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BeitragVerfasst: Sa 28. Nov 2015, 01:30 
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Hallo liebe Schildkrötenfreunde,

ich bin bei der Recherche im Internet auf dieses Forum gestoßen und hoffe doch, hier den einen oder anderen Hinweis für die Planung und Umsetzung meines eigenen Wasserschildkrötenprojekts zu bekommen.

Im kommenden Frühjahr habe ich endlich die Möglichkeit, im eigenen Garten einen größeren Naturteich anzulegen. Das war schon lange mein Wunsch - und da dachte ich mir, ich könnte so einen Teich auch gleich schildldkrötengerecht einrichten. Das ist nämlich ein weiterer Wunschtraum, den ich schon seit Kindheitstagen hege. Und jetzt bietet sich die Gelegenheit, und ich möchte natürlich keine Fehler dabei machen.

Der Teich soll eine Ausdehnung von etwa 4 Metern mal 2,5 Metern haben, mit einem Volumen von ca. 4000 Litern. Überwiegend soll er als Flachwasserzone gestaltet werden, im Tiefwasserbereich sollte er allerdings mindestens 1,2 Meter betragen. Über eine ausbruchssichere Umfriedung zerbreche ich mir noch schwer den Kopf - alle Lösungen, die ich bisher gesehen habe, gefallen mir nicht so recht, da der natürliche Charakter der von mir geplanten Teichanlage dadurch doch erheblich beeinträchtigt würde.

Wenn es möglich ist, möchte ich auf den Einsatz von Technik wie Umwälz- oder Filterpumpen komplett verzichten, nur fehlt mir die Erfahrung wie sich heiße Sommertage auf die Wassererwärmung und -qualität auswirken, noch dazu, wenn sich zwei oder drei Schildkröten im Teich tummeln. Ich denke mir, bei kleineren Gartenteichen könnte das ein Problem werden, jedoch bei 4000 Litern und geeignetem Pflanzenbesatz müßten eigentlich die Selbstregulierungskräfte eines solchen Gewässers greifen, oder?

Wäre dann noch die Frage nach den geeigneten Schildkröten: Ich denke da an die Europäische Sumpfschildkröte und zwar deshalb, weil mir eine ganzjährige Haltung der Schildkröten im Gartenteich vorschwebt. Soviel ich weiß, soll die Überwinterung in Freilandhaltung bei den nordamerikanischen Vertretern der Wasserschildkröten ziemlich heikel sein. Und obwohl ich z.B Rotwangen-Schmuckschildkröten auch sehr ansprechend finde, würde ich darauf dann lieber verzichten.

Dann würde ich mich an dieser Stelle natürlich sehr über Kritik, Vorschläge, Haltungsberichte etc. freuen, damit ich mein Vorhaben auch gut in die Tat umsetzen kann. Gerne würde ich mir auch mal Schildkrötenteiche und Anlagen anderer Halter oder Züchter ansehen - nur sollte sich dies auf den ostwestfälischen/südniedersächsischen Raum beschränken, eine Anreise muß für mich ohne viel Aufwand möglich sein.

LG, Markus


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BeitragVerfasst: Sa 28. Nov 2015, 08:15 
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Beiträge: 29
Hallo Markus!
Ich habe mich extra für deinen Beitrag in dem Forum angemeldet. Ich bin aber kein Anfänger in Schildkrötenangelegekeiten. Ich besitze seit über 40 Jahren Wasserschildkröten. Zuerst Rotwangen , seit den frühen Neunzigern Picta belli und und seit 7 Jahren Emys. Die Amerikaner im Sommer immer im Freiland. Mein Teich hat fast genau die Maße , die du dir vorstellst. Als meine Emys vor 3 Jahren die Größe hatten ,um im Freiland zu überwintern,habe ich ihn dann so umgebaut wie ihn Europäer benötigen.
Als erstes ist es ein normaler Folienteich, stufenförmig angelegt, rund 1,10m tief. Damit die die Kröten auch bei kalten Temperaturen problemlos am Grund hochlaufen habe ich ihn mit so grünen Vogelschutznetz , gibt es im Baumarkt, ausgelegt .Auf das kommt eine dünne Zementestrichschicht, so 1-2cm in die mann zum Abschluss noch Flusskiesel eindrücken kann. Direkt an an der Oberfläche ist ein ungefähr 20 cm breiter Streifen Kunststoff Teichvlies angeschlossen. Als anwachshilfe für Pflanzen Moos ect.
Alle großen Pflanzen sind in Kübel gesetzt, so kann mann dem unverschämten Wachstum einhalt gebieten. Die Wasserqualität ist bei 2 Emys kein Problem, wenn der Teich eingefahren ist. Voraussetzungen keine Goldfische! Mein Teich ist im Sommer mit 5 Emys und 5 Bellis besetzt, es gibt ein paar Moderlieschen und als Resteverwerter 3 -5 Sonnenbarsche. Bei Sonne kann ich problemlos in 1,10 den Grund sehen.
Muss allerdings dazu sagen im Sommer filter ich über einen 2 Kammer Aussenfilter. Ab Dezember steht ein Oxidator im Teich.
Eingefriedet ist das ganze mit grünen Kaninchendrahtzaun .als Überkletterschutz benutze ich Aluprofiele aus dem Baumarkt. Das schon seit vielen Jahren.
Bis Heute hat es noch keine drüber geschafft, auch nicht die Weibchen wenn sie auf Wanderung wegen der Eiablage gehen.
So das wars vom mir .Leider wohne ich nicht in deinem Einzugsgebiet.
LG Jürgen
Mit Bildern das klappt noch nicht. Das Forum akzeptiert nur 300 Mb muss erst mal sehen wie ich die auf dem Handy kleiner bekomme.

