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Knarf hat geschrieben:
aber sie marschieren eben immer genau zu ihrem Geburtsgewässer

Knarf, du redest völlig an dem vorbei was ich schreibe. Keiner zweifelt daran, dass paarungsbereite Kröten zu ihrem Geburtsgewässer wandern und anschließend wieder zurück zu ihren Sommer-/Wintergebieten.

Knarf hat geschrieben:
Wie es aussieht auch über mehrere Generationen hinweg . Das dürfte/könnte ja wohl am ehesten über Vererbung passieren , oder ?

Das (langfristige) Umprogrammieren auf Ausweichsgewässer geschieht, in dem man Zwangsverpaarungen im neuen Gewässer erzwingt. Die Alten kehren - wenn sie können - für die folgenden Laichperioden trotzdem wieder an ihr eigenes Geburtsgewässer zurück. Aber die Jungen kommen in einigen Jahren zum Laichen in dieses neue Gewässer, weil sie um die Metamorphose herum eben auf ihr EIGENES Geburtsgewässer geprägt wurden.

Erdkröten erst mal zum Ablaichen in fremden Gewässern zu bringen, scheint dabei die größte Schwierigkeit zu sein. Aber wenn es gelingt, betrachten die Jungkröten dieses neue Gewässer automatisch als ihr Heimatgewässer und werden dorthin zurückkehren, vorausgesetzt natürlich das neue Gewässer und seine weitere Umgebung sind wirklich für Erdkröten geeignet, sodass sie bis dahin überlebt haben.


Knarf hat geschrieben:
Ich denke/vermute/hypothetisiere , dass es evtl. beides gibt . Den fertig vorhandenen Marschplan und dann daneben die Methode Irrtum/Erfolg . Ist die alte Route noch begehbar , wird sie halt genommen . Wenn nicht wird nach Aus/umwegen gesucht

Klar, nur was hat das mit der Frage zu tun, ob genetisch oder geprägt? Irrtum/Erfolg gibt es zusätzlich.



Knarf hat geschrieben:
Ok , mal angenommen das stimmt . Wieso kommen aber diese Tiere dann später nicht aus annähernd dieser richtigen Richtung auch zurück ?

Die extrem wenigen, die die falsche Richtung (also eine gänzlich ungeeignete menschliche Ansiedlung) 5 Jahre überlebt haben, werden auch aus dieser Richtung zurückkommen. Bei unserem Dorfteich kommen die allermeisten adulten Kröten aber aus der "richtigen" Richtung, dem hinter meinem Haus befindlichen Naturschutzgebiet, wogegen die Minis in alle Richtungen aufbrechen.


Knarf hat geschrieben:
Ich frage mich dazu z.B. auch , warum diejenigen Individuen welche einen evtl. sicheren Ausweichweg gefunden haben , diesen dann nicht so erfolgreich weitergeben , dass er zur neuen Marschroute wird .

Weil weder Koordinaten noch der Weg dahin vererbt werden, sondern nur der Instinkt um geeignete Geländestrukturen, dazu brauchen sie auch keinen Mond u, keine Sterne und auch keinen klaren Himmel.


CU; A.

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