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BeitragVerfasst: Di 14. Jan 2014, 13:11 
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Registriert: So 15. Dez 2013, 23:52
Beiträge: 107
Arten: Claudius angustatus, Staurotypus salvinii, Sternotherus minor u. odoratus
Deutscher Name, wissenschaftlicher Name:

Mittelamerikanische Großkopfschlammschildkröte Claudius angustatus

    Image


    Natürliches Verbreitungsgebiet:

      Atlantikküste von Mexiko und Belize


    Durchschnittliche Endgröße der Art/Unterart:

      kleine Form: 12-13 cm
      große Form: 18 cm, Weibchen bleiben etwas kleiner


    Aktivitätszeit:

      Im Aquarium meist ganzjährig aktiv, bei einigen Haltern vergraben sich die Tiere für ein paar Tage/Wochen (Trockenruhe) auf dem Landteil


    Kosten eines Jungtieres:

      180-220 Euro


    Derzeitige Weitervermittlungsmöglichkeit, falls einmal eine Abgabe nötig wird:

      Sehr gut


    Verschiedene Bezugsquellen:

      Züchter, Reptilienbörsen, Kleinanzeigen


    Verfügbarkeit:

      Interessenten müssen mit Wartezeiten und längeren Fahrten rechnen


    Biotop:

    • Möglichst großer Wasserteil mit Wasserpflanzen (am besten Schwimmpflanzen wie Hornkraut, Wasserpest, Wasserlinsen), Kletter- und Versteckmöglichkeiten (Wurzeln, Steine, Unterstände).
    • Strukturrückwand eignet sich ebenfalls.
    • Sandiger Bodengrund.
    • Landteil mit Sand gefüllt, allerdings sind die sehr aquatilen Tiere fast nie an Land.
    • Ei-Ablageplatz für Weibchen.
    • Haltung nur im Haus im Aquaterrarium möglich, weil das Tier wärmeliebend ist. Im Herkunftsgebiet ist es selten länger unter 20°.[/*:m:ma4m0yll]


    Mindestanforderungen an den Platz:

      Da die Claudius Angustatus für eine Schlammschildkröte sehr agil und schwimmfreudig ist, empfehle ich mindestens 100x50cm, eher 120x50cm Schwimmfläche – ein Wasserstand von 30-40cm ist kein Problem!


    Erforderliche technische Ausstattung inkl. ungefährem Gesamtpreis:

    • Aquarium, für ausgewachsenes Tier mind. 100x50cm
    • Filter (Außen- oder Innenfilter; Hamburger Mattenfilter),
    • evtl Sonnenlampe (Lucky Reptile Bright Sun UV 70W), ist nicht unbedingt notwendig
    • Normale Neonröhren oder Strahler als Grundbeleuchtung
    • Wasserheizung.

      Ab etwa 250-300 €.


    Futter und seine Beschaffung:

      Ich füttere überwiegend Lebendfutter, weil die Art extrem schnell wächst:Weinbergschnecken (vom Züchter); Spitzschlammschnecke aus meinem Teich; Regenwürmer; Nacktschnecken; Fische wie Moderlieschen, Blaubandbärblinge (vom Fischzüchter); Heimchen; Heuschrecken; Frostfutter wie Babymäuse, Garnelenmix, Krebs- und Muschelfleisch, Garnelen, Stinte; selten Trockenfutter wie getrocknete Gammarus. Sepia-Schalen schwimmen immer im Becken rum.


    Gruppenhaltung möglich?

      Nein. Man sollte sie nur kontrolliert zur Paarung zusammensetzen.


    Was gefällt Euch so gut an dieser Art, was empfindet Ihr ggfs. als problematisch?

      Gefällt:

      • attraktives, urtümliches Aussehen, allein dieser massive Schädel gefällt mir schon super
      • tolle Zeichnung am Kopf und auf dem Panzer
      • sehr schwimmfreudig und lebhaft, ein echter Jäger
      • moderate Endgröße
      • tag- und dämmerungsaktiv
      • sehr aquatil[
      • keine Winterruhe
      • problemloser Fresser
      • keine Meldepflicht/Herkunftsnachweis

      Ggfs. problematisch:

      • Aggressive Art, man muss sich vor Bissen sehr in acht nehmen, wegen ihres langen Halses können die Tiere auch nach hinten schnappen.
      • Überfütterungsgefahr, weil die Tiere sehr verfressen sind.
      • Außenhaltung nicht möglich.
      • Mein Tier reißt beim Schwimmen meist Pflanzen aus oder zerbeißt sie bei der Jagd nach Futter, daher habe ich nur Schwimmpflanzen wie Hornkraut im Becken.


    Weiterführende Informationen:

      SCHOLZ, G. (1990): Die Haltung und Nachzucht der Großkopf - Schlammschildkröte Claudius angustatus - SAURIA, Berlin, 12 (4): 7 - 9
      GRYCHTA, U. (1996): Claudius angustatus - SAURIA Suppl., Berlin, 18 (3): 353 - 356
      PAULER, I. (1981): Zur Pflege und Zucht von Claudius angustatus - herpetofauna, Weinstadt, 3 (13): 6 - 8
      GRYCHTA, U. & R. GRYCHTA (1994): Haltung, Paarungsverhalten, Eiablage und Nachzucht der Großkopf - Schlammschildkröte Claudius angustatus - SAURIA, Berlin, 16 (4): 11 - 14
      Maik Schilde: Schlammschildkröten


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BeitragVerfasst: Di 14. Jan 2014, 13:11 
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Registriert: So 15. Dez 2013, 23:52
Beiträge: 107
Arten: Claudius angustatus, Staurotypus salvinii, Sternotherus minor u. odoratus
Deutscher Name, wissenschaftlicher Name:

Salvin-Kreuzbrustschildkröte, Staurotypus salvinii

Image


Natürliches Verbreitungsgebiet:

    Mexiko, Guatemala, El Salvador


Durchschnittliche Endgröße der Art/Unterart:

    meist bis 20cm, selten 25 cm


Aktivitätszeit:

    Ganzjährig aktiv


Kosten eines Jungtieres:

    80-130 Euro


Derzeitige Weitervermittlungsmöglichkeit, falls einmal eine Abgabe nötig wird:

    Sehr gut


Verschiedene Bezugsquellen:

    Züchter, Reptilienbörsen, Kleinanzeigen


Verfügbarkeit:

    Sehr schwierig, da es kaum Züchter gibt. Interessenten müssen mit Wartezeiten und längeren Fahrten rechnen


Biotop:

  • Möglichst großer Wasserteil mit Wasserpflanzen (am besten Schwimmpflanzen wie Hornkraut, Wasserpest, Wasserlinsen), Kletter- und Versteckmöglichkeiten (Wurzeln, Steine, Unterstände).
  • Sandiger Bodengrund.
  • Landteil mit Sand gefüllt, allerdings sind die sehr aquatilen Tiere fast nie, allenfalls nachts an Land.
  • Ei-Ablageplatz für Weibchen.
  • Haltung nur im Haus im Aquarium möglich, weil das Tier wärmeliebend ist. Im Herkunftsgebiet ist es selten länger unter 20
  • Strukturrückwand eignet sich ebenfalls.