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BeitragVerfasst: Sa 28. Nov 2015, 08:41 
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PS sehr zu empfehlen ist das Buch" Freilandanlagen für Wasser und Sumpfschildkröten" von Kalter

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BeitragVerfasst: Sa 28. Nov 2015, 09:11 
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Hallo Markus,

emys orbicularis hat geschrieben:
ich bin bei der Recherche im Internet auf dieses Forum gestoßen

Herzlich willkommen, hier im Forum und bei den Emys-Fans...



emys orbicularis hat geschrieben:
ich möchte natürlich keine Fehler dabei machen.

Wir können dir dabei helfen, die Fehler zu minimieren... :zwink:

Goldfische und Co im Emysteich würde übrigens auch ich als Fehler betrachten...

emys orbicularis hat geschrieben:
da der natürliche Charakter der von mir geplanten Teichanlage dadurch doch erheblich beeinträchtigt würde.

Denk mal über einen "Zoograben" nach, den sieht man von weiten kaum. Bei Wasserschildkröten geht natürlich kein Wassergraben, sondern ein Graben, der auf der Außenseite eine glatte Steilkante ggfs. mit einem kleinen Überhang aus Natursteinen hat. Zum Teich hin sollte er natürlich flacher auslaufen, damit die Tiere wieder zurück können.

Ich habe so etwas, allerdings zusätzlich mit einer Steinbarriere außen, damit meine Landschildkröten nicht in das Gehege der Sumpfschildkröten gelangen können. Man kann den Zoograben aber natürlich auch völlig bodeneben anlegen:

Image


Beachte, das Wasserschildkröten wirklich sehr gut klettern können und geschickt auch Pflanzen etc als Fluchthelfer nutzen...

emys orbicularis hat geschrieben:
Wenn es möglich ist, möchte ich auf den Einsatz von Technik wie Umwälz- oder Filterpumpen komplett verzichten,

Ich hatte früher einen Filter am Teich, habe ihn aber jetzt schon 5 Jahre lang nicht mehr. Sobald der Teich gut eingewachsen ist, reguliert er sich tatsächlich von selbst. Eine gewisse Veralgung, insbesondere zu den Zeiten, zu denen die Pflanzen nicht ganz so stark wachsen, muss man aber als natürlich betrachten. Gegen Fadenalgen hilft ein Filter ohnehin nicht.


emys orbicularis hat geschrieben:
Ich denke da an die Europäische Sumpfschildkröte

Achte darauf, dass du unterartenreine Tiere der Haplotypenreihen I oder II bekommst (entweder/oder). Sie sollten außerdem "auf Weibchen gebrütet" sein, ein Männchen kannst du ggfs. später nachkaufen.


emys orbicularis hat geschrieben:
Haltungsberichte

Schau dir mal meine Webseite an:

http://www.emys-home.de

Besonders interessant könnte für dich auch Bilder vom Bau meines Teiches sein:

http://www.emys-home.de/EmysTEichbauKrueger.htm



CU, A.

