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 Betreff des Beitrags: Schutzgebühr bei Tierheimtieren
BeitragVerfasst: Mo 22. Feb 2016, 11:52 
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Hi,

mich würde mal eure Meinung zur Höhe von Schutzgebühren von Tierheimtieren interessieren. Ich möchte voranstellen, ich habe nicht vor, mir einen Hund oder eine Katze aus dem Tierheim zu holen und für die beiden Sumpfschildkröten, die ich mir aus Tierheimen geholt habe, habe ich - völlig freiwillig - jeweils über 200 € gespendet. Es ist von meiner Seite also eine rein theoretische Diskussion...

Ich habe im Internet Dutzende Anzeigen entdeckt, die Hunde aus spanischen/osteuropäischen Tierheimen für 300-400 € Schutzgebühr in Deutschland an den Mann bringen wollen. Dazu gibt es immer die rührendsten Stories, welches Leid die Tiere schon alles erfahren haben.

Zwei Beispiele:

https://www.ebay-kleinanzeigen.de/s-anz ... 7-134-3137
http://www.quoka.de/tiermarkt/hunde/c50 ... ochen.html


Ich zweifle selbstverständlich nicht daran, dass es weltweit vielen Tieren besch..... geht. Aber wie weiß man bei solchen Anzeigen, dass man nicht der Hundemafia auf den Leim geht? Aber selbst wenn es sich tatsächlich um Tierheimtiere handelt, sind solch hohe Preise wirklich nur "Schutzgebühren" oder soll nicht doch ein Erlös erzielt werden, z.B. von den Vermittlern, die diese ausländischen Tiere in Deutschland anbieten?


CU, A.

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 Betreff des Beitrags: Re: Schutzgebühr bei Tierheimtieren
BeitragVerfasst: Mo 22. Feb 2016, 18:21 
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Hi

Ich finde es ja gut wenn Leute sich um solche Tiere kümmern. Denke aber ebenfalls das du mit deiner Vermutung nicht ganz falsch liegst... :roll:

Für "Straßenhunde" sind die irgendwie alle "zu hübsch". Oder anders gesagt die Anzeigen sind irgendwie zu perfekt... :denken:

Dann lieber hier eine arme Seele aus einem Tierheim oder Pflegestelle aufnehmen...

lg Marco

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 Betreff des Beitrags: Re: Schutzgebühr bei Tierheimtieren
BeitragVerfasst: Di 23. Feb 2016, 10:32 
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Das Problem z.B. mit osteuropäischen Hunden ist, dass die Leute da drüben schon geschnallt haben, dass immer noch irgendwo ein doofer Deutscher mit zu viel Geld die Viecher herauskauft. Bei den Straßentiervermittlungen passiert es in letzter Zeit auch erschreckend häufig, dass die Leute diese Tiere nicht anständig sichern und die dann am ersten Tag bereits stiften gehen, herumirren und krepieren, also "zu Tode gerettet" worden sind. Zeitweilig muss ich sowas bei Facebook jede Woche lesen.
Ich weiß aber nicht, warum der Thread hier "Schutzgebühr bei Tierheimtieren" heißt, wenn es um Tiere von sonst-wo-her geht ? Es gibt durchaus auch seriöse Vereine, die Tiere aus Tötungsstationen hierher importieren, und die müssen sich irgendwie finanzieren. Der ganze rechtlich erforderte Aufwand ist nunmal nicht kostenlos. Gültige Tollwutimpfung, Chip usw. Falls man darüber nachdenkt, sich so ein Tier zu importieren, sollte man sich vorher unglaublich doll informieren.
Unser Tierheim importiert gelegentlich mal Hunde, aber die haben dann natürlich dieselbe Schutzgebühr und Vermittlungsbedingungen wie die einheimischen Tiere; nicht zu unterschätzen, man kann die Tiere erstmal ausgiebig kennenlernen und notfalls wieder zurückgeben.
Bei den Vereinen, die mit Pflegestellen arbeiten und ausschließlich Auslandstiere importieren, ist der Druck, so ein Tier dann auch zu behalten, viel höher. Und es kann eher zu Problemen kommen. Ein Beispiel : meine Schwester hatte bereits gute Erfahrungen mit einer Katze aus Spanien gemacht und sich eine zweite kommen lassen. Die Tierheime bei ihr in der Gegend vermitteln nur in Freigang, und das kann und möchte sie nicht.
Das Tier kam und hatte überraschenderweise epileptische Anfälle von sehr erschreckendem Ausmaß.
Ein paar Hundert Euro für Untersuchungen ausgegeben, die Grenze gezogen bei einem CT für 600 Euro. Der vermittelnde Verein hatte kein Geld, keinen Platz um die Katze zurückzunehmen usw.
Im Endeffekt kam der Kater dann irgendwann zu denen auf eine Pflegestelle wo er jetzt wohl auch bleibt, aber laut Website dieses Vereines war er völlig gesund und meine Schwester hätte maßlos übertrieben.
Da ich diejenige war, die bei diesen Anfällen panisch angerufen wurde, kann ich mal sagen : stimmt nicht.
Meine Schwester hat jetzt ne Ebay-Zweitkatze (auch lange gesucht) und alles ist gut.

