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 Betreff des Beitrags: Schildkrötenpreise
BeitragVerfasst: Sa 17. Okt 2015, 15:13 
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Hi,

ich möchte euch mal auf einen neuen Beitrag in der Testudo Welt aufmerksam machen:

http://www.testudowelt.de/?p=9478

Er stammt von einem in der Landschildkrötenszene durchaus bekannten Züchter. Er beklagt sich mit drastischen Worten, dass er seine Nachzuchten nicht mehr so leicht verkauft bekommt, weil ein anderer Züchter der Region niedrigere Verkaufspreise als er selber verlangt.

Für diejenigen, die selbst keine Landschildkröten halten: Bis vor einigen Jahren war die Nachfrage nach Griechischen Landschildkröten so groß, dass manche Züchter 100 € und mehr für ihre Nachzuchten verlangten und auch bekamen. Bei diesen Preisen haben viele Halter natürlich möglichst alles ausgebrütet hat, was an Eiern gelegt wurde. Dazu kam dass durch die Aufklärung im Internet die Haltung bei vielen Anfängern deutlich verbessert wurde und immer weniger Tiere starben. Die Folge davon war, dass wir jetzt eine massive Überproduktion an privat gezüchteten mediterranen Landschildkröten haben, was sich natürlich auch in Absatzmöglichkeiten und sinkenden Preisen niederschlägt.

Ich habe sowohl Landschildkröten als auch Wasserschildkröten gezüchtet. Ich sehe einen höheren Verkaufspreis bei den üblichen Landschildkrötenarten gegenüber den gängigen Wasserschildkrötenarten durch nichts gerechtfertigt. Bei Landschildkröten ist zwar der vorgeschriebene Papierkram etwas größer und teurer, dafür ist das Futter für die Nachzuchten billiger. Ansonsten ist nicht viel Unterschied, im Gegenteil, eher würde ich die Wasserschildkrötennachzucht als etwas aufwändiger betrachten. Trotzdem kostete eine kleine Landschildkröte lange Zeit doppelt soviel wie eine kleine Wasserschildkröte (in beiden Fällen meine ich gängige Arten). Jetzt scheinen sich die Preise wieder anzugleichen...

CU, A.

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 Betreff des Beitrags: Re: Schildkrötenpreise
BeitragVerfasst: Sa 17. Okt 2015, 20:09 
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Hallo!