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BeitragVerfasst: Sa 28. Nov 2015, 15:15 
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Hallo
So ein " Zoograben" ist eine feine Sache, Voraussetzung mann hat genug Platz. Wenn du wie ich mit jedem Meter rechnen musst sieht das anders aus. Hab mal noch ein paar Bilder gefunden , leider keine Totale.
Dateianhang:
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BeitragVerfasst: Sa 28. Nov 2015, 23:55 
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Vielen Dank erst einmal für den ausführlichen Support! Tja, das Wasserschildkrötenhaltung eine nicht völlig unkomplizierte Angelegenheit ist, habe ich ja schon geahnt. Deshalb bin ich jetzt auch nicht total frustriert, es stellen sich mir nur neue Fragen, v.a. was die Haltung der Europäischen Sumpfschildkröte betrifft.

Angenommen, ich bekomme juvenile Nachzuchten von emys orbicularis, gehe ich davon aus, daß ich sie nicht sofort in den Gartenteich einsetzen kann. Als "Zwischenstation" für junge Wasserschildkröten sind alle möglichen Behälter, selbst Mörtelwannen aus dem Baumarkt in Gebrauch, soweit ich das überblicke. Ohne deshalb das Projekt Naturteich komplett zu den Akten zu legen, denke ich mir nun, ich mache aus der Not eine Tugend und baue zuerst ein Aufzuchtbecken, in dem ich die Jungtiere - bis sie ausgewachsen sind - für 2 oder 3 Jahre kontrollierter und geschützter halten kann als im großen Gartenteich.

Ich würde dafür einen kleineren Fertigteich (oder halt nur eine Mörtelwanne) nehmen, der wiederum in eine Art Hochbeet eingebaut wird. Dieser "Kasten" wird stabil von dicken Schalbrettern eingefaßt, die etwa 40-50 cm über den Boden hinausragen und die Anlage somit ausbruchssicher machen. Nach oben verschlossen wird das Ganze z.B. mit Kaninchendraht (Freßfeinde!), im Winter könnte man eine stabile Plexiglassscheibe darüber legen. Ich meine, Bilder von dieser Art Schildkrötenanlage schon irgendwo gesehen zu haben.

Es ist klar, daß ein solches Schildkrötenbecken weitaus geringer dimensioniert ist als ein großer Naturteich. Bei eindeutig viel weniger Wasservolumen werde ich in dem Fall um eine Filterpumpe wohl nicht herumkommen, optional erwäge ich dazu den Einsatz einer Wärmelampe für die Übergangszeit im Frühjahr - also viel mehr Technik als ursprünglich gedacht. Es stellt sich nur die Frage, ob eine Überwinterung im Freiland in solchen Anlagen überhaupt möglich ist - auch für die Europäische Sumpfschildkröte. Wenn nicht, kann ich mir weitere Planungen in diese Richtung ersparen.

Wenn es Halter oder Züchter gibt, die solche oder noch andere Freilandanlagen nutzen, würde ich mich über Rückmeldungen freuen.

LG, Markus


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BeitragVerfasst: So 29. Nov 2015, 00:20 
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emys orbicularis hat geschrieben:
V

Ich würde dafür einen kleineren Fertigteich (oder halt nur eine Mörtelwanne) nehmen, der wiederum in eine Art Hochbeet eingebaut wird. Dieser "Kasten" wird stabil von dicken Schalbrettern eingefaßt, die etwa 40-50 cm über den Boden hinausragen und die Anlage somit ausbruchssicher machen. Nach oben verschlossen wird das Ganze z.B. mit Kaninchendraht (Freßfeinde!), im Winter könnte man eine stabile Plexiglassscheibe darüber legen. Ich meine, Bilder von dieser Art Schildkrötenanlage schon irgendwo gesehen zu haben.


LG, Markus


hi markus

das wird nicht funktionieren! dieser minitüpmpel teich kann kaum wärme speichern; der kühlt nachts viel zu stark aus und wenn die sonne reinscheint kocht das wasser fast. die temperaturschwankungen sind massiv! ausserdem friert das teil im winter durch..

wenn du eine "aufzucht-beobachtungsstation" planst, würde ich sie ganz normal (IM HAUS) in einem anständig dimensionierten aquarium (dann siehst du die tiere auch eher als in der schwarzen mörtelwanne) halten... im herbst runterkühlen (den gesamten raum oder durch verschiebung des aquariums/umsidelung der kröte) und sie dann im kühlschrank überwintern.

aber wenn du schon garten und platz hast... und emys halten möchtest... machs doch gleich gut (also gross und draussen). viel erfolg!