Mindestanforderungen an den Platz:

    Da die Staurotypus salvinii für eine Schlammschildkröte wirklich sehr agil und schwimmfreudig ist, empfehle ich für ein ausgewachsenes Tier mindestens 120x50cm, eher 140x50/60cm Schwimmfläche – ein Wasserstand von 30-40cm ist kein Problem, sondern wünschenswert!


Erforderliche technische Ausstattung inkl. ungefährem Gesamtpreis:

  • Aquarium, für ausgewachsenes Tier mind. 120x50cm
  • Filter (Außen- oder Innenfilter; evtl. Hamburger Mattenfilter),
  • evtl Sonnenlampe (Lucky Reptile Bright Sun UV 70W), ist nicht unbedingt notwendig
  • Normale Neonröhren oder Strahler als Grundbeleuchtung
  • Spotstrahler
  • Wasserheizung.

    Ab etwa 250-300 €.


Futter und seine Beschaffung:

    Ich füttere überwiegend Lebendfutter: Weinbergschnecken (vom Züchter); Spitzschlammschnecke aus meinem Teich; Regenwürmer; Nacktschnecken; Fische wie Moderlieschen, Blaubandbärblinge (vom Fischzüchter); Heimchen; Heuschrecken; Frostfutter wie Babymäuse, Garnelenmix, Krebs- und Muschelfleisch, Garnelen, Stinte; selten Trockenfutter wie getrocknete Gammarus. Sepia-Schalen schwimmen immer zur zusätzlichen Calcium-Versorgung im Becken rum.


Gruppenhaltung möglich?

    Nein, Salvinii soll innerartlich extrem unverträglich sein. Man sollte sie nur kontrolliert zur Paarung zusammensetzen, wobei die Tiere erst mit acht bis zehn Jahren geschlechtsreif sind.


Was gefällt Euch so gut an dieser Art, was empfindet Ihr ggfs. als problematisch?

Gefällt:
  • sehr schwimmfreudig und lebhaft, praktisch ständig im Aquarium unterwegs
  • attraktives, urtümliches Aussehen
  • schöner gepunkteter am Kopf
  • moderate Endgröße
  • tag- und dämmerungsaktiv
  • sehr aquatil
  • problemloser Fresser
  • keine Meldepflicht/Herkunftsnachweis[
  • keine Winterruhe

Ggfs. problematisch:

  • Innerartlich sehr aggressiv, Gruppenhaltung unmöglich.
  • Laut Haltern zerbeißen ausgewachsene Salvnii manchmal Ansaugrohre der Filter oder Heizstäbe. Bei meinem Jungtier passiert so was bisher nicht.
  • Relativ bissige Art, da man muss sich in acht nehmen.
  • Überfütterungsgefahr, weil die Tiere sehr verfressen sind.
  • Außenhaltung nicht möglich, weil sie aus einer sehr warmen Region stammen.
  • Mein Tier reißt beim Schwimmen meist Pflanzen aus oder zerbeißt sie bei der Jagd nach Futter, daher habe ich nur Schwimmpflanzen wie Hornkraut im Becken. Aber mit Wurzeln und Steinen kann man das Becken dennoch schön und artgerecht einrichten.
  • Tiere halten manchmal ohne erkenntlichen Grund eine monatelange Trockenruhe...


Weiterführende Informationen:

http://www.herpetoplace.de/schildkr%C3% ... r%C3%B6te/

Maik Schilde: Schlammschildkröten, NTV Natur und Tier-Verlag
Bruoth, M. & Schaffer, G.: Erfahrungen bei der Haltung und Zucht der kleinen Form von Staurotypus salvinii (GRAY, 1864) SACALIA 2 (2004): S. 32-46[/quote]


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BeitragVerfasst: So 26. Jan 2014, 14:52 
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Registriert: Do 16. Jan 2014, 12:36
Beiträge: 260
Wohnort: Berlin-Reinickendorf
Arten: T. graeca ibera
Deutscher Artname, wissenschaftlicher Artname

Eurasische (maurische) Landschildkröte Testudo graeca ibera (PALLAS 1814)


    Image
    Abb 1, Wilde Testudo graeca ibera in Nordostgriechenland (Foto Annemarie W.)



    Natürliches Verbreitungsgebiet

      Rumänien, Bulgarien, Mazedonien, Griechenland, Türkei, Irak, W.-Iran, Kaukasusländer


    Durchschnittliche Endgröße der Art/Unterart


      Ca. 25 cm, selten größer, Männchen bleiben oft kleiner


    Aktivitätszeit

      Die Tiere sind von Frühjahr bis in den Herbst hinein aktiv. In unseren Breiten vergraben sie sich ab Ende Oktober bzw. November und halten eine 4-5monatige Winterstarre bei ca. 3-5°C.


    Kosten eines Jungtieres

      Ca. 75-120 EUR

    Image
    Abb. 2 Jungtiere


    Derzeitige Weitervermittlungsmöglichkeit, falls einmal eine Abgabe nötig wird

      1-2jährige Nachzuchttiere sowie semiadulte und adulte Weibchen lassen sich relativ gut weitervermitteln. Schwer dagegen gestaltet sich die Abgabe von eurasischen Landschildkrötenmännchen, die nicht grundlos wegen ihres hyperaktiven und aggressiven Verhaltens einen schlechten Ruf genießen. Durch ihre Lebhaftigkeit und Neugier sind sie zwar interessanter als die eher behäbigen Weibchen, lassen sich aber oft nicht in bestehende oder neue Schildkrötengruppen integrieren.