Zusätzlich kommt es auch immer drauf an, welche Kapazitäten man als Halter so hat und dementsprechend, wie schnell man seinen Jungtierbestand "abbauen" muss.
Es gibt durchaus noch Leute, welche bereit sind einen etwas höheren Preis zu zahlen und ihre "helle Freude" damit haben, zusätzlich die Terrarienanlagen zu besichtigen und ein wenig "fachzusimpeln", wenn auch auf Anfänger-Niveau.
Für derartige Halter/Züchter ist es, wie man hier sagen würde, "g'hupft wie g'hatscht" ob bzw. wann genau sie ihre Jungtiere nun loswerden, damit relativiert sich auch der etwas höhere Preis wieder, denn daran "verdienen" tun sie durch die teils lange Haltung der Jungtiere: nichts - "außer" halt Freude an der Sache. Der etwas höhere Preis wird zur "Prinzip-Sache".
Nun hat aber nicht jeder diese Kapazitäten und trotzdem Freude an der Sache, also ist es mehr als legitim, seine Jungtiere billiger=schneller zu verkaufen. Dass das dem ein oder anderen nicht schmeckt ist auch legitim, sich die unterschiedlichen Herangehensweise deswegen aber richtiggehend "madig" zu machen, zeugt, gerade bei Leuten, welche es eigentlich "besser wissen" müssten, nicht von allzu großer Weitsicht - und zwar vor allem hinsichtlich der aktuellen Situation der Terraristik (=wie sie in der Öffentlichkeit dargestellt wird). Da empfinde ich es ehrlich gesagt sogar als etwas "dümmlich", wenn man sich wegen solchen Lapalien "entzweit". Und im Nachhinein dann vielleicht noch wundern...
Inserieren kann ich übrigens wo ich will, das wie ist entscheidend. Und wenn ich es nur aus "Neugierde" mache, so besteht doch immer die Chance, auf ein engagiertes Gegenüber zu treffen, vielleicht ebenfalls per "Zufall/Neugierde" von dessen Seite aus.
Der Spruch "höherer Preis=mehr "Schutz" " zieht meiner Meinung nach in einer Zeit, in der ich alle "paar" Monate z. B. mein Handy eintauschen kann, weils mir zu schlecht geworden ist, auch nicht mehr so wirklich. Zumindest nicht, was den "Wert" von Mediterranen Landschildkröten anbelangt.
Die oben genannten Interessenten sind übrigens deutlich in der Minderheit, es ist nicht ungewöhnlich, wenn Jahre dabei sind, in denen sich gar keine solchen bei einem melden.
Also an alle die da draußen ihre mediterranen Landschildkröten nachziehen: Peace (Gott, wie ich diesen Ausspruch so überhaupt gar nicht mag, aber an dieser Stelle passt er einfach so schön. :blink: ) und habt einfach (wie eigentlich sowieso in vielen Lebensbereichen von Vorteil) einen Begriff von eurem persönlichen Limit bzw. beißt halt einfach in den sauren Apfel, wenn ihr euch mal verschätzt habt (passiert, und zwar jedem). Dann können an Stellen von "Preisdebatten" auch wieder Artikel zu oft wertvollen Beobachtungen/Erfahrungen in der Haltung stehen. So zumindest meine höchst persönliche Meinung.



Lieben Gruß
Emanuel


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 Betreff des Beitrags: Re: Schildkrötenpreise
BeitragVerfasst: So 18. Okt 2015, 08:00 
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Manu hat geschrieben:
Peace

Im Prinzip auch meine Meinung, aber in diesem Fall ist mir zugegeben doch ein bisschen der Kragen geplatzt. Der Mann ist Autor eines Buches über die Aufzucht von Landschildkröten, hat also eine gewisse Vorbildfunktion in der Szene. Aber er zeigt uns ein Foto von der Haltung seiner Schlüpflinge, die nicht nur nicht vorbildlich ist, sondern meines Erachtens sogar gegen das deutsche Tierschutzgesetz verstößt. Eine Unterbringung von mehr als 20 jungen Landschildkröten auf Holzschnipseln in einem Katzenklo wird wohl hoffentlich nicht mal den bescheidenen deutschen Mindestanforderungen entsprechen, und das sagt er ja sogar selber! Deshalb beklagt er sich, dass er wegen der "Schleuderpreise" anderer Züchter seine eigenen Tiere nicht mehr schnell genug los wird.

Mich hat an der Anzeige nämlich viel mehr der Zeitpunkt ihrer Veröffentlichung gestört. Oktober ist doch wahrlich keine Zeit, zu der man Winterstarre haltende Schildkrötenarten an Anfänger abgibt. Reservieren ja, aber davon steht nichts in der Anzeige. Zum gleichen Zeitpunkt steht übrigens noch ein anderer Züchter drin, der seine Tiere etwas teurer anbietet. Honi soit... :zwink:

CU, A.

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 Betreff des Beitrags: Re: Schildkrötenpreise
BeitragVerfasst: So 18. Okt 2015, 12:03 
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Hallo!



