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 Betreff des Beitrags: Schutzhaus
BeitragVerfasst: Mi 15. Feb 2017, 09:07 
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Registriert: Mo 6. Jun 2016, 16:45
Beiträge: 9
Arten: Wasser und Landschildkröten
Müssen Landschildkröten im sommerlichen Freilandterrarium nachts im Schutzhaus eingesperrt werden oder kann man sie sich selbst überlassen? Sie könnten dann nachts draußen schlafen und suchen letzteres nur bei Bedarf (freiwillig) auf.


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 Betreff des Beitrags: Re: Schutzhaus
BeitragVerfasst: Mi 15. Feb 2017, 10:49 
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Registriert: Mo 23. Jun 2014, 19:58
Beiträge: 267
Bilder: 1
Hallo!



Das kann man so pauschal nicht beantworten, weil es von einer Vielzahl von Faktoren abhängt, wie z. B.:

- gepflegte Art/Unterart/Lokalform
- grundsätzliches Mikroklima am Ort der Haltung
- jeweiliger Witterungsverlauf während des jeweiligen Jahres


Falls der Bau eines Freilandterrariums für z. B. Mediterrane Landschildkröten erst noch ansteht & somit quasi noch alle Möglichkeiten offen sind:
    Grundsätzlich sollte das Freilandterrarium in Lage und sich daraus ergebendem Mikroklima derart beschaffen sein, dass sich "drinnen" und "draußen" so wenig als möglich unterscheiden, sprich: überall sollte wenigstens das Potential für deutlich erhöhte Grundtemperaturen im Vergleich zum restlichen Garten gegeben sein.

Dann kann man den Tieren in der Tat ein quasi-"wildes" Leben angedeihen lassen.

Umsetzbar, je nach Terrariengröße, z. B. durch das Einbringen von wärmespeichernden Steinhaufen/sonstigen mineralischen Aufschüttungen, "Komposthäufen", durch den Einsatz von Spiegeln/reflektierenden Blechen, durch zusätzliche Positionierung mehrerer Holzhüttchen (z. B. frei auf den Boden gestellt, niedrig, Deckel mit schwarzer Dachpappe, "Front" offen, ggf. Füllung mit isolierenden Materialien), durch das zusätzliche Aufstellen von einfacheren Folientunneln/-abdeckungen, durch das zusätzliche Verteilen von freistehenden (=4 Stelzen/Holzpfähle) fixierten Glasplatten (Plexiglas, Sicherheitsglas), und/oder durch das Anbringen eben solcher Glasplatten vor Mauern usw. (=2 Stelzen/Holzpfähle vorne), ebensolche Glasplatten einfach schräg an im Terrarium befindliche vertikale Flächen gelehnt (und ggf. fixiert) usw. ... - all diese Dinge nach Möglichkeit jeweils als Mosaik im gesamten Freilandterrarium.

Auf diese Weise lassen sich die durchschnittlichen Grundtemperaturen im gesamten Freilandterrarium deutlich erhöhen, Bodenbedingungen & (ggf. noch vorhandener natürlicher) Bewuchs verschieben sich immer mehr in Richtung trocken-warm bzw. Trockenheit&Wärme liebend, sodass die Tiere auf Dauer in der Tat weitgehend "sich selbst überlassen" werden können.


Zum Schutz vor den ortsüblichen Beutegreifern sind natürlich gesonderte Überlegungen anzustellen.
Bei extrem ungünstigen Witterungsbedingungen sind ebenfalls gesonderte Überlegungen anzustellen=ist natürlich entsprechend einzugreifen.
Ansonsten finden die Tiere auf diese Weise aber immer mehr als nur ein "Platzl", wo es auch außerhalb von Frühbeeten/Gewächshäusern wärmer&geschützter ist und wo sie bspw. eine kurze kühlere Phase ohne Nachteile überdauern können.



Lieben Gruß
Emanuel


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 Betreff des Beitrags: Re: Schutzhaus
BeitragVerfasst: Mi 15. Feb 2017, 15:37 
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Registriert: Mo 6. Jun 2016, 16:45
Beiträge: 9
Arten: Wasser und Landschildkröten
Hallo,

- Agrionemys horsfieldii adult
- Freilandterrarium ganztägig vollsonnig
- nachts möglichweise Katzen
- Schildkrötenschutzhaus Alltop

Tiere haben in zool. Gärten auch freie Wahl !?

MfG


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 Betreff des Beitrags: Re: Schutzhaus
BeitragVerfasst: Do 16. Feb 2017, 19:42 
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Registriert: Mo 23. Jun 2014, 19:58
Beiträge: 267
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Hallo triton!



Bei

- geschützter,
- ganztägig vollsonniger &
- somit warmer Lage des Terrariums

kann man - "naturnahe" Terrarien-Strukturierung & ausreichend drainierter Boden auch noch vorausgesetzt - in der Tat davon ausgehen, dass sich ein etwaiges "Einsammeln" der Tiere auf ein Minimum beschränken wird.