    Verschiedene Bezugsquellen, Verfügbarbeit

      Züchter, Reptilienbörsen, Auffangstationen, vereinzelt Kleintierzoohandel (mit Reptilienanteil),
      Kleintieranzeigen im Internet. Die Tiere werden relativ häufig angeboten, insbesondere Babyexemplare.


    Biotop

      Vollsonnig. Heiße und trockene Sommer; je nach Verbreitungsgebiet vornehmlich kalte und niederschlagsreiche Winter.

    Um die mediterranen Klimaverhältnisse in unseren Breiten annähernd zu imitieren, sollte das Freigehege falls möglich ganzflächig sonnenexponiert angelegt werden. Vorteilhaft sind sandige und steinige Böden, die nach einem Regenschauer schnell abtrocknen und sich wieder aufwärmen können. Kleinwüchsige, schattenspendende Büsche dienen den Tieren als Versteck- und Ruheplätze. Im Frühjahr sollten die Frühbeete oben geschlossen bleiben, um habitatähnliche Klimabedingungen zu erzeugen. Besonders große Weibchen stellen wenige Wochen vor der Eiablage hohe Temperaturansprüche um die 40°C und höher. Jungtiere hingegen sollte man vor kühlen und regnerischen Nächten schützen, da sie anfällig für Erkältungskrankheiten sind.


    Image
    Abb. 3 Freianlage für adulte Tiere

    Mindestanforderungen an den Platz

      1-2jährige Jungtiere können gut auf nur 0,5 m² Grundfläche bei angemessenem Wärme- und Lichtmanagement gehalten werden, da der Bewegungsdrang der kleinen Tiere aufgrund des hohen Schutzbedürfnisses sehr gering ist. Ein schildkrötengeeignetes Frühbeet mit sonnenexponierter kleiner Freifläche scheint ideal.

      Mit 3 Jahren werden die Tiere aktiver, sonnenhungriger und der Bewegungsradius größer, so dass für mehrere heranwachsende Schildkröten eine Gesamtgrundfläche von 20 m² ausreichend erscheint.

      Adulte eurasische Landschildkröten – insbesondere die quirligen lauffreudigen Männchen – benötigen Platz, so dass sich für die Haltung eine sonnenexponierte großzügige, gut strukturierte Freilandanlage mit schildkrötengerechtem Frühbeet oder Gewächshaus anbietet. In dem Fall scheinen 8-10 m² pro Tier akzeptabel.


    Erforderliche technische Ausstattung inkl. ungefährem Gesamtpreis

    • Geeignetes Frühbeet mit automatischem Türöffner + Elektrik sowie Fundament
    • Geeignete UV-/Wärmestrahler, Heizmatten/-kabel
    • Sand, (Kalk)steine unterschiedlicher Körnungen
    • Blickdichte Gehegeumzäunung
    • Büsche, Pflanzen, Badebecken
    • Kühlschrank (im Bedarfsfall)
    • div. Kleinmaterialien: Thermometer, Thermostate, Schaltuhren, Digitalwaage

      Die Gesamtkosten dürften bei ca. 800,00 EUR liegen.


    Futter und seine Beschaffung

      Die Tiere ernähren sich überwiegend herbivor. In Gefangenschaft werden Wiesenkräuter gefressen, hauptsächlich Löwenzahn (und seine Blüten), Breit- u. Spitzwegerich, Vogelmiere, junger Brennessel, junger Giersch, Golliwoog, Fetthenne, Weißklee. Auch Malvenblätter und deren Blüten, Rosen-, Kirsch- und Weinblätter werden gern verzehrt. Muschelkalk in Form von ganzen oder angebrochenen Sepiaschalen sollten ständig im Gehege verfügbar sein. Ein flaches Badebecken oder eine Wasserschale rundet das Bild ab.

      Die Wiesenkräuter werden direkt ins Freigehege eingesetzt, so dass kleinere Schildkröten die Möglichkeit haben, sich eine Zeitlang selbst zu versorgen. Bei größeren Tieren wird man Wildkräuter in der Regel zufüttern müssen. Da Unkräuter fast überall (nach)wachsen, ist die Futterbeschaffung einfach und kostenlos. Ab Juli sollten die Schildkröten relativ zügig vom gehaltvollen Frischfutter entwöhnt und überwiegend auf Trockenfutter umgestellt werden. Eingeweichte Heucobs sind eine gute Option, die die Tiere aber oft erst dann fressen, wenn sie längere Zeit auf Nahrungsentzug gesetzt wurden.

    Image
    Abb. 4 Hunger!

    Gruppenhaltung möglich?

      Eine Gruppenhaltung bestehend aus adulten und semiadulten Weibchen ist problemlos möglich. Männchen dagegen sind selten gruppentauglich, da sie sich spätestens mit Eintritt der Geschlechtsreife oft sehr aggressiv gegenüber ihren Artgenossen verhalten. Besonders Weibchen werden unablässig verfolgt und durch Rammstöße und Bisse in Gliedmaße und Köpfe zur Paarung gezwungen. Es entsteht Stress und die Männchen müssen separiert werden. Nicht selten landen sie in Auffangstationen – abgegeben von überforderten Haltern, weil der Platz für die Einrichtung eines weiteren Freigeheges für die Unterbringung des Männchens fehlt.

      In einigen Fällen jedoch gelingt die Integration in die Gruppe. Hier müssen m.E. mehrere günstige Faktoren zusammenkommen, damit es funktioniert. Es gibt kräftige zuchtfähige Männchen mit niedrigerem Aggressionspotential, die während der saisonalen Hochzeiten regelmäßig längere Paarungspausen einlegen. Das Interesse an den Weibchen kommt für mehrere Wochen vollständig zum Erliegen und man beschränkt sich ausschließlich auf die Nahrungssuche, das Sonnenbaden und Umherwandern. Nach meinen Erfahrungen zeigen auch Männchen, die im Jungtierstadium dauerhaft zusammen gehalten wurden, eine wesentlich höhere Toleranzgrenze untereinander, wobei es sich hier nicht einmal um blutsverwandte Tiere handeln muss.

      Eine Vergesellschaftung mit Schildkröten anderer Gattungen oder Arten ist abzulehnen, um Hybridisierungen zu vermeiden. Zudem könnte aufgrund der unterschiedlichen Körpersprachen bei der Balz zusätzlicher Paarungsstress entstehen.