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 Betreff des Beitrags: Re: Schutzgebühr bei Tierheimtieren
BeitragVerfasst: Di 23. Feb 2016, 14:41 
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supernicky hat geschrieben:
Ich weiß aber nicht, warum der Thread hier "Schutzgebühr bei Tierheimtieren" heißt, wenn es um Tiere von sonst-wo-her geht ?

Die Tiere werden nun mal ausdrücklich als Tierheimtiere angeboten. Dabei ist ja erst einmal egal, ob sie im Inland oder Ausland leben. Das ist doch ein komplexes Thema mit verschiedenen Gesichtspunkten. Es interessiert mich ob bei den genannten Preisen tatsächlich der Gedanke einer Schutzgebühr* im Vordergrund steht, und auch wie hoch diese in deutschen Tierheimen ist. Eine Schutzgebühr dient per Definition ja nicht dazu angefallene Kosten zu decken, sondern dazu eine gewisse Hürde für die Annahme einer - gemessen am Wert - eigentlich verschenkten Sache darzustellen.

Für den Zweck möglichst viele Tiere gut unterzubringen erscheinen mir 300-400 € zu hoch. Das reicht an die Preise von Welpen deutscher Hobbyzüchter heran, zumindest wenn man nicht gerade auf Stammbäume und VDH-Champions steht. Da werden einige Interessenten denken, da kann ich mir auch gleich einen Rassehundwelpen holen, und schon bleibt ein armer Kerl länger im Tierheim als nötig. Er verursacht dort außerdem weiter Kosten. Damit wären die hohen Abgabe-Preise dann in mehrfacher Hinsicht kontraproduktiv.


CU, A.

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 Betreff des Beitrags: Re: Schutzgebühr bei Tierheimtieren
BeitragVerfasst: Di 23. Feb 2016, 16:54 
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Hier hast du z.B. die Übersicht von uns :
http://www.tierheim-aachen.de/index.php ... utzgebuehr

Und die kleinen Vereine müssen tatsächlich höhere Gebühren nehmen. Die haben nicht gar so viele Einnahmequellen. AC ist z.B. ein sehr großer Verein, wir haben zig Verträge mit Gemeinden über Fundtieraufbewahrung, wir bekommen Bußgelder zugewisen, Erbschaften - das hat so ein kleiner Klöterverein alles nicht. Mitgliedsbeiträge sind auch mehr bei mehreren tausend Mitgliedern.
Und gerade der Import von Hunden aus dem Ausland erfordert halt etwas mehr an finanziellem Einsatz.
Ob so eine Orga aber seriös ist oder mehr ein Hundehändler, kann man tatsächlich nur durch pingelige Recherche herausbekommen.

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 Betreff des Beitrags: Re: Schutzgebühr bei Tierheimtieren
BeitragVerfasst: Di 23. Feb 2016, 16:58 
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Und PS, die Wasserplantscher verschenke ich tatsächlich, falls du dich fragst, warum die nicht auf der Liste auftauchen.
Aber mal ehrlich, damit kann ich ganz persönlich leben und der Verein auch. Ich schaue halt bei Interessenten etwas genauer hin und versuche, mit denen eine Vertrauensbasis herzustellen. Und manche Leute spenden da tatsächlich noch freiwillig etwas dafür. Und wenn ich die jetzt für 5 Euro vermitteln würde, würde ich mich auch nicht sicherer fühlen. Obwohl wir ja objektiv das Monopol auf große Plantscher haben, die bekommst du hier in keinem Geschäft. Aber es sind soooo viele, da will ich nicht noch Interessenten mit Schutzgebühren vergraulen.

Übrigens habe ich gerade den Fall einer vergraulten Interessentin erlebt, die wollte eine Schildkröte aus Niedersachsen. Sie wurde aber nicht durch die 30 Euro Gebühr verprellt, sondern durch eine zehnjährige Ausleihfrist.

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 Betreff des Beitrags: Re: Schutzgebühr bei Tierheimtieren
BeitragVerfasst: Di 23. Feb 2016, 18:06 
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Hi,

die Nachfrage nach Mischlingshunden ist leider größer als was das deutsche Angebot hergibt. Das ist auch der Grund warum die Auslandshunde oft adoptiert werden. Die Preise werden ja anscheinend bezahlt und die sind in den letzten 5 - 10 Jahren erst so stark gestiegen. Selber habe ich auch mal durch Zufall einen Hund aus Griechenland übernommen. Er war allerdings schon in Deutschland und das hatte einfach gepasst mit uns (war ein toller Hund ,ich kenne aber auch viele Negativbeispiele). Die Schutzgebühr betrug vor 11 Jahren nur 150 €, gängig waren damals ca 200€. Schwarze Schafe sind da sicherlich viele dabei. Oft ist es auch schwierig ein Tier aus deutschen Tierheimen zu bekommen, da die etwas genauer hinschauen bzw. strengere Richtlinien haben. Dieses Leute weichen oft auch auf den Auslandstierschutz aus, weil sie einfach keine Zuchthunde wollen.

Viele Grüße

Bensch


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