grüsse,
samuel


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BeitragVerfasst: So 29. Nov 2015, 06:37 
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Hallo Marcus.
Ich habe meine Tiere auch die ersten Jahre in der größten Mörtelwanne die ich bekommen konnte im Garten gehalten. Ich habe sie aber fast komplett eingegraben, eben um gar zu große Temperaturschwankungen zu minimieren. Das hat hat von März bis Oktober sehr gut funktioniert. So konnte ich die Tiere gut überwachen , was dir bei einem großen Teich ganz schlecht gelingt. Gerade Jungtiere sind extrem scheu. Der Vorteil ist auch , das man die Schildkröten direkt einwintern kann , zB. wenn die ersten Fröste kommen und man brauch zu Hause nicht Experimentieren , was nicht immer so einfach ist. Im Frühjahr geht es dann wieder direkt in die Außenanlage.
Ein Nachteil ist wirklich die Wasserqualität, trotz guter Bepflanzung wirst du um einen zeitweiligen Wasserwechsel nicht herum kommen. Das ist aber auch eine Gelegenheit die Tiere zu kontrollieren. Nach vier , fünf Jahren ziehen sie dann in die große Anlage ein . Dort hast du dann sowiso kaum noch Chancen die Schildkröten zu fangen, ohne das Wasser abzulassen. Wie schon gesagt Emys sind sehr scheu. Es wird zwar mit zunehmender Größe besser, wie meine Bellis beim sonnen mit der Hand wegnehmen konnte ich noch keine. Im großen und ganzen gesagt ist es keine Hexerei und die Kleinen lassen sich, gutes Futter voraus gesetzt, problemlos aufziehen.
LG Jürgen

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BeitragVerfasst: So 29. Nov 2015, 09:52 
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emys orbicularis hat geschrieben:
nicht sofort in den Gartenteich einsetzen

Die kleinen Schildkröten wären THEORETISCH in einem gut eingewachsenen Naturteich am besten aufgehoben. Sie haben dort Platz, allerbeste Naturnahrung und könnten natürlich überwintern. Mit der Wassertiefe haben sie keinerlei Problem, vorausgesetzt es sind genügend gut bewachsene Sumpf- und Flachwasserzonen vorhanden. Leider bedienen sich eine Reihe von Fressfeinden an den Minis. Ich kann dir deshalb aufgrund eigener Erfahrung mit einer solchen Aufzucht nur davon abraten. Ich hatte mal 10 wenige Wochen alte Schlüpflinge in meinen Teich gesetzt, um eine wirklich natürliche Aufzucht auszuprobieren. Sechs der 10 Tiere haben sich auch bestens zurecht gefunden und sind im Laufe von 3 Jahren sehr gut und sehr natürlich gewachsen. Vier der Tiere habe ich aber leider verloren, möglicherweise an natürliche Fressfeinde wie Ringelnattern, Eisvögel und Reiher, wahrscheinlich aber eher an Katzen, die gelegentlich am Rand sitzen und lauern. Sie können die Kleinen sehr gut aus dem Teich angeln, wenn die sich in den warmen Randzonen aufhalten.


emys orbicularis hat geschrieben:
Ohne deshalb das Projekt Naturteich komplett zu den Akten zu legen,

Den solltest du parallel dazu realisieren, denn er braucht eine Weile bis er eingefahren ist. Frisch eingesetzte Pflanzen werden von den Schildkröten gerne mal ausgegraben.


emys orbicularis hat geschrieben:
Ich würde dafür einen kleineren Fertigteich

Wir haben in den Foren schon öfters mal von Ausfällen in Fertigteichen berichtet bekommen. Das gilt insbesondere, wenn er nicht komplett gefüllt wird. Die großen freien Plastikwände verstärken Temperaturschwankungen und zwar in beide Richtungen. Sie kühlen das Wasser aus und bei starker Sonneneinstrahlung kann es durch das schwarze Plastik gefährlich überhitzen! Ich will nicht ausschließen, dass man einen solchen Teich gut anlegen kann, aber es ist schwierig. Das gilt ganz besonders, wenn darin eine Überwinterung geplant ist. Anfängern rate ich deshalb davon ab.


emys orbicularis hat geschrieben:
dicken Schalbrettern eingefaßt, die etwa 40-50 cm über den Boden hinausragen und die Anlage somit ausbruchssicher machen.