    Schutzstatus

    • Washingtoner Artenschutzübereinkommen – Anhang II
    • EU-Artenschutzverordnung – Anhang A
    .


    Was gefällt dir so gut an dieser Art, was empfindest du ggfs. als problematisch?

      Pro:
      Die großen Weibchen sind imposante Tiere und strahlen Ruhe aus. Ein perfekter Kontrast dazu bilden die hellwachen, stets neugierigen Männchen, die Bewegung in die Anlage bringen und mit den Jahren sehr zutraulich werden können.

      Kontra:
      Aggressive Männchen sind oft nicht „gesellschaftsfähig“.
      Sehr wärmebedürftige Schildkröten, bei denen im Bedarfsfall die fehlende Sonne durch Strahler und Heizmatten oder –kabel ersetzt werden muss.


    Weiterführende Information (z.B. Internetseiten, Bücher etc.)

    Bücher:
    • Wenke Trommer: Die iberische Landschildkröte, Testudo graeca ibera
    • Torsten Geier: Fester Panzer – weiches Herz
    • Wolfgang Wegehaupt: Europäische Landschildkröten – Lebensraum und Lebensweise
    Internetseiten:


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BeitragVerfasst: So 26. Jan 2014, 16:46 
Spaltenschildkröte, Malacochersus tornieri


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Foto aus Wikipedia

Natürliches Verbreitungsgebiet
    Ostafrika (Kenia und Tansania)

durchschnittliche Endgröße der Art/Unterart
    bis ca. 18-20 cm, Männchen etwa 15 cm,
    ca 400 - 500 Gramm schwer

Aktivitätszeit
    Ganzjährig aktiv - keine Sommer- oder Winterruhe

Kosten eines Jungtieres
    ab ca. 300 Euro

Dateianhang:
Kiano.JPG
Kiano.JPG [ 119.21 KiB | 4095-mal betrachtet ]


Derzeitige Weitervermittlungsmöglichkeit
    Sehr gut

Verschiedene Bezugsquellen

Verfügbarkeit
    man findet mittlerweile einige Züchter dieser Art, trotzdem muss man mit einer Wartezeit rechnen

Biotop
    Terrarium - am besten oben geschlossen. Bodengrund: Sand-Lehm-Mischung, der Bodengrund sollte trittfest sein. Wichtig sind Felsspalten, in welche sich die Tiere zurückziehen können. Sie sollten so ca 4-5 cm gross sein. Steinplatten bitte gut fixieren, sonst besteht beim Einsturz Verletzungsgefahr. Während der Innenhaltung auf jeden Fall für ausreichend Licht sorgenn und gute UV Lampe anbieten (Lucky Reptile Brgiht Sun UV Desert - 70 Watt). Als Bepflanzung kann man auf Sukkulenten zurückgreifen oder trockene Sträucher.

    Dateianhang:
    Spalte3.JPG
    Spalte3.JPG [ 80.42 KiB | 4095-mal betrachtet ]


    Dateianhang:
    SpalteLinks.JPG
    SpalteLinks.JPG [ 70.93 KiB | 4095-mal betrachtet ]


    Dateianhang:
    SpalteRechts.JPG
    SpalteRechts.JPG [ 115.54 KiB | 4095-mal betrachtet ]


    Im Sommer kann man die Tiere auch im Freiland halten, hierzu ist eine sehr sonnige Lage des Freigeheges sowie ein gutes Frühbeet (oder Gewächshaus) erforderlich.

    Mindestanforderungen an den Platz, wie du sie als richtig empfindest
    1,2 Malacochersus auf 150 x 80cm Grundfläche. Aber: je größer, desto besser.


Erforderliche technische Ausstattung inkl. ungefährem Gesamtpreis
    Ein Terrarium kann man selber bauen, bei Ebay gibt es aber auch bezahlbare OSB-Terrarien.
    Nicht sparen sollte man an der Beleuchtung und der UV Versorgungs.
    Terrarium rund 100 Euro
    Beleuchtung rund 150 - 200 Euro

Futter und seine Beschaffung
    Wildkräuter (Löwenzahn, Wegerich, Vogelmiere pp), Blüten, Sukkulenten. Es macht Sinn, im Sommer Wildkräuter zu trocknen.
    Wenn Salat, dann: Römersalat, Endiviensalat, Ruccola, Radicchio oder Feldsalat

Gruppenhaltung möglich?
    1.2 geht oft gut. Zwei Männchen in einem Terrarium sollte man nicht halten, mehrere Weibchen zusammen geht oft gut. Man muss bei der Gruppenhaltung die Tiere immer gut beobachten und notfalls trennen, wenn man erkennt, dass sich die Tiere gegenseitig stressen.

Schutzstatus
Anhang A, d.h. die Tiere brauchen beim Kauf EU-Papiere und müssen den zuständigen Artenschutzbehörden gemeldet werden.

Was gefällt euch so gut an dieser Art, was empfindet ihr ggfs. als problematisch?
    - unproblematisch in der Haltung
    - winterwach
    - ein Garten ist nicht zwingend erforderlich
    - sehr interessante Tiere

Weiterführende Information
    Die Spaltenschildröte, Manfred Rogner, Terraria Nr.5
    Marginata Nr. 37 - März - Mai 2013
    Zur Haltung und Vermehrung der Spaltenschildkröte, Hilmar Hufer, Schildkröten im Fokus 3(1),2006;3-16

Barbara


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BeitragVerfasst: So 26. Jan 2014, 18:16 
Sternotherus odoratus - Die Moschusschildkröte

Image
Foto aus Wikipedia, User: Dawson

Natürliches Verbreitungsgebiet

südlöstliches Kanada über die östlichen USA von Maine bis Florida bis zum mittleren Texas

durchschnittliche Endgröße der Art/Unterart

10 - 14 cm, meist jedoch nicht grösser als 10-11 cm

Aktivitätszeit (Stufen: ganzjährig aktiv - verminderte Aktivitätszeit im Sommer bzw. Winter - Winterstarre)

Winterstarre von 3 Monaten bei rund 6 Grad.

Kosten eines Jungtieres

ca. 40,00 Euro in den Zoohandlungen. Man findet diese Art in letzter Zeit sehr oft in Zooläden, weil sie aufgrund ihrer geringen Größe sehr beliebt ist.