Wenn auch das Frühbeet selbst, sowie seine unmittelbare Umgebung derart angemessen strukturiert & somit für die Tiere attraktiv zur Bedürfniserfüllung sind, steigert dies natürlich die Chance, dass die Tiere ihre eigene Wahl auch wirklich "zu ihrem Vorteil" treffen (und z. B. bei in Mitteleuropa bisweilen völlig unnatürlich lange andauernden Schlechtwetterphasen nicht an Orten mit suboptimalen Temperatur- und Feuchtigkeitswerten hocken bleiben).


Zoos unterscheiden sich in dieser Hinsicht nicht wesentlich von Privathaltungen - es gibt wirklich engagierte, aber manchmal auch nicht so ganz gut geführte.
In den wirklich engagierten Zoos als auch bei den wirklich engagierten Haltern ist der Lebensraum der Tiere meist derart gut umgesetzt, dass seitens der Pfleger in der Tat kaum eingegriffen werden muss & die Tiere quasi "ruhig auf ihre Instinkte vertrauen können" - einfach weil sich dadurch (eben: wegen Terrarienverhältnissen im Optimalbereich) nur vorteilhafte Situationen für die Tiere ergeben.

Nichtsdestotrotz kann es wie erwähnt unter mitteleuropäischen Verhältnissen halt auch doch einmal dazu kommen, dass man mal "korrigierend" eingreifen muss - das kann auch in der Form geschehen, dass man in Zeiten wirklich ungünstiger Witterung z. B. den Aktionsradius der Tiere halt einfach einmal temporär begrenzt. Für die Tiere überwiegen klar die Vorteile dieser Herangehensweise, sodass (bei Jungtieren) makellose Entwicklung und (bei Adulti & Jungtieren) hervorragende Gesunderhaltung erreicht werden können.


Insofern als Fazit:
    Ja, wenn die o. g. Punkte in deinem Terrarium berücksichtigt sind, spricht nichts dagegen, den Tieren auch tatsächlich in vergleichsweise großem Ausmaß ihre freie Wahl zu lassen, weil sie diese nicht nachteilig für sich selbst treffen können.




Lieben Gruß
Emanuel


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 Betreff des Beitrags: Re: Schutzhaus
BeitragVerfasst: Do 16. Feb 2017, 19:42 
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Registriert: Mo 23. Jun 2014, 19:58
Beiträge: 267
Bilder: 1
Hallo triton!



Bei

- geschützter,
- ganztägig vollsonniger &
- somit warmer Lage des Terrariums

kann man - "naturnahe" Terrarien-Strukturierung & ausreichend drainierter Boden auch noch vorausgesetzt - in der Tat davon ausgehen, dass sich ein etwaiges "Einsammeln" der Tiere auf ein Minimum beschränken wird.

Wenn auch das Frühbeet selbst, sowie seine unmittelbare Umgebung derart angemessen strukturiert & somit für die Tiere attraktiv zur Bedürfniserfüllung sind, steigert dies natürlich die Chance, dass die Tiere ihre eigene Wahl auch wirklich "zu ihrem Vorteil" treffen (und z. B. bei in Mitteleuropa bisweilen völlig unnatürlich lange andauernden Schlechtwetterphasen nicht an Orten mit suboptimalen Temperatur- und Feuchtigkeitswerten hocken bleiben).


Zoos unterscheiden sich in dieser Hinsicht nicht wesentlich von Privathaltungen - es gibt wirklich engagierte, aber manchmal auch nicht so ganz gut geführte.
In den wirklich engagierten Zoos als auch bei den wirklich engagierten Haltern ist der Lebensraum der Tiere meist derart gut umgesetzt, dass seitens der Pfleger in der Tat kaum eingegriffen werden muss & die Tiere quasi "ruhig auf ihre Instinkte vertrauen können" - einfach weil sich dadurch (eben: wegen Terrarienverhältnissen im Optimalbereich) nur vorteilhafte Situationen für die Tiere ergeben.

Nichtsdestotrotz kann es wie erwähnt unter mitteleuropäischen Verhältnissen halt auch doch einmal dazu kommen, dass man mal "korrigierend" eingreifen muss - das kann auch in der Form geschehen, dass man in Zeiten wirklich ungünstiger Witterung z. B. den Aktionsradius der Tiere halt einfach einmal temporär begrenzt. Für die Tiere überwiegen klar die Vorteile dieser Herangehensweise, sodass (bei Jungtieren) makellose Entwicklung und (bei Adulti & Jungtieren) hervorragende Gesunderhaltung erreicht werden können.


Insofern als Fazit:
    Ja, wenn die o. g. Punkte in deinem Terrarium berücksichtigt sind, spricht nichts dagegen, den Tieren auch tatsächlich in vergleichsweise großem Ausmaß ihre freie Wahl zu lassen, weil sie diese nicht nachteilig für sich selbst treffen können.




Lieben Gruß
Emanuel


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