Schalbretter, die 50 cm über das Wasserniveau hinausragen? Bedenke den Schattenwurf dieser Bretter in den kühleren Jahreszeiten. Sehr viel günstiger wären Plexiglaswände. Sie brauchen bei diesen kleinen Tierchen auch maximal 20-25 cm hoch sein, vorausgesetzt die Ecken sind noch mal etwas abgedeckt.


emys orbicularis hat geschrieben:
werde ich in dem Fall um eine Filterpumpe wohl nicht herumkommen,

Ich habe auch in den kleineren Emysanlagen im Freien keine Filter. Sie sind nach meiner Erfahrung komplett unnötig, vorausgesetzt man stellt sich kein schwimmbadklares Wasser vor, was Emys ohnehin nicht mögen. Insbesondere in Freianlagen schafft der Filter keine mechanische Säuberung des Wassers, dazu ist er fast immer viel zu klein dimensioniert. Alles was er leistet, ist ein bisschen zusätzliche Besiedlungsfläche für Filterbakterien, und die ist in einem richtig angelegten Aufzuchtbecken ohnehin im Überfluss vorhanden. Um das Nitrat kümmern sich die Wasserpflanzen, trotzdem kann ein monatlicher Teilwasserwechsel nicht schaden.

Apropos Wasserwechsel, plane für deinen großen Teich ein das Regenwasser des Daches einleiten zu können



emys orbicularis hat geschrieben:
optional erwäge ich dazu den Einsatz einer Wärmelampe für die Übergangszeit im Frühjahr

Mit weitem Abstand sinnvoller ist es die Aufzuchtanlage in ein Frühbeet zu integrieren. Schau mal, das ist eines meiner Becken hier. Es sitzt auf dem Foto allerdings eine ausgewachsene Emys übergangsweise zur Quarantäne drin. Für bis zu 5 Jungtiere ist die ca. 100 cm x 125 cm große Fläche für 3 Jahre ausreichend. Danach können sie in den Gartenteich.

Image



emys orbicularis hat geschrieben:
Es stellt sich nur die Frage, ob eine Überwinterung im Freiland in solchen Anlagen überhaupt möglich ist - auch für die Europäische Sumpfschildkröte.

Ich hätte da Bedenken. Eine geschlossene Eisfläche auf dem Wasser ist zwar kein Problem, die Frage ist, wie tief es runter gefriert und ob dann das Wasservolumen noch groß genug ist, um ausreichend Sauerstoff zu enthalten. Die Emys in meinen Aufzuchtbecken fische ich im Laufe des Novembers heraus und überführe sie in bepflanzte Container in meinem frostfrei gehaltenen Gewächshaus, Wasserstand je nach Größe der Tiere.

Image

Im obigen Container überwintern 7 diesjährige Schlüpflinge, der Wasserstand liegt bei etwa 5cm.


CU, A.

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BeitragVerfasst: So 29. Nov 2015, 17:30 
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Danke noch mal an alle, die mir hier mit ausführlichen und nützlichen Ratschlägen und auch Fotos weitergeholfen haben!

Daraus ergibt sich für mich folgendes: 1.Jungtiere von emys orbicularis bis zum ausgewachsenen Alter in einem separaten, wie auch immer konstruierten Aufzuchtbecken halten, bis sie in den größeren Gartenteich umgesetzt werden können. Außerdem sollte die Anlage vor dem Zugriff von Ratten, Katzen o.ä. geschützt werden (ich wüßte auch nicht, wie ich meinen Naturteich für solche Freßfeinde garantiert einbruchssicher gestalten könnte). 2. Die Überwinterung sollte im Haus oder Gewächshaus erfolgen, da bei kleinerem Wasservolumen des Beckens Durchfrierungsgefahr besteht. Insgesamt sind starke Temperaturschwankungen des Wassers in solchen kleinen Becken problematisch.

Ich folgere daraus weiter, daß der Erwerb von adulten emys, die an eine Teichüberwinterung gewöhnt sind, die Sache von vorneherein einfacher machen würde, da mir ein Keller oder Gewächshaus nicht zur Verfügung steht. Denkbar wäre lediglich die Unterbringung der Tiere in einem gemauerten, aber unbeheizten Schuppen. Aber ob da der notwendige Schutz vor Frost noch gewährleistet wäre?

Ich kann mir vorstellen, daß in Tierheimen und Auffangstationen viele bemitleidenswerte Wasserschildkröten sehnlichst auf ein neues, artgerechtes Zuhause warten, allerdings wohl überwiegend Vertreter von pseudemys, graptemys oder kleineren Gattungen, die für die Haltung, die mir vorschwebt, so gar nicht in Betracht kommen. Schade eigentlich!

Adventliche Grüße, Markus


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