Derzeitige Weitervermittlungsmöglichkeit, falls einmal eine Abgabe nötig wird (Stufen: sehr gut - möglich - schwierig - nahezu unmöglich)

gut, da kleinbleibende Art


Verschiedene Bezugsquellen, (z.B. Tierheim, Züchter, Reptilienbörse, Zoohandel)

Züchter, Zoohandel, Tierheime, Auffangstationen, Kleinanzeigen......

Verfügbarkeit (Stufen: gut - gelegentlich/überregional - meist nur mit höherem Aufwand und Wartezeit)

gut, da es zwischenzeitlich doch viele Züchter dieser Art gibt

Biotop (z.B. Gartenteich, Aquarium, Aquaterrarium, Terrarium, Gewächshaus mit oder ohne Freigehege)

Aquarium mindestens 100cm x 40 cm , grösser wäre aber viel schöner für diese sehr lebhaften Tiere. Das Aquarium sollte mit einer Rückwand ausgestattet sein, an welcher die Tiere an die Oberfläche klettern können. Das Becken sollte gut struktuiert sein und einige Flachwasserzonen enthalten. Die Tiere sonnen sich am liebsten im Flachwasser liegend unter der Lampe. Je verkrauteter das Becken ist - umso wohler fühlen sich diese Tiere - also viel Wasserpflanzen einbringen.

Image

Temperturverlauf kann man hier nachlesen:

http://www.zierschildkroete.de/pages/ue ... chtung.php" onclick="window.open(this.href);return false;

Erforderliche technische Ausstattung inkl. ungefährem Gesamtpreis (Winterstarreunterbringung nicht vergessen)

Das teuerste ist wohl eine anständige Beleuchtung, ansonsten ist über Ebay, Kleinanzeigen und etwas Geduld und Suche die Ausstattung recht günstig zusammen zu stellen. 50-500 Euro. Ich empfehle auf Jeden Fall eine gute UV Lampe!

=> Becken, Beleuchtung, Filter, Bodengrund, Dekorataionen wie Wurzeln und ähnliches, ggf. Kühlschrank zur Überwinterung

Futter und seine Beschaffung

Diverses Frostfutter, Lebendfutter, etc. gibt es in gut sortierten Zoohandel mittlerweile gut zu kaufen. Ich füttere:
- Regenwürmer
- kleine Grillen und Heuschrecken
- Shrimps
- Muscheln
- Garnelen
- Stinte selten
- Babymaus einmal im Monat

Gruppenhaltung möglich?

Begrenzt möglich. Weibchengruppen klappen noch am Besten.

Schutzstatus

Schutzstatus WA Kein Artenschutz nach Washingtoner Artenschutzübereinkommen
Schutzstatus EG Kein Artenschutz nach EG-Verordnung


Was gefällt dir so gut an dieser Art, was empfindest du ggfs. als problematisch?

Es ist eine sehr hübsche und kleinbleibende Art. Die Tiere sind sehr lebhaft und wenn sie eingewöhnt sind auch sehr zutraulich.

Literatur:

http://www.zierschildkroete.de/pages/ha ... oratus.php"

https://www.amazon.de/Die-Moschusschild ... 0QW1V6WSNP


Moderationsvermerk:
Tote Links entfernt, CU, A.


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BeitragVerfasst: Di 28. Jan 2014, 13:23 
Offline

Registriert: Sa 30. Nov 2013, 21:40
Beiträge: 2
Deutscher Name, wissenschaftlicher Name:

Schwarzknopf-Höckerschildkröte, Graptemys nigrinoda nigrinoda


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Männchen und Weibchen, adult


Herkunft:

    USA


Durchschnittliche Endgröße der Art/Unterart:

    Weibchen 15-19; Männchen <12cm


Aktivitätszeit:

    März bis November, zwei-drei Monate Winterruhe im Keller


Kosten eines Jungtieres:

    80-150€


Derzeitige Weitervermittlungsmöglichkeit, falls einmal eine Abgabe nötig wird:

    gut


Verschiedene Bezugsquellen:

    private Züchter


Verfügbarkeit:

    Es gibt nicht sehr viele Züchter dieser Art, von den kleineren Höckerschildkröten aber sicher die am häufigsten gezüchtete Art. Längere Anfahrt oder Tiertransport einplanen!


Biotop:

    Für Männchen Aquarien ab 80cm, für Weibchen ab 120cm, besser 150cm Kantenlänge. Gute Beleuchtung (Halogenmetalldampflampen) und gute Filterung erforderlich. Trockener Sonnenplatz, für Weibchen Eiablageplatz


Mindestanforderungen an den Platz:

    Panzerlänge x 5 = Beckenlänge; PL x 2,5 = Beckentiefe; doppelte Panzerlänge = Wasserstand.


Futter und seine Beschaffung:

    Tierische und pflanzliche Futtermittel. Alles was man an Futtertieren im Zoohandel (lebend, gefroren, getrocknet) oder im Garten (Schnecken, Regenwürmer, Asseln) findet. Alle Wasserpflanzen.


Gruppenhaltung möglich?


    Weibchengruppen in großen Becken möglich, Männchen unbedingt getrennt von den Weibchen halten. Untereinander sind Männchen auch meist unverträglich.


Schutzstatus:

    WA III/ EG C => nicht meldepflichtig!



Was gefällt euch so gut an dieser Art, was empfindet ihr ggfs. als problematisch?

    Das für Graptemys ouachitensis gesagte gilt auch hier. Ergänzen möchte ich dass Höckerschildkröten sehr zu Panzerproblemen neigen. Daher ist wirklich eine gute Beleuchtung nötig!



Weiterführende Information:




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BeitragVerfasst: Di 28. Jan 2014, 13:24 
Offline

Registriert: Sa 30. Nov 2013, 21:40
Beiträge: 2
Deutscher Name, wissenschaftlicher Name:

Rückenstreifen-Zierschildkröte, Chrysemys picta dorsalis

auch als Südliche Zierschildkröte bezeichnet

Image


Herkunft:

    USA


Durchschnittliche Endgröße der Art/Unterart:


    Weibchen <16cm; Männchen <12cm


Aktivitätszeit:


    März bis November, zwei-drei Monate Winterruhe im Keller


Kosten eines Jungtieres:

    50-100€


Derzeitige Weitervermittlungsmöglichkeit, falls einmal eine Abgabe nötig wird:

    gut


Verschiedene Bezugsquellen:

    private Züchter


Verfügbarkeit:


    Wahrscheinlich eine der am häufigsten gezüchteten Wasserschildkröten, trotzdem längere Anfahrt oder Tiertransport einplanen!