Ja, da bin ich ganz bei dir!
Ich habe mit meinen paar Worten auch eher besagten Herrn "angesprochen" (mit "es eigentlich besser wissen müssen" meinte ich ihn), lediglich das "Peace" galt uns allen.
Wie du sagst: Die Argumentation nach dem Motto "Wenn jmnd. derart den Preis drückt, bleibt nur das Katzenklo..." führt sich selbst ad absurdum, hat sie doch noch nicht einmal eine gesetzliche Grundlage. Mehr als kurz gedacht, das öffentlich so darzustellen.
Es ist für mich auch ganz klar die subtil mitschwingende (auf dem Letzten Drücker doch noch verkaufsfördernde?) "Drohung", die definitiv vollkommen fehl am Platze ist, weniger die Unterbringung selbst. Wohl fast ein jeder von uns hat sich im Laufe vieler Jahre schonmal irgendwann mehr oder weniger in seinen Kapazitäten "verschätzt" und musste improvisieren, das meinte ich auch mit "in den sauren Apfel beißen". Es wäre wohl fernab jeglicher Realität zu behaupten "Ich habe stets immer alles perfekt + weitere 120% gemacht". Ist auch nicht Sinn und Zweck, aus Fehlern lernt man bzw. kann man lernen, zudem ist es mit dem nötigen "Know-How" durchaus möglich, mit Provisorien/Improvisationen gute Erfolge zu erzielen.
Für Provisorien aber andere öffentlich verantwortlich zu machen ist nicht nur schlichtweg unfair, sondern hat für mich einen weiteren subtil mitschwingenden Unterton, nämlich den einer Art "Nötigung" (weil ihr... kann ich ja gar nicht anders).
Doch Herr Köhler (und das geht jetzt ausnahmsweise direkt an Sie), man kann meist bis immer anders. Gerade bei der Haltung oviparer Reptilien (und das sind nunmal die allermeisten) kann man anders. Und wenn man in zig Jahren der (hobbymäßigen=Freude machenden=mit dem Bewusstsein, dass ich auf diese Weise sowieso und "optional" [Ihre Worte] maximal einen Teil meiner Kosten decken kann) Nachzucht nicht genug "Freude" beim Beobachten des gesunden Aufwachsens kleiner Schildkrötenschlüpflinge als "Vorrat" angesammelt hat, anscheinend zu wenig(?) Freude "nur" an seinen Adulti hat, sodass einem aus Gründen des "Preisverfalls" der Nachzuchten gleich die Abgabe der Adulti=die Aufgabe der Haltung in den Sinn kommt (auch wenns in ihrer Formulierung "die anderen" sind, die diese Entwicklung dazu verleiten könnte), dann kanns - so zumindest meine bescheidene und möglicherweise auch vollkommen falsche Auffassung - so hobbymäßig=freudemachend dann auch nicht gewesen sein.
Und wenn der "Zug" im Bezug auf die Haltung einer bestimmten Art einfach "abgefahren" ist, man sich neuen Arten widmen möchte/was auch immer, so ist auch das vollkommen legitim und es sollte auch hier wahrlich kein Problem darstellen, das genau so zu deklarieren.

Bedenken muss man nämlich zusätzlich auch immer: Es wird immer jmnd. geben, der es (wirklich) noch besser macht und wenn dieser dann zum Zug kommt, die Messlatte vorzugeben, steht man auf recht dünnem Eis. Besagter Herr sollte ruhig wissen (auch wenn er dies hier möglicherweise nie zu Gesicht bekommt), dass er sich mit seiner Form der Herangehensweise bei ziemlich vielen Haltern selbst ein "Ei" gelegt haben dürfte, weil "seine" Messlatte mit der Katzenklo-Aussage (nicht wegen "Katzenklo", sondern wegen der sich daraus ergebenden "Drohung" der bewussten Unterschreitung gesetzlicher Vorgaben) damit derart tief angelegt ist, dass "Besser-Sein" im Endeffekt sogar ein Leichtes ist.
Es ist beileibe nicht verwerflich zu sehen wo man bleibt und man braucht sich (außer man "steht drauf") beleibe auch nicht selbst zu geißeln, wenn man sich freut, weil die Kostendeckung einmal besonders gut geklappt hat und so spricht auch nix dagegen, das einfach so zuzugeben. Aber in der heutigen Zeit gerade in Bezug auf Mediterrane Landschildkröten, mit denen sich - im Endeffekt seit der Jahrtausendwende - klar abzusehen sowieso kein Honigtopf gewinnen lässt, für eine durch und durch normale Entwicklung (und hinsichtlich der Repräsentation welche Qualität "Haltung heute" hat sogar zum Freuen!) "die Anderen" an den Pranger zu stellen ist sicherlich keine Lösung.