Biotop

    Für Männchen Aquarien ab 80cm, für Weibchen ab 120cmKantenlänge. Gute Beleuchtung (Halogenmetalldampflampen) und gute Filterung erforderlich. Trockener Sonnenplatz, für Weibchen Eiablageplatz


Mindestanforderungen an den Platz:


    Panzerlänge x 5 = Beckenlänge; PL x 2,5 = Beckentiefe; doppelte Panzerlänge = Wasserstand.


Futter und seine Beschaffung:

    Tierische und pflanzliche Futtermittel je zur Hälfte. Alles was man an Futtertieren im Zoohandel (lebend, gefroren, getrocknet) oder im Garten (Schnecken, Regenwürmer, Asseln) findet. Alle Wasserpflanzen.


Gruppenhaltung möglich:


    Weibchengruppen in großen Becken möglich, Männchen unbedingt getrennt von den Weibchen halten. Untereinander sind Männchen auch meist unverträglich.


Schutzstatus:

    WA nicht gelistet / EG B => Herkunftsnachweis vom Züchter und Meldepflichtig!


Was gefällt euch so gut an dieser Art, was empfindet ihr ggfs. als problematisch?

    Tagaktiv, für eine Schmuckschildkröte sehr klein und nicht übermäßig kompliziert zu pflegen. Von den Zierschildkröten aber leider die am wenigsten farbenprächtigste.


Weiterführende Information:




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BeitragVerfasst: So 2. Feb 2014, 21:29 
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Registriert: Do 5. Dez 2013, 21:43
Beiträge: 444
Wohnort: Basel
Arten: emydura spp.
Deutscher Artname, wissenschaftlicher Artname

Rotbauch Spitzkopfschildkröte


Emydura subglobosa (Krefft 1876)
Emydura albertisii, Boulenger 1888)
Red-bellied shortnecked turtle
Jardin River Turtle


Natürliches Verbreitungsgebiet
Australien (ausschiesslich im Jardin river)
Westneuguinea, Indonesien (Irian Jaya)
Papua Neuguinea

Fundorte in Flüssen und Seen


Durchschnittliche Endgröße der Art/Unterart
Männchen max 20 cm
Weibchen max 26 cm


Aktivitätszeit
Da Emydura spp. aus tropischen Gebieten kommt darf die Temperatur keinesfalls unter 20 Grad fallen. Die Schildkröte ist ganzjährig aktiv. Um einen Jahresverlauf zu simulieren, ist aber auch hier mit Temperatur und Lichtanpassungen zu Arbeiten.
Ich halte meine Tiere im Sommer bei ca 27 bis 29 Grad Wassertemperatur und 13 Stunden Beleuchtung. Im Winter sinkt die Beleuchtungszeit über zwei Monate auf 11 Stunden und die Wassertemperaturen halte ich über diesen Zeitraum bei 23 bis 25 Grad. Im Frühling und Herbst beträgt die Beleuchtungsdauer 12 Stunden und die Wassertemperatur 25 – 27 Grad.


Kosten eines Jungtieres
Ca. 40 – 100 Euro


Derzeitige Weitervermittlungsmöglichkeit, falls einmal eine Abgabe nötig wird
Ausgewachsene Tiere: Möglich bis schwierig. Weibchen scheinen sich einfacher vermitteln zu lassen.


Verschiedene Bezugsquellen
Taucht immer wieder mal in Auffangstationen auf. Es gibt einige Züchter. Ebenso erhältlich auf Reptilienbörsen und ab und an im Zoohandel und in Kleinanzeigen.
In der Schweiz normalerweise nur über Züchter, da Bewilligungspflichtig.


Verfügbarkeit
Gut


Biotop
Aquaterrarium, Zimmerteich, Teich im Tropenhaus


Mindestanforderungen an den Platz, wie du sie als richtig empfindest
Erforderliche technische Ausstattung inkl. ungefährem Gesamtpreis
Mindestens 150x50x50 für ein ausgewachsenes Tier, besser mehr. Emyduren sind aufgeweckt, neugierig und hervorragende Schwimmer. Es ist Ihnen grösstmöglicher Schwimmraum zur Verfügung zu stellen (Auch ein Viermeterbecken, wäre wohl nicht zu gross), aber auch Struktur ist wichtig, damit die Tiere ihrer Neugierde nachkommen können, was in einem kahlen Glasbecken ohne Bodengrund nicht möglich ist. Als Bodengrund empfiehlt sich dunkler Sand.
Auch wenn sich nicht alle Emyduren sonnen, ist ein trockener Sonnenplatz mit Licht, Wärme und UV notwendig. Dafür bietet sich eine zwischen die Scheiben geklemmte Korkröhre, oder ein aus dem Wasser ragender Ast an. Weibchen benötigen einen Eiablageplatz.

Das Aquarium sollte mit einer Rückwand und Seitenwänden ausgestaltet werden. Einerseits können so, die Schildkröten verwirrenden Glasscheiben, reduziert werden, andererseits wirkt es einfach schöner und natürlicher. Sandboden und Rückwand dienen auch als „passiver Filter“, da sie Besiedelungsflächen für Bakterien bilden.
Da Emydura spp. keine Winterruhe hält, verbleibt sie ganzjährig im Aquarium.

Technik:
• Das Aquaterrarium benötigt einen grossdimensionierten Aussenfilter, oder einen Hamburger Mattenfilter.
• Regelheizer um das Wasser auf die gewünschte Temperatur zu bekommen)
• Wärme- und UV Spot: Bei mir sind in beiden Becken die Lucky Reptile Bright 70 Watt in Betrieb
• Grundbeleuchtung: Bei mir ein 20 Watt LED Baustrahler
• Da Emyduren in grossen Becken gehalten werden, erleichtert ein Bodenablauf den Wasserwechsel

Gesamtpreis neu ab ca: 600 Euro für Becken, Filter, Heizung, Beleuchtung
Grossdimensionierte Occassion-Aquarien bekommt man häufig hinterher geworfen.

Kein Licht kommt an die Originalsonne heran. Deshalb ist Schildkröten diese zu bieten, falls es sich irgendwie bewerkstelligen lässt. Unter folgenden Umständen ist ein kurzfristiger (max zwei Monate (Juli, August) Aussenaufenthalt möglich:
• Exponierte Südlage
• Möglichst ganztags besonnt.
• Keine allzugrosse Wassermenge (Tiefe!), damit sich das Wasser schnell erwärmen kann
• Teich muss gedämmt sein und abgedeckt werden können (doppestegplatten).
• Teich muss geheizt werden (Nachts)
• „Sonnenspot“ für Schlechtwettertage

Ein Aussenaufenthalt für Emyduren ist nur unter grösseren zeitlichen und finanziellen Aufwendungen möglich. Ausserdem müssen die Temperaturwerte täglich (auch nachts) mehrmals überprüft werden. Sobald der Hochsommer und die Tropennächte vorbei sind, müssen die Emyduren wieder ins Haus.
Vor allem mein Männchen schätzt den Aussenaufenthalt und sonnt sich bis zu zwei Stunden täglich.


Futter und seine Beschaffung
Emyduren sind omnivor, wobei der fleischliche Anteil der Nahrung Teil überwiegt:
• Kleinsttgetier (Mückenlarven, Mysis, Artemia, Gammarus)
• Insekten (Heuschrecken, Heimchen, Grillen) aus dem Zoohandel oder eigener Zucht
• Würmer
• Wiesenplankton (selbst gefangen. So oft wie möglich anbieten)
• Meeresfrüchte (Krevetten ganz, Muscheln, Krebstiere, Tintenfische, Calmare etc.)
• Süsswasserfisch (am besten frisch, komplett)
• Schnecken mit Häuschen
• Mäuse (selten)
• Meine Emyduren gehen auch ans Fischfutter

• Schwimmpflanzen (Muschelblume, Wasserlinsen etc) sind sehr beliebt
• Unterwasserpflanzen werden teilweise gefressen (Echynoderus-Arten werden bei mir aber in Ruhe gelassen)
• Ins Wasser hängende Efeututeblätter
• Sumpfpflanzen
• Ganz ganz selten: Erdbeere, Banane, Karotte
• Wiesenkräuter (werden von meinen Tieren allerdings nicht gefressen)


Gruppenhaltung möglich?

In der Literatur und auf entsprechenden Haltungshinweisen im Netz wird Emydura spp. als sehr friedlich untereinander beschrieben. So soll die Gruppenhaltung (von Paarweise, über Weibchengruppen, bis hin zu Männchen WG’s) in der Regel gut funktionieren.
Diese Erfahrung kann ich nicht teilen. Als meine Tiere in die Pupertät kamen ging das Weibchen plötzlich auf das Männchen los. Auch Jungtiere haben schon einen kräftigen Biss, welcher zu ernsthaften Verletzungen führen kann! Wer nicht die Möglichkeit hat mehrere 500 Literbecken aufzustellen, sollte sich mE nur ein Tier zulegen.


Schutzstatus
Kein Artenschutz nach Washingtoner Artenschutzübereinkommen.
Allerdings ist die Ausfuhr aus Australien verboten.


Was gefällt Dir so gut an dieser Art, was empfindest du ggfs. als problematisch?
Ich bin Fan von tropischen Halswenderschildkröten. Die Farben bei Emydura spp. sind wunderschön, so der orange- bis rote am Bauchpanzer, oder die gelbe „Maske“ im Gesicht.

Emyura spp. ist sehr freundlich, neugierig, aufgeweckt und häufig auf Achse. Das Becken wird stets nach fressbarem abgesucht, es wird hin und her geschwommen und Besucher werden begrüsst. Das Betteln hält sich im Rahmen.

Auffällig ist die grosse Individualität der Tiere.
• Das Männchen sonnt sich (drinnen und draussen), das Weibchen nicht
• Es werden nicht die selben pflanzlichen Futtermittel angenommen
• Das Weibchen ist eher etwas nervös und bekommt fast einen Anfall wenn es z.B Futter gibt, der Kerl ist die Ruhe in Person.

Zu Problemen kann führen, wenn angenommen wird, dass sich mehrere Emyduren vertragen, dem aber nicht so ist. Dann müssen die Tiere getrennt werden, was aufgrund der Grösse, der Schwimmfähigkeiten und deren Bewegungstrieb nicht in jeder Wohnung so einfach zu bewerkstelligen ist. Die Tiere brauchen Platz, weshalb sich die Anschaffung gründlich überlegt werden muss.


Weiterführende Information (z.B. Internetseiten, Bücher etc.)

http://www.zierschildkroete.de/pages/ha ... lobosa.php
http://de.wikipedia.org/wiki/Rotbauch-S ... kr%C3%B6te

Marginata Ausgabe 24

Keeping short-necked turtles, Emydura species; Darren Green 2007

Turtles of the World Band 5, Holger Vetter (erscheint erst dieses Jahr)


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 Betreff des Beitrags: Re: Artbeschreibungen
BeitragVerfasst: Mo 3. Feb 2014, 12:28 
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Registriert: Mi 29. Jan 2014, 22:39
Beiträge: 23
Wohnort: Landkreis Göppingen
Arten: Kinosternon baurii
Dreistreifen Klappschildkröte - Kinosternon baurii

Image
Jungtier, NZ 09

Natürliches Verbreitungsgebiet

Nordamerika (USA), Florida bis Virginia


Endgröße

Carapaxlänge bis 13 cm (in der Literatur mit 12,7 cm angegeben)


Aktivitätszeit und Winterruhe

Kann ganzjährig aktiv gehalten werden. empfohlen ist aber im Winter eine verminderte Aktivitätsphase bei 10-15 °C.
Ich selbst führe aber eine kalte Winterruhe von 4-6 Wochen unter 10 Grad durch. Davor und danach werden die Tiere für 2-4 Wochen bei Temperaturen zwischen 10-15 Grad gehalten.


Kosten eines Jungtieres

ca. 30-50 Euro beim Züchter


Derzeitige Weitervermittlungsmöglichkeit

mäßig, teilweise muss bei adulten Tieren mit einer wochen-, oder monatelangen Wartezeit gerechnet werden.


Verschiedene Bezugsquellen

Züchter, Online-Plattformen, Zoohandel eher selten


Verfügbarkeit

Züchter in Deutschland in verschiedenen Bundesländern, jedoch eher Richtung NRW.
Längere Anfahrt oder Versand müssen meist in Kauf genommen werden (bei meiner ersten NZ waren es 200 Km)


Biotop und eigene Mindestanforderung

Aquarium mit min. 100X40X40 cm (bei mir sind es 120X65X35 cm). Landteil für Weibchen zum legen der Eier, aber auch für Männchen ist ein Landteil eine nette Abwechslung, da die Tiere sehr wanderfreudig sind. Bepflanzt werden kann das Aquarium auch, da die Tiere sich gut mit Pflanzen arrangieren.