In diesem Sinne Lieben Gruß und nix für Ungut (für mich ist damit auch alles gesagt und der Zuwendung zu wahrlich wichtigeren Dingen steht nichts mehr im Wege)
Emanuel


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 Betreff des Beitrags: Re: Schildkrötenpreise
BeitragVerfasst: So 18. Okt 2015, 12:12 
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Hallo,

es ist ein Trugschluss zu glauben, dass man überwiegend verantwortungsvolle Halter auf den Plan ruft, wenn nur die Preise hoch genug sind. Das sagt gar nichts über Halter und Haltungsbedingungen aus. Es gibt Leute, die locker 150,00 EUR für eine Schildkröte bezahlen würden und sie anschließend totpflegen. Mittlerweile ist es mir egal, ob ein Züchter seine Tiere teuer verkauft, billig abgibt oder gar verschenkt, er sollte sich nur seiner Verantwortung dem Tier gegenüber bewusst sein bzw. so gut es geht Aufklärung betreiben.

So habe ich dieses Jahr mal die Latte höher gehängt und in den Anzeigen stand neben Starre und Aufklärung auch etwas von Garten, Frühbeet u.ä. Resultat: Ich habe dieses Jahr so gut wie keine Schildkröte verkauft, da es nur wenig Anfragen hierauf gegeben hat und die wenigen Interessenten sprangen dann auch ab als sie hörten, welche Mindesthaltungsanforderungen erfüllt sein müssten, damit es den Tieren längerfristig bei uns gut geht. Muss man den Leuten natürlich schon schonungslos sagen. Das kann doch im Ergebnis nur heißen, nicht die Preise hoch zu halten, sondern die Zucht drastisch zu reduzieren bzw. ganz damit aufzuhören.

Der Artikel des Autors liest sich für mich äußerst befremdlich, weil ich den Eindruck zurückbehalte, dass es hier mehr um Käufer, Preisverfall, Abschreibungen und Rechenbeispiele geht als um Aufklärung und Artenschutz – so nach dem Motto: Der versaut mir hier die Preise, dass darf nicht Schule machen...

Ain't it? hat geschrieben:
hat also eine gewisse Vorbildfunktion in der Szene.
Durchaus. Gar keine Frage.

LG Andreas


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 Betreff des Beitrags: Re: Schildkrötenpreise
BeitragVerfasst: So 18. Okt 2015, 16:25 
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Hi

Das Züchter welche auch noch Bücher schreiben nicht unbedingt ein Vorbild sein müssen ist mir schon länger klar... :roll:

Vielen geht es nur darum möglichst hochpreisige Tiere zu züchten und dann auch noch maximale Stückzahlen produzieren zu können.

Aber gab es nicht schon im alten Forum eine Fraktion welche möglichst niedrige Verkaufspreise angestrebt hat um dem Handel das Geschäft zu vermiesen?

Die andere Fraktion wollte lieber Mondpreise haben, damit die Tiere "wertvoller" sind und damit besser behandelt werden.


Meiner Meinung nach ist der Preis den Leuten sch...egal. Wenn sie was haben wollen wird das gekauft und selbst Tiere welche über 1000€ und mehr gekostet haben werden zu Tode gepflegt oder einfach ausgesetzt. :roll:

Was Leute eher abschreckt ist Arbeit und Beschneidung ihrer Zeit. Ist ihnen das im Voraus klar wird meist schon vorher abgewunken und doch lieber ein Hamster gekauft. Der lebt wenigstens nicht so lange und man kann ein Ableben auf die ohnehin kurze Lebenszeit schieben.


lg Marco (der nur Futterschaben züchtet)

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