Erforderliche technische Ausstattung

Nicht eindeutig geklärt, daher kommt hier die technische Ausstattung nach meinem
Wissen und empfinden:
UV-Beleuchtung (Solar Raptor 35 Watt mit Vorschaltgerät), LED-Strahler für Umgebungsbeleuchtung (kaltweiß!), Filter (integriert in Becken/auch Außenfilter möglich), Heizung (je nach Standort des Aquariums, empfohlen z.B. in kühlen Räumen), evtl. Kühlschrank zum Überwintern wenn kein kühler Keller oder Raum vorhanden ist.
Kosten zwischen 100 und 500 Euro.


Futter und seine Beschaffung

Sämtliches Futter das getrocknet ist (Bachflohkrebse, Fische, Garnelen, Seidenraupenpuppen u.Ä./Zoohandel oder Online), Frostfutter (Mückenlarven, Bachflohkrebse, Muschelfleisch, Stinte, Artemia, Babymäuse u.Ä./Zoohandel) sowie natürlich Lebendfutter (Artemia, Bachflohkrebse, Wasserschnecken oder kleine Achatschnecken, Regenwürmer, Heimchen, Mückenlarven u.Ä./Zoohandel und Natur).
Pflanzliches Futter wird eher selten gefressen.


Gruppenhaltung

Kaum möglich, da die Tiere sehr aggressiv aufeinander reagieren. Auch eine Weibchengruppe ist sehr schwierig, wobei Maik Schilde wohl Erfolg hatte mit einer Damen-WG (Schlammschildkröten, Maik Schilde, NTV).


Schutzstatus

Nicht geschützt


Eigene Infos

Die Art bleibt relativ klein und ist sehr hübsch gezeichnet. Das Aquarium sollte gut eingerichtet sein, damit die Tiere mit Hilfe von Wurzeln oder ähnlichem schnell an die Wasserobfläche gelangen können.
Die Winterruhe macht kaum Arbeit und kostet, bei vorhandenem kühlen Raum, nicht mal Strom für den Kühlschrank. Die Einwinterung bzw. verminderte Aktivitätsphase erfolgt bei mir in einem nicht geheizten Raum (13-17 Grad) und die eigentliche Winterruhe dann im Keller (unter 10 Grad).
Die kleinen Bauriis gewöhnen sich nach der Zeit an den Halter und kommen dann (leider) gerne betteln.
Ich versuche die Fütterung daher bei nicht den nicht selbst aufgezogenem Tier heimlich zu durchzuführen, in dem ich quasi im vorbeigehen das Futter ins Becken gebe. Manchmal geb ich das Futter auch kurz vor dem schlafen gehen ins Becken, wenn die Tiere selbst schon schlafen.
Von einer gemeinsamen Haltung mit anderen Tieren wie Fischen oder Garnelen würde ich bei der Durchführung einer Winterruhe abraten.


Weiterführende Information
Zierschildkroete.de

Schlammschildkröten, Maik Schilde, NTV
Reptilia, Nr. 47, Artikel zur Dreistreifen-Klappschildkröte von Andreas Glaser


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BeitragVerfasst: So 9. Feb 2014, 18:45 
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Beiträge: 192
Bilder: 16
Wohnort: Ruhrgebiet
Arten: Platemys
Deutscher Artname, wissenschaftlicher Artname

Buckelschildkröte, Mesoclemmys gibba

Dateianhang:
DSC_0034.JPG
DSC_0034.JPG [ 2.69 MiB | 3300-mal betrachtet ]



Natürliches Verbreitungsgebiet

Südost Venezuela, Guyana, Surinam, Französisch-Guayana,
Nordbrasilien, Nordbolivien, Ostperu, Ostecuador, Südcolumbien.

Durchschnittliche Endgröße der Art/Unterart

16-20cm


Aktivitätszeit

Ganzjährig aktiv

Kosten eines Jungtieres

40-50 Euro

Derzeitige Weitervermittlungsmöglichkeit, falls einmal eine Abgabe nötig wird

möglich

Verschiedene Bezugsquellen,

Reptilienbörse, Züchter, Zoohandel

Verfügbarkeit

Ist mit Wartezeiten verbunden

Biotop

Aquarium

Mindestanforderungen an den Platz, wie du sie als richtig empfindest

Für ein Tier mindestens 100x50 größer ist natürlich immer besser.

Erforderliche technische Ausstattung

Man braucht ein Aquarium, die man günstig über ebay bekommen kann. Das Becken muss beheizt werden, weil die Art in Tropischen Gefilden
beheimatet ist. Eine Wärmelampe z.B. Lucky Repitle bright sun 35 Watt Version sollte angeboten werden. Weibchen suchen den Landteil in der Regel zur Eiablage auf. Sonst wird der Landteil so gut wie nie genutzt.

Futter und seine Beschaffung

Mesoclemmys gibba ernährt sich carnivor. Die Beschaffung von Futter ist leicht, besonders wenn man einen guten Asia Markt in der
Nähe hat.

Gruppenhaltung möglich?

Gruppenhaltung ist möglich. Die Tiere sind friedlich zueinander. Beim Füttern kann der Ton mal etwas rau werden, weil die Tiere sehr verfressen sind. Natürlich kann immer mal ein Tier aus der Art schlagen und man sollte immer im Hinterkopf behalten, dass man eventuell mal ein 2. Becken aufstellen muss.

Schutzstatus

Kein Schutzstatus vorhanden.

Was gefällt dir so gut an dieser Art, was empfindest du ggfs. als problematisch?

Mir gefällt das Dauergrinsen der Tiere und ihre große Neugier. Wenn Sie sich einmal eingelebt haben, sind es super Pfleglinge, die einen immer Beobachten. Es könnte ja Futter ins Becken fallen. Dazu sind sie sehr friedlich und unkompliziert in der Haltung. Sie wären sogar für Anfänger in der Schildkrötenhaltung gut geeignet.

Weiterführende Information (z.B. Internetseiten, Bücher etc.)

http://www.phrynops.at
http://www.zierschildkroete